Teilverkauf der Immobilie: So funktioniert das Modell

Der Immobilien-Teilverkauf ist ein relativ junges Finanzierungsmodell: Du verkaufst bis zu 50 % deines Hauses an einen Investor und erhältst dafür sofort Bargeld — wohnst aber weiterhin darin. Klingt attraktiv, hat aber erhebliche Kosten.

Wie funktioniert der Teilverkauf?

  1. Immobilie wird vom Anbieter bewertet
  2. Du verkaufst bis zu 50 % des Wertes
  3. Du erhältst den entsprechenden Betrag sofort
  4. Du zahlst monatliches Nutzungsentgelt für den verkauften Teil
  5. Bei späterem Verkauf: Anbieter erhält seinen Anteil + Wertsteigerung

Kosten des Teilverkaufs

KostenartTypische Höhe
Nutzungsentgelt5–7 % p.a. auf den verkauften Anteil
Durchführungsgebühr3–6 % des Verkaufspreises
Rückkaufaufschlag5–10 % beim Rückkauf
Mindestbeteiligung am GesamtverkaufJa (Anbieter muss zustimmen)

Rechenbeispiel

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Haus: 500.000 €. Du verkaufst 25 % = 125.000 €.
Nutzungsentgelt: 6 % × 125.000 = 7.500 €/Jahr = 625 €/Monat.
Nach 10 Jahren: 75.000 € Nutzungsentgelt bezahlt — dazu kommt die Wertsteigerung für den Investor.
Effektiver Zins: oft 8–12 % p.a. — teurer als die meisten Bankdarlehen!

Für wen kann es trotzdem sinnvoll sein?

  • Rentner ohne ausreichende Rente, die im Haus wohnen bleiben wollen
  • Keine Erben vorhanden, die das Haus erhalten sollen
  • Kredit von der Bank nicht mehr möglich (Alter, Bonität)

Wichtige Warnsignale

  • Vertrag ohne Notarakt — nie unterschreiben!
  • Kein Rückkaufsrecht festgeschrieben
  • Nutzungsentgelt steigt nach wenigen Jahren automatisch
  • Anbieter hat kein BaFin-Zulassung

Alternativen zum Teilverkauf

  • Immobilienrente / Leibrente
  • Klassisches Bankdarlehen mit Grundschuld
  • Reverse Mortgage (in Deutschland wenig verbreitet)
  • Komplettvekauf mit lebenslangem Wohnrecht

Fazit: Teilverkauf ist selten die günstigste Lösung. Wer Alternativen hat, sollte sie nutzen. Wer keine hat, sollte mehrere Anbieter vergleichen und einen Rechtsanwalt einschalten.