Das Baukindergeld war von 2018 bis 2021 die wichtigste staatliche Förderung für Familien beim Immobilienerwerb. Wer es beantragt hat, erhält es noch — für alle anderen ist es Geschichte. Aber was kam danach?
Was war das Baukindergeld?
Das Baukindergeld war ein staatliches Förderprogramm der KfW. Familien mit Kindern erhielten pro Kind 1.200 Euro jährlich für 10 Jahre — also 12.000 Euro pro Kind. Bei drei Kindern waren das 36.000 Euro Gesamtförderung.
Voraussetzungen (historisch)
- Erstmaliger Erwerb von selbst genutztem Wohneigentum
- Mindestens ein Kind unter 18 Jahren im Haushalt
- Haushaltseinkommen maximal 90.000 € + 15.000 € pro Kind
- Kaufvertrag zwischen 01.01.2018 und 31.03.2021
Was kam nach dem Baukindergeld?
Nach dem Ende des Baukindergeldes gab es verschiedene Nachfolgeprogramme:
KfW-Wohneigentumsförderung (2023)
Zinsgünstige Kredite für Familien bis zu bestimmten Einkommensgrenzen. Deutlich weniger attraktiv als das direkte Baukindergeld — kein Zuschuss, nur Zinsvorteil.
Bundesländer-Programme
Einige Bundesländer haben eigene Familien-Förderungen eingeführt:
- Bayern: Bayerisches Familienbaugeldförderprogramm
- Baden-Württemberg: Wohnraumförderung für Familien (L-Bank)
- NRW: NRW.BANK Wohnraumförderung
Was hilft Familien heute?
- Wohnriester: Geförderte Altersvorsorge, die auch für Eigenheime genutzt werden kann
- KfW 300 — Klimafreundlicher Neubau: Zinsvorteil für energieeffiziente Familienhäuser
- Bundesländer-Förderungen: Variieren stark — immer prüfen!
- BAFA-Förderung: Bei Heizungsmodernisierung (Wärmepumpe etc.)
Fazit
Das Baukindergeld war eine der beliebtesten Immobilienförderungen Deutschlands — sein Ende hat viele Familien getroffen. Ein direkter Nachfolger existiert nicht. Familien sollten heute Bundes- und Länderprogramme kombinieren und gezielt prüfen, was in ihrem Bundesland verfügbar ist.
Häufige Fragen
Welche Förderungen gibt es aktuell beim Immobilienkauf?
Bundesweit: KfW 300 (Wohneigentum für Familien, bis 270.000 € zinsgünstig), KfW 261 (Energieeffizienz). BAFA-Zuschüsse für energetische Sanierung. Länderprogramme: Jedes Bundesland hat eigene Förderprogramme über die jeweilige Landesförderbank (NBank, L-Bank, IBB etc.). Alle Anträge VOR dem Kaufvertrag stellen.
Welche Bedingungen muss ich für Förderungen erfüllen?
Die meisten Programme erfordern Eigennutzung der Immobilie, Einhalten von Energiestandards (bei Effizienzprogrammen), Antragstellung vor Vertragsabschluss und die Abwicklung über eine anerkannte Hausbank. Genauere Voraussetzungen hängen vom jeweiligen Programm ab — immer aktuelle Programminfos auf kfw.de prüfen.
Kann ich mehrere Förderprogramme gleichzeitig nutzen?
Ja, Kombination ist oft möglich und sinnvoll. KfW-Darlehen und Landesförderung können kombiniert werden. BAFA-Zuschüsse und KfW-Kredite ebenfalls — bis zur gesetzlichen Kumulierungsgrenze von max. 60 % Förderquote. Der Steuerbonus (§ 35c EStG) hingegen schließt BAFA/KfW aus.
