Der Notartermin ist der offizielle Moment des Immobilienkaufs. Nach der Unterschrift ist der Deal perfekt. Was passiert dort genau, wie läuft es ab – und was kommt danach?
Wer ist beim Notartermin dabei?
- Käufer (alle, die im Grundbuch eingetragen werden sollen)
- Verkäufer (alle eingetragenen Eigentümer)
- Notar (und ggf. Notargehilfe)
- Optional: Makler (zur Klärung offener Punkte)
- Bank-Vertreter (selten, meist ist die Bank nicht persönlich anwesend)
Ablauf des Notartermins
- Legitimation: Notar prüft Ausweise aller Beteiligten
- Vorlesung: Notar liest den gesamten Kaufvertrag laut vor (dauert 30-90 Minuten je nach Komplexität)
- Fragen: Alle offenen Fragen können vor der Unterschrift gestellt werden
- Unterschriften: Alle Beteiligten unterschreiben (und initialisieren alle Seiten)
- Notar unterschreibt: Beurkundet den Vertrag mit Siegel und Unterschrift
Wie lange dauert ein Notartermin?
Typisch: 45-90 Minuten. Bei komplexen Verträgen (mehrere Objekte, Sondervereinbarungen) auch länger. Bei einfachen Wohnungskäufen oft 30-45 Minuten.
Was Sie vorbereiten müssen
- Personalausweis oder Reisepass (zwingend)
- Steueridentifikationsnummer (für Grunderwerbsteuer)
- Kontonummer für die Kaufpreiszahlung (Bankverbindung des Verkäufers)
- Vollmacht, wenn ein Partner verhindert ist (muss notariell beglaubigt sein)
Was nach dem Notartermin passiert
- Auflassungsvormerkung wird ins Grundbuch eingetragen (Notar veranlasst das sofort)
- Grunderwerbsteuerbescheid kommt vom Finanzamt (innerhalb weniger Wochen)
- Notar gibt Zahlungsfreigabe, wenn alle Bedingungen erfüllt sind
- Kaufpreiszahlung durch die Bank
- Schlüsselübergabe (meist nach Kaufpreiszahlung)
- Grundbucheintrag (2-8 Wochen nach allem)
Kann man beim Notartermin noch verhandeln?
Formal ja – aber praktisch haben Sie den Vertragsentwurf 2 Wochen vorher erhalten. Änderungen am Termin sind unüblich und verzögern alles. Klären Sie alles VOR dem Termin.
Häufige Fragen
Was sind die wichtigsten Tipps zum Thema Notartermin beim Hauskauf?
Beim Thema Notartermin beim Hauskauf kommt es auf drei Kernpunkte an: Erstens ausreichend Eigenkapital einbringen (mindestens 20 % plus Nebenkosten). Zweitens mindestens 3–5 Angebote vergleichen — der Zinsunterschied kann 0,3–0,5 % betragen, was bei 250.000 € Kredit über 10 Jahre 7.500–12.500 € Ersparnis bedeutet. Drittens auf flexible Konditionen achten (Sondertilgung, Tilgungsanpassung).
Welche häufigen Fehler sollte ich vermeiden?
Die häufigsten Fehler: Nur die Hausbank anfragen ohne Vergleich. Die Kaufnebenkosten unterschätzen (7–12 % des Kaufpreises). Zu wenig Eigenkapital einbringen. Die monatliche Rate zu knapp kalkulieren ohne Puffer für Reparaturen und Einkommensausfälle. Zu kurze Zinsbindung wählen bei aktuell niedrigen Zinsen.
Wie berechne ich meine maximale Kreditrate?
Faustregel: Die monatliche Rate sollte nicht mehr als 35–40 % des Netto-Haushaltseinkommens betragen. Bei 3.500 € Netto wären das maximal ca. 1.400 €/Monat. Wichtig: Alle laufenden Kosten (Hausgeld, Versicherungen, Rücklagen 1–1,5 % des Immobilienwerts p.a.) einkalkulieren. Nutze einen Online-Rechner für deine persönliche Situation.
Welche Unterlagen brauche ich für einen Finanzierungsantrag?
Persönliche Unterlagen: Letzten 3 Gehaltsabrechnungen, aktueller Arbeitsvertrag, SCHUFA-Auskunft, Kontoauszüge (3 Monate). Für die Immobilie: Exposé, Grundriss, Grundbuchauszug, Energieausweis, Kaufvertragsentwurf. Bei Neubauten: Baubeschreibung, Lageplan, Kostenaufstellung. Je vollständiger, desto schneller die Zusage.
