Fremdwährungskredit: Günstig oder gefährlich?
In den Nullerjahren wurden in Österreich und teils auch Deutschland Immobilienkredite in Schweizer Franken oder Japanischen Yen vergeben — zu verlockend günstigen Zinsen. Was dann folgte, war für viele Kreditnehmer ein Desaster. Warum sind Fremdwährungskredite so riskant?
Was ist ein Fremdwährungskredit?
Bei einem Fremdwährungskredit nimmst du einen Kredit in einer anderen Währung auf — z.B. Schweizer Franken (CHF) — während dein Einkommen in Euro ist. Der Zinssatz in der Fremdwährung kann deutlich niedriger sein als in Euro.
Das Wechselkursrisiko

Das Problem: Wenn der Euro gegenüber der Fremdwährung schwächer wird, steigt deine Schuld in Euro gerechnet an.
Beispiel: 200.000 CHF Kredit bei EUR/CHF 1,50 = 133.333 € Schuld.
EUR/CHF fällt auf 1,00 → gleiche Schuld = 200.000 €. Plötzlich 67.000 € mehr Schuld!
Genau das ist nach 2009 mit dem CHF passiert — und viele Kreditnehmer wurden massiv getroffen.
Wer bietet Fremdwährungskredite?
In Deutschland sind Fremdwährungskredite für Verbraucher seit der Wohnimmobilienkreditrichtlinie (2016) stark reguliert. Banken müssen auf alle Risiken hinweisen. In der Praxis sind sie kaum noch erhältlich für normale Hauskäufer.
Weiterlesen: Finanzierungsrechner Anbietervergleich.
Wann kann es sinnvoll sein?
- Einkommen in der Fremdwährung (z.B. Grenzgänger in die Schweiz)
- Kurz- bis mittelfristige Projekte mit klarer Exit-Strategie
- Sehr professionelle Anleger mit Devisenabsicherung
Fazit für Privatpersonen
Fremdwährungskredite gehören nicht in das Portfolio von normalen Hauskäufern. Das Wechselkursrisiko überwiegt den Zinsvorteil bei weitem — und kann Jahrzehnte lange Planungen zunichte machen. Euro-Kredit ist die sichere Wahl.
Fremdwaehrungskredit Risiken – Übersicht
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Relevanz | Relevant für Baufinanzierung und Immobilienkauf |
| Typischer Aufwand | 2–6 Wochen Vorlaufzeit einplanen |
| Förderung | KfW oder BAFA prüfen vor Beauftragung |
| Empfehlung | Mind. 3 Angebote einholen |
- Finanzierungszusage der Bank vor Kaufentscheidung einholen
- Kaufnebenkosten einplanen: 10–13 % des Kaufpreises
- Eigenkapitalreserve: mind. 2–3 Nettogehälter liquide halten
- Unabhängige Beratung: Interhyp / Dr. Klein kostenlos und oft 0,3–0,5 % günstiger
Checkliste: Baufinanzierung richtig vorbereiten
Eine gut vorbereitete Baufinanzierung spart Zeit, Nerven und Geld. Banken entscheiden innerhalb weniger Tage — wer alle Unterlagen griffbereit hat, erhält schneller ein Angebot.
| Unterlage | Wozu benötigt | Beschaffung |
|---|---|---|
| Einkommensnachweise (3 Monate) | Tragbarkeitsnachweis | Arbeitgeber / Steuerbescheid |
| Selbstauskunft / Schufa | Bonitätsprüfung | meineschufa.de (kostenlos 1×/Jahr) |
| Grundbuchauszug | Eigentums- und Lastennachweis | Grundbuchamt (ca. 10–20 €) |
| Exposé / Kaufvertragsentwurf | Objektbewertung durch Bank | Makler / Verkäufer / Notar |
| Eigenkapitalnachweis | EK-Quote dokumentieren | Kontoauszüge (3 Monate) |
Häufige Fehler bei der Baufinanzierung
- Zu wenig Eigenkapital: Kaufnebenkosten werden unterschätzt (bis 12 % in NRW)
- Zu kurze Zinsbindung: In einem Niedrigzinsumfeld lohnen sich 15–20 Jahre
- Kein Preisvergleich: 0,3 % Zinsunterschied bedeuten bei 300.000 € über 10 Jahre ca. 9.000 € Mehrkosten
- Keine Sondertilgungsoption: Flexibilität kostet meist nur 0,05–0,1 % — lohnt sich fast immer
- Zu spät starten: Finanzierungsanfrage immer VOR der Kaufzusage stellen
