Als mein Partner und ich mit 31 und 33 Jahren unser erstes Haus kauften, wussten wir wenig über Baufinanzierung. Zwei Jahre später können wir ehrlich sagen: Es war die richtige Entscheidung – aber der Weg war steiniger als gedacht.
Der Start: Wie viel Haus können wir uns leisten?
Unser Netto-Haushaltseinkommen lag bei 4.800 Euro. Wir hatten 40.000 Euro Eigenkapital gespart. Die erste Bank nannte uns ein Maximum von 320.000 Euro Kreditrahmen – bis wir die Nebenkosten eingerechnet haben.

Fehler 1: Zu wenig Eigenkapital eingeplant
| Szenario | Eigenkapital | Beleihungsauslauf | Zinsvorteil |
|---|---|---|---|
| Wenig EK | 10 % | 90 % | +0,6 % Aufschlag |
| Standard | 20 % | 80 % | Marktstandard |
| Gut | 30 % | 70 % | -0,2 % Rabatt |
| Optimal | 40 %+ | 60 % | -0,35 % Rabatt |

Unser Traumhaus kostete 280.000 Euro. Tatsächlich brauchten wir:
- Grunderwerbsteuer NRW (6,5 %): 18.200 Euro
- Notar und Grundbuch: 4.800 Euro
- Makler (3,57 %): 9.979 Euro
- Sofort-Renovierungen: 12.000 Euro
- Umzug und Erstausstattung: 3.500 Euro
Gesamte Nebenkosten: 48.479 Euro. Fast unser gesamtes Eigenkapital – ohne Puffer. Das war knapp. Sehr knapp.
Fehler 2: Nur eine Bank fragen
Wir gingen zuerst zu unserer Hausbank. Erst als ein Kollege uns zu einem Vermittler schickte, merkten wir: Wir hätten 0,35 Prozentpunkte mehr gezahlt. Bei 240.000 Euro Kredit auf 20 Jahre sind das über 16.000 Euro Mehrkosten. Immer mindestens 3 Angebote einholen.
Was gut lief: Die Zinsbindung
Wir entschieden uns für 15 Jahre Zinsbindung – bei 1,8 % Zinsen. Nachbarn wählten 10 Jahre. Als deren Zinsbindung 2024 auslief, lagen die Zinsen bei 4 %. Unsere Rate bleibt stabil bis 2036.
Tipp: Sondertilgungen nutzen
Wir haben im Vertrag 5 % Sondertilgung pro Jahr verankert. Bisher haben wir zweimal je 5.000 Euro eingezahlt – das verkürzt die Laufzeit um fast 2 Jahre.
Checkliste: Was wir heute anders machen würden
- Mindestens 20-25 % Eigenkapital + Nebenkosten ansparen
- 3-5 Angebote vergleichen, nicht nur die Hausbank fragen
- Zinsbindung 15-20 Jahre wählen, nicht 10 Jahre
- Sondertilgung von 5 % vertraglich absichern
- Puffer von mindestens 10.000 Euro für Überraschungen einplanen
- Gebäude von einem unabhängigen Gutachter prüfen lassen
Fazit nach 2 Jahren
Unser Haus ist heute mehr wert als beim Kauf. Die monatliche Rate ist niedriger als unsere frühere Miete. Trotz aller Fehler: Es war die richtige Entscheidung. Aber gut informiert zu sein, hätte uns über 20.000 Euro gespart.
Häufige Fragen
- Was muss ich bei Erfahrungsbericht Erstkauf besonders beachten?
- Wichtig bei Erfahrungsbericht Erstkauf: Immer mehrere Angebote vergleichen (mind. 3), vollständige Unterlagen bereitstellen (Gehaltsabrechnungen, Steuerbescheide, SCHUFA-Auskunft), Kaufnebenkosten einplanen (10–13 % des Kaufpreises), und ausreichend Eigenkapital sicherstellen. Ein unabhängiger Finanzberater kann die Entscheidung erheblich verbessern.
- Welche Fehler sollte ich bei der Baufinanzierung vermeiden?
- 5 häufige Fehler: 1. Nur bei der Hausbank anfragen (oft teurer). 2. Kaufnebenkosten vergessen (10–13 %!). 3. Tilgung zu niedrig (unter 2 % = 40+ Jahre Laufzeit). 4. Kein Sondertilgungsrecht vereinbart. 5. Keine Liquiditätsreserve gehalten. Ein Vergleich über Interhyp oder Dr. Klein kostet nichts und bringt oft 0,3–0,5 % Zinsvorteil.
- Wie lange dauert die Baufinanzierung?
- Von vollständigen Unterlagen bis Kreditzusage: 3–10 Werktage (Online-Banken), 1–3 Wochen (Filialbanken). Auszahlung: nach Notartermin und Grundbuch-Auflassungsvormerkung (weitere 2–4 Wochen). Gesamt von Entscheidung bis Schlüsselübergabe: typisch 3–6 Monate.
- Welche Unterlagen brauche ich für die Baufinanzierung?
- Standardunterlagen: letzten 3 Gehaltsabrechnungen, letzter Steuerbescheid, Kontoauszüge (3 Monate), SCHUFA-Selbstauskunft, Exposé und Grundrisse des Objekts, Grundbuchauszug, Energieausweis. Bei Vermietung: bestehende Mietverträge. Bei Selbständigen: Steuerbescheide 3 Jahre + BWA.
