Baufinanzierung vergleichen: So geht es richtig
Hausbank oder Vermittler? In 9 von 10 Fällen spart der Vermittler Geld. Die Rechnung und wann die eigene Bank trotzdem besser sein kann.
Ein sorgfältiger Vergleich von Baufinanzierungsangeboten kann über die Laufzeit zehntausende Euro sparen. Wir erklären, worauf du achten musst.
Was beim Vergleich wirklich zählt
- Effektivzins: Der einzig relevante Vergleichswert — enthält alle Kosten
- Sondertilgungsrecht: Mindestens 5 %, besser 10 % kostenlos jährlich
- Tilgungsflexibilität: Tilgung anpassen können (z.B. bei Einkommenswechsel)
- Zinsbindung: Passt sie zu deiner Lebenssituation?
- Auszahlungsmodalitäten: Bereitstellungszinsfreie Zeit (wichtig bei Neubau)
Wie viele Angebote sollte ich einholen?
Mindestens 3: Hausbank + 1–2 unabhängige Vermittler (Interhyp, Dr. Klein, Baufi24). Der Zeitaufwand beträgt 2–4 Stunden — der mögliche Zinsvorteil: 0,2–0,5 %, bei 300.000 € und 15 Jahren Laufzeit = 9.000–22.500 € Ersparnis.
Effektivzins vs. Sollzins: Der Unterschied
- Sollzins: Nur der Zinssatz auf die Schuld, ohne Nebenkosten
- Effektivzins: Alle Kosten eingerechnet — nach § 6 PAngV berechnet
- Vergleiche immer den Effektivzins — er ermöglicht den echten Äpfel-zu-Äpfel-Vergleich
Fazit: Vergleich lohnt sich immer
Nutze unseren Rechner für erste Orientierung, hole dann mindestens 3 Angebote ein und vergleiche nach Effektivzins. Wenige Stunden Aufwand können zehntausende Euro sparen.
Häufige Fragen
Was sind die wichtigsten Tipps zum Thema Vermittler vs. Hausbank?
Beim Thema Vermittler vs. Hausbank kommt es auf drei Kernpunkte an: Erstens ausreichend Eigenkapital einbringen (mindestens 20 % plus Nebenkosten). Zweitens mindestens 3–5 Angebote vergleichen — der Zinsunterschied kann 0,3–0,5 % betragen, was bei 250.000 € Kredit über 10 Jahre 7.500–12.500 € Ersparnis bedeutet. Drittens auf flexible Konditionen achten (Sondertilgung, Tilgungsanpassung).
Welche häufigen Fehler sollte ich vermeiden?
Die häufigsten Fehler: Nur die Hausbank anfragen ohne Vergleich. Die Kaufnebenkosten unterschätzen (7–12 % des Kaufpreises). Zu wenig Eigenkapital einbringen. Die monatliche Rate zu knapp kalkulieren ohne Puffer für Reparaturen und Einkommensausfälle. Zu kurze Zinsbindung wählen bei aktuell niedrigen Zinsen.
Wie berechne ich meine maximale Kreditrate?
Faustregel: Die monatliche Rate sollte nicht mehr als 35–40 % des Netto-Haushaltseinkommens betragen. Bei 3.500 € Netto wären das maximal ca. 1.400 €/Monat. Wichtig: Alle laufenden Kosten (Hausgeld, Versicherungen, Rücklagen 1–1,5 % des Immobilienwerts p.a.) einkalkulieren. Nutze einen Online-Rechner für deine persönliche Situation.
Welche Unterlagen brauche ich für einen Finanzierungsantrag?
Persönliche Unterlagen: Letzten 3 Gehaltsabrechnungen, aktueller Arbeitsvertrag, SCHUFA-Auskunft, Kontoauszüge (3 Monate). Für die Immobilie: Exposé, Grundriss, Grundbuchauszug, Energieausweis, Kaufvertragsentwurf. Bei Neubauten: Baubeschreibung, Lageplan, Kostenaufstellung. Je vollständiger, desto schneller die Zusage.
