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Ratgeber

Barrierefrei bauen und umbauen: Kosten, Förderung & Tipps

Barrierefreies Bauen wird immer wichtiger. Hier erfährst du Kosten Alle Voraussetzungen, Beträge und Antragswege kompakt erklärt.

Stand: 2024-09-22 3 Min. Lesezeit
Barrierefrei bauen und umbauen: Kosten, Förderung & Tipps
Das Wichtigste auf einen Blick
  • DIN 18040-2 barrierefrei: Grundstandard — für Menschen mit Gehbehinderung, Rollator
  • DIN 18040-2 rollstuhlgerecht: Höherer Standard — für Rollstuhlfahrer
  • Schwellen sind der häufigste Stolperfaktor — alle Übergänge prüfen
  • Lichtschalter und Steckdosen auf 85 cm Höhe (statt Standard 110 cm)

Ob für die eigene Altersvorsorge, pflegebedürftige Angehörige oder Barrierefreiheit aus Überzeugung: Eine barrierefreie Immobilie hat klare Vorteile — und ist teurer als gedacht. Aber es gibt Förderung.

Was bedeutet "barrierefrei"?

Es gibt zwei Standards:

  • DIN 18040-2 barrierefrei: Grundstandard — für Menschen mit Gehbehinderung, Rollator
  • DIN 18040-2 rollstuhlgerecht: Höherer Standard — für Rollstuhlfahrer

Für die meisten Umbauten reicht der barrierefreie Standard. Nur bei konkretem Rollstuhlbedarf ist der höhere Standard nötig.

Die wichtigsten Maßnahmen

MaßnahmeKosten (ca.)Wichtigkeit
Türverbreiterung (≥ 80 cm)500–2.000 €/TürHoch
Schwellenfreie Dusche2.000–6.000 €Sehr hoch
Treppenlift6.000–15.000 €Je nach Lage
Badumbau gesamt8.000–25.000 €Sehr hoch
Rampe statt Stufen300–2.000 €Mittel
Haltegriffe200–800 €Hoch

Förderung: Wer zahlt was?

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KfW 159 – Altersgerecht Umbauen

Zinsgünstiger Kredit bis 50.000 € pro Wohneinheit. Für Umbaumaßnahmen die Barrierefreiheit verbessern. Gilt auch für Mietwohnungen (Vermieter können beantragen). Zinsen ab ca. 5 % — relativ günstig für ungesicherte Darlehen.

KfW 455-B – Investitionszuschuss

Bis zu 6.250 € Zuschuss (12,5 % der förderfähigen Kosten, max. 50.000 €). Für barrierefreie Umrüstung nach DIN 18040-2. Kein Rückzahlungspflicht — reines Geschenk.

Pflegekasse

Bei Pflegegrad 1–5: bis zu 4.000 € Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen. Mehrfach nutzbar bei mehreren Maßnahmen. Antrag beim Pflegeberater.

Landesförderung

Viele Bundesländer (Bayern, NRW, Baden-Württemberg) haben zusätzliche Programme. Prüfe die Förderbank deines Bundeslandes.

Neubau vs. Umbau: Was ist günstiger?

Neubau barrierefrei: Mehrkosten ca. 3–5 % — also bei 300.000 € Baukosten ca. 9.000–15.000 €. Deutlich günstiger als späterer Umbau.

Umbau Bestandsgebäude: Deutlich teurer wegen Rückbau, Statik, Koordination. Badumbau allein schnell 15.000–20.000 €.

Empfehlung: Bei Neubau immer barrierefrei planen — selbst wenn heute nicht nötig. Wertsteigerung + spätere Einsparung.

Tipps aus der Praxis

  • Schwellen sind der häufigste Stolperfaktor — alle Übergänge prüfen
  • Lichtschalter und Steckdosen auf 85 cm Höhe (statt Standard 110 cm)
  • Türbreite: 90 cm ideal, 80 cm Minimum
  • Bodenbelag rutschfest — besonders im Bad (R10 oder R11)
  • Bewegungsmelder für Licht sparen im Alter viel Aufwand
  • Förderanträge VOR Baubeginn stellen — sonst kein Anspruch
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Häufige Fragen

Was sind die wichtigsten Tipps zum Thema Barrierefrei bauen und umbauen?

Beim Thema Barrierefrei bauen und umbauen kommt es auf drei Kernpunkte an: Erstens ausreichend Eigenkapital einbringen (mindestens 20 % plus Nebenkosten). Zweitens mindestens 3–5 Angebote vergleichen — der Zinsunterschied kann 0,3–0,5 % betragen, was bei 250.000 € Kredit über 10 Jahre 7.500–12.500 € Ersparnis bedeutet. Drittens auf flexible Konditionen achten (Sondertilgung, Tilgungsanpassung).

Welche häufigen Fehler sollte ich vermeiden?

Die häufigsten Fehler: Nur die Hausbank anfragen ohne Vergleich. Die Kaufnebenkosten unterschätzen (7–12 % des Kaufpreises). Zu wenig Eigenkapital einbringen. Die monatliche Rate zu knapp kalkulieren ohne Puffer für Reparaturen und Einkommensausfälle. Zu kurze Zinsbindung wählen bei aktuell niedrigen Zinsen.

Wie berechne ich meine maximale Kreditrate?

Faustregel: Die monatliche Rate sollte nicht mehr als 35–40 % des Netto-Haushaltseinkommens betragen. Bei 3.500 € Netto wären das maximal ca. 1.400 €/Monat. Wichtig: Alle laufenden Kosten (Hausgeld, Versicherungen, Rücklagen 1–1,5 % des Immobilienwerts p.a.) einkalkulieren. Nutze einen Online-Rechner für deine persönliche Situation.

Welche Unterlagen brauche ich für einen Finanzierungsantrag?

Persönliche Unterlagen: Letzten 3 Gehaltsabrechnungen, aktueller Arbeitsvertrag, SCHUFA-Auskunft, Kontoauszüge (3 Monate). Für die Immobilie: Exposé, Grundriss, Grundbuchauszug, Energieausweis, Kaufvertragsentwurf. Bei Neubauten: Baubeschreibung, Lageplan, Kostenaufstellung. Je vollständiger, desto schneller die Zusage.

SM
Artikel von
Zert. Finanzberaterin (IHK)
Baufinanzierungs-Expertin
Zertifizierte Finanzberaterin (IHK) mit 12 Jahren Erfahrung in der Baufinanzierungsberatung. Sandra begleitet Erst- und Wiederholungskäufer von der Bonitätsprüfung über die Zinsbindungswahl bis zur Anschlussfinanzierung. Schwerpunkte: Annuitätendarlehen, Tilgungsstrategien, KfW-Förderprogramme und Finanzierungsstrukturierung für Eigennutzer.
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