Energieausweis lesen: Was die Kennwerte wirklich bedeuten

Der Energieausweis ist bei Hausverkauf und Vermietung Pflicht — und für Käufer eine wichtige Informationsquelle über zukünftige Heizkosten und Sanierungsbedarf.

Zwei Arten von Energieausweisen

  • Bedarfsausweis: Berechnet theoretischen Energiebedarf anhand von Gebäudedaten — unabhängig vom Nutzerverhalten. Aussagekräftiger, aber teurer (150–500 €)
  • Verbrauchsausweis: Basiert auf tatsächlichem Energieverbrauch der letzten 3 Jahre — abhängig vom Heizverhalten der Bewohner. Günstiger (70–150 €), aber weniger objektiv

Die Energieklassen A+ bis H

KlasseEnergiebedarf (kWh/m²/Jahr)Bewertung
A+Unter 30Passivhaus-Niveau, sehr wenig Heizkosten
A30–50Sehr gut, moderner Neubau
B50–75Gut, neuere Gebäude
C75–100Mittel, gedämmte Altbauten
D100–130Unter Durchschnitt
E130–160Sanierungsbedarf
F160–200Deutlicher Sanierungsbedarf
G/HÜber 200Sehr schlechte Effizienz, hohe Kosten

Was bedeutet das für Heizkosten?

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Faustregel: Klasse H bedeutet ca. 3–4 × höhere Heizkosten als Klasse B. Bei 100 m² Wohnfläche und Gasheizung:

  • Klasse A: ca. 400–600 €/Jahr
  • Klasse D: ca. 1.200–1.600 €/Jahr
  • Klasse H: ca. 2.500–4.000 €/Jahr

GEG-Pflichten für Käufer

Seit 2024 gilt das Gebäudeenergiegesetz (GEG) strenger: Bei Kauf eines alten Gebäudes können Sanierungspflichten bestehen — besonders die Dämmung der obersten Geschossdecke und Heizungsaustausch.

Tipp beim Kauf

Energieausweis-Klasse in Kaufpreisverhandlung einbeziehen! Klasse H bedeutet: Sanierungskosten einrechnen und Kaufpreis entsprechend drücken.