Wer bauen, anbauen oder umbauen will, kommt an einem Bauantrag meist nicht vorbei. Aber was genau muss man einreichen? Wie lange dauert das Genehmigungsverfahren — und was kostet es?
Wann brauche ich einen Bauantrag?
Bauanträge sind bei genehmigungspflichtigen Bauvorhaben nötig. Das umfasst typischerweise:
- Neubau eines Hauses oder Anbaus
- Nutzungsänderung (z.B. Dachgeschoss zu Wohnraum)
- Größere Umbauten (Abriss tragender Wände, Dachveränderungen)
- Garagen und Carports ab bestimmter Größe
Was genehmigungsfrei ist, regelt die Landesbauordnung deines Bundeslandes. Im Zweifel: Baurechtsamt anrufen — die Beratung ist kostenlos und verbindlicher als alles im Internet.
Welche Unterlagen brauche ich?
Der genaue Umfang variiert — aber typischerweise werden verlangt:
- Ausgefülltes Antragsformular (meist 3-fach)
- Lageplan (amtlicher Auszug aus dem Liegenschaftskataster)
- Bauzeichnungen: Grundriss, Schnitt, Ansichten (Maßstab 1:100 oder 1:50)
- Baubeschreibung: Nutzung, Materialien, Energiekonzept
- Berechnungen: BRI, BGF, umbauter Raum, Wohnflächenberechnung
- Nachweise: Entwässerungsplan, Brandschutzkonzept (bei größeren Bauten)
- Statik: Oft erst nach Genehmigung nötig, manchmal schon vorher
Für die Erstellung der Unterlagen brauchst du in den meisten Bundesländern einen Bauvorlageberechtigten — das ist meist ein Architekt oder Bauingenieur mit Eintragung in der Kammer.
Ablauf des Genehmigungsverfahrens
- Voranfrage (optional): Klärt grundsätzliche Machbarkeit ohne Vollantrag
- Einreichung: Vollständige Unterlagen beim Baurechtsamt
- Vollständigkeitsprüfung: 1–4 Wochen
- Fachbehörden: Umwelt, Denkmalschutz, Feuerwehr etc. werden beteiligt
- Genehmigung: 2–6 Monate (je nach Komplexität und Behördenauslastung)
- Baugenehmigung gültig: Meist 3 Jahre ab Ausstellung
Was kostet ein Bauantrag?
- Behördengebühren: 0,5–1,5 % der Bausumme, mindestens ca. 100–200 €
- Architekt für Unterlagen: 3.000–10.000 € je nach Aufwand
- Amtlicher Lageplan: 100–500 €
Häufige Fehler und wie du sie vermeidest
- Unvollständige Unterlagen: Führt zu Verzögerungen. Checkliste der Behörde nutzen!
- Bauen ohne Genehmigung: Kann Rückbauanordnung und Bußgeld bedeuten
- Falsche Maße: Immer Aufmaß vor Ort nehmen, nicht aus Kopf zeichnen
- Bebauungsplan ignoriert: Vor Antrag B-Plan prüfen (GRZ, GFZ, Dachform)
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Häufige Fragen
Was sind die wichtigsten Tipps zum Thema Bauantrag stellen?
Beim Thema Bauantrag stellen kommt es auf drei Kernpunkte an: Erstens ausreichend Eigenkapital einbringen (mindestens 20 % plus Nebenkosten). Zweitens mindestens 3–5 Angebote vergleichen — der Zinsunterschied kann 0,3–0,5 % betragen, was bei 250.000 € Kredit über 10 Jahre 7.500–12.500 € Ersparnis bedeutet. Drittens auf flexible Konditionen achten (Sondertilgung, Tilgungsanpassung).
Welche häufigen Fehler sollte ich vermeiden?
Die häufigsten Fehler: Nur die Hausbank anfragen ohne Vergleich. Die Kaufnebenkosten unterschätzen (7–12 % des Kaufpreises). Zu wenig Eigenkapital einbringen. Die monatliche Rate zu knapp kalkulieren ohne Puffer für Reparaturen und Einkommensausfälle. Zu kurze Zinsbindung wählen bei aktuell niedrigen Zinsen.
Wie berechne ich meine maximale Kreditrate?
Faustregel: Die monatliche Rate sollte nicht mehr als 35–40 % des Netto-Haushaltseinkommens betragen. Bei 3.500 € Netto wären das maximal ca. 1.400 €/Monat. Wichtig: Alle laufenden Kosten (Hausgeld, Versicherungen, Rücklagen 1–1,5 % des Immobilienwerts p.a.) einkalkulieren. Nutze einen Online-Rechner für deine persönliche Situation.
Welche Unterlagen brauche ich für einen Finanzierungsantrag?
Persönliche Unterlagen: Letzten 3 Gehaltsabrechnungen, aktueller Arbeitsvertrag, SCHUFA-Auskunft, Kontoauszüge (3 Monate). Für die Immobilie: Exposé, Grundriss, Grundbuchauszug, Energieausweis, Kaufvertragsentwurf. Bei Neubauten: Baubeschreibung, Lageplan, Kostenaufstellung. Je vollständiger, desto schneller die Zusage.
