
Fassadendämmung ist eine der effektivsten Maßnahmen zur Energieeinsparung im Haus. Aber sie ist auch teuer. Hier findest du alle Zahlen, die du brauchst.
Warum Fassadendämmung?
Über die Außenwände gehen in einem schlecht gedämmten Haus bis zu 30 % der Heizenergie verloren. Mit einer professionellen Dämmung kannst du den Heizbedarf um 20–40 % senken.
Die gängigsten Dämmsysteme
| System | Kosten/m² | Eigenschaften |
|---|---|---|
| WDVS (Wärmedämmverbundsystem) | 100–200 € | Standard, günstig, weit verbreitet |
| Hinterlüftete Fassade | 150–300 € | Feuchtigkeitsregulierend, hochwertiger |
| Innendämmung | 60–120 € | Bei Denkmalschutz, kleinerer Eingriff |
| Einblasdämmung (Hohlwand) | 20–40 € | Nur bei geeigneter Wandkonstruktion |
Gesamtkosten realistisch berechnen
Einfamilienhaus, 150 m² Fassadenfläche, WDVS:
- Material: 50–80 €/m² → 7.500–12.000 €
- Handwerker: 50–120 €/m² → 7.500–18.000 €
- Gerüst: 3.000–6.000 €
- Gesamt: 18.000–36.000 €
KfW-Förderung und BAFA
Die Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG) fördert Einzelmaßnahmen mit 15–20 % Zuschuss. Wer einen Energieeffizienz-Experten einbindet: +5 % Bonus (iSFP-Bonus).
- BAFA-Zuschuss: 15 % (ohne iSFP) oder 20 % (mit iSFP)
- Maximale förderfähige Kosten: 30.000 € pro WE
- Maximaler Zuschuss: 6.000 € (20 %)
Amortisationsrechnung
Beispiel: 25.000 € Dämminvestition, 800 € Heizkosteneinsparung/Jahr → Amortisation nach 31 Jahren ohne Förderung, nach ~25 Jahren mit Förderung.
Wann lohnt es sich wirklich?
Fassadendämmung lohnt sich am meisten, wenn: die Fassade sowieso neu verputzt werden muss, das Haus schlecht gedämmt ist (U-Wert > 0,8 W/m²K) und du langfristig im Haus wohnst.
Checkliste: Fassadendämmung
- ☑ Energieausweis/Energieberatung eingeholt?
- ☑ U-Wert der Außenwand bekannt?
- ☑ Mindestens 3 Handwerker-Angebote eingeholt?
- ☑ BAFA-Förderantrag VOR Auftragsvergabe gestellt?
- ☑ iSFP-Bonus (Sanierungsfahrplan) geprüft?
- ☑ Amortisationsrechnung gemacht?
Häufige Fragen
Was sind die wichtigsten Tipps zum Thema Fassade dämmen?
Beim Thema Fassade dämmen kommt es auf drei Kernpunkte an: Erstens ausreichend Eigenkapital einbringen (mindestens 20 % plus Nebenkosten). Zweitens mindestens 3–5 Angebote vergleichen — der Zinsunterschied kann 0,3–0,5 % betragen, was bei 250.000 € Kredit über 10 Jahre 7.500–12.500 € Ersparnis bedeutet. Drittens auf flexible Konditionen achten (Sondertilgung, Tilgungsanpassung).
Welche häufigen Fehler sollte ich vermeiden?
Die häufigsten Fehler: Nur die Hausbank anfragen ohne Vergleich. Die Kaufnebenkosten unterschätzen (7–12 % des Kaufpreises). Zu wenig Eigenkapital einbringen. Die monatliche Rate zu knapp kalkulieren ohne Puffer für Reparaturen und Einkommensausfälle. Zu kurze Zinsbindung wählen bei aktuell niedrigen Zinsen.
Wie berechne ich meine maximale Kreditrate?
Faustregel: Die monatliche Rate sollte nicht mehr als 35–40 % des Netto-Haushaltseinkommens betragen. Bei 3.500 € Netto wären das maximal ca. 1.400 €/Monat. Wichtig: Alle laufenden Kosten (Hausgeld, Versicherungen, Rücklagen 1–1,5 % des Immobilienwerts p.a.) einkalkulieren. Nutze einen Online-Rechner für deine persönliche Situation.
Welche Unterlagen brauche ich für einen Finanzierungsantrag?
Persönliche Unterlagen: Letzten 3 Gehaltsabrechnungen, aktueller Arbeitsvertrag, SCHUFA-Auskunft, Kontoauszüge (3 Monate). Für die Immobilie: Exposé, Grundriss, Grundbuchauszug, Energieausweis, Kaufvertragsentwurf. Bei Neubauten: Baubeschreibung, Lageplan, Kostenaufstellung. Je vollständiger, desto schneller die Zusage.
