Bevor du eine Immobilie besichtigst — und erst recht bevor du ein Angebot machst — brauchst du eine Finanzierungsbestätigung deiner Bank. Makler und Verkäufer erwarten sie als Nachweis deiner Ernsthaftigkeit.
Was ist eine Finanzierungsbestätigung?
Die Finanzierungsbestätigung ist ein Schreiben der Bank, das bestätigt: Für diesen Kaufpreis und diese Immobilie können wir grundsätzlich eine Finanzierung bereitstellen. Sie ist kein verbindlicher Kreditvertrag, aber ein starkes Signal.
Warum ist sie so wichtig?
- Makler nehmen dich ernst
- Verkäufer bevorzugen finanzierungsgesicherte Käufer
- Du kennst dein Budget bevor du dich verliebst
- Verhandlungsposition stärker (kein Finanzierungsvorbehalt)
Was brauchst du für die Finanzierungsbestätigung?
- Letzte 3 Gehaltsabrechnungen
- Kontoauszüge letzte 3 Monate
- Eigenkapitalnachweis (Kontostand)
- Personalausweis
- Schufa-Selbstauskunft (Bank holt oft selbst an)
Wie lange gilt sie?
Typisch: 3–6 Monate. Danach müssen Einkommensnachweise aktualisiert werden. Bei konkretem Kauf wird dann ein vollständiger Kreditantrag gestellt.
Finanzierungsbestätigung ≠ Kreditvertrag
Die Bestätigung ist keine Garantie. Die Bank prüft noch einmal vollständig wenn das konkrete Objekt bekannt ist. Faktoren wie Gebäudealter, Lage und Zustand können Konditionen verändern.
Tipp: Parallel mehrere einholen
Du kannst Finanzierungsbestätigungen bei mehreren Banken anfragen. Eine Konditionsanfrage (nicht Kreditanfrage!) ist SCHUFA-neutral. So hast du eine Backup-Option wenn Bank A doch ablehnt.
Häufige Fragen
Was sind die wichtigsten Tipps zum Thema Finanzierungsbestätigung?
Beim Thema Finanzierungsbestätigung kommt es auf drei Kernpunkte an: Erstens ausreichend Eigenkapital einbringen (mindestens 20 % plus Nebenkosten). Zweitens mindestens 3–5 Angebote vergleichen — der Zinsunterschied kann 0,3–0,5 % betragen, was bei 250.000 € Kredit über 10 Jahre 7.500–12.500 € Ersparnis bedeutet. Drittens auf flexible Konditionen achten (Sondertilgung, Tilgungsanpassung).
Welche häufigen Fehler sollte ich vermeiden?
Die häufigsten Fehler: Nur die Hausbank anfragen ohne Vergleich. Die Kaufnebenkosten unterschätzen (7–12 % des Kaufpreises). Zu wenig Eigenkapital einbringen. Die monatliche Rate zu knapp kalkulieren ohne Puffer für Reparaturen und Einkommensausfälle. Zu kurze Zinsbindung wählen bei aktuell niedrigen Zinsen.
Wie berechne ich meine maximale Kreditrate?
Faustregel: Die monatliche Rate sollte nicht mehr als 35–40 % des Netto-Haushaltseinkommens betragen. Bei 3.500 € Netto wären das maximal ca. 1.400 €/Monat. Wichtig: Alle laufenden Kosten (Hausgeld, Versicherungen, Rücklagen 1–1,5 % des Immobilienwerts p.a.) einkalkulieren. Nutze einen Online-Rechner für deine persönliche Situation.
Welche Unterlagen brauche ich für einen Finanzierungsantrag?
Persönliche Unterlagen: Letzten 3 Gehaltsabrechnungen, aktueller Arbeitsvertrag, SCHUFA-Auskunft, Kontoauszüge (3 Monate). Für die Immobilie: Exposé, Grundriss, Grundbuchauszug, Energieausweis, Kaufvertragsentwurf. Bei Neubauten: Baubeschreibung, Lageplan, Kostenaufstellung. Je vollständiger, desto schneller die Zusage.
