Wie hoch ist die Maklerprovision?
Seit der Maklerreform 2020 gilt: Der Auftraggeber des Maklers zahlt mindestens die Hälfte der Gesamtprovision. Typisch:
- Gesamtcourtage: 5,95–7,14 % des Kaufpreises (inkl. MwSt)
- Käufer-Anteil: 2.975–3,57 %
- Bei 400.000 €: 11.900–14.280 € nur für den Käufer-Anteil
Weg 1: Direkt vom Eigentümer kaufen (provisionsfrei)
Wenn der Verkäufer ohne Makler verkauft, fällt keine Provision an. Wo findest du solche Angebote?
- eBay Kleinanzeigen (große Auswahl an Privatverkäufen)
- Immoscout-Filter: "Von Privat"
- Lokale Zeitungen (besonders ältere Verkäufer inserieren dort)
- Netzwerk: Familie, Kollegen, Nachbarn
- Direkt ansprechen: Brief an Haus schicken "Ich suche in dieser Straße..."
Weg 2: Provision verhandeln
Die Provision ist grundsätzlich verhandelbar — wenn auch selten Spielraum entsteht. Chancen bestehen:
- Wenn das Objekt schwer zu verkaufen ist (lange im Markt)
- Wenn du schnell entscheiden kannst (Wert für den Makler)
- Wenn du den Käufer selbst mitbringst (Makler hat wenig Arbeit)
Weg 3: Käufer-Makler beauftragen
Ein Käufer-Makler arbeitet ausschließlich für dich — sucht Objekte nach deinen Kriterien, verhandelt für dich, prüft Unterlagen. Seine Provision wird vom Käufer gezahlt — aber dafür hat er kein Interesse am Verkäufer.
In Deutschland noch wenig verbreitet — in den USA Standard (Buyer's Agent).
Weg 4: Beim Verkäufer klären wer den Makler beauftragt hat
Hat der Verkäufer den Makler beauftragt? Dann zahlt er mindestens die Hälfte — du als Käufer maximal die andere Hälfte. Frag explizit nach dem Auftraggeber-Verhältnis. Manchmal ist die Provision bereits vollständig vom Verkäufer zu tragen — und der Makler verlangt vom Käufer trotzdem.
Wann lohnt sich ein Makler trotzdem?
Trotz aller Spartipps: Ein guter Makler kann durch bessere Vermarktung und Preisverhandlung den Verkaufspreis um 3–8 % erhöhen — was seine Provision übertreffen kann. Und er übernimmt den kompletten Prozess. Für Verkäufer ist das oft sinnvoll.
Häufige Fragen
Was sind die wichtigsten Tipps zum Thema Maklerprovision sparen?
Beim Thema Maklerprovision sparen kommt es auf drei Kernpunkte an: Erstens ausreichend Eigenkapital einbringen (mindestens 20 % plus Nebenkosten). Zweitens mindestens 3–5 Angebote vergleichen — der Zinsunterschied kann 0,3–0,5 % betragen, was bei 250.000 € Kredit über 10 Jahre 7.500–12.500 € Ersparnis bedeutet. Drittens auf flexible Konditionen achten (Sondertilgung, Tilgungsanpassung).
Welche häufigen Fehler sollte ich vermeiden?
Die häufigsten Fehler: Nur die Hausbank anfragen ohne Vergleich. Die Kaufnebenkosten unterschätzen (7–12 % des Kaufpreises). Zu wenig Eigenkapital einbringen. Die monatliche Rate zu knapp kalkulieren ohne Puffer für Reparaturen und Einkommensausfälle. Zu kurze Zinsbindung wählen bei aktuell niedrigen Zinsen.
Wie berechne ich meine maximale Kreditrate?
Faustregel: Die monatliche Rate sollte nicht mehr als 35–40 % des Netto-Haushaltseinkommens betragen. Bei 3.500 € Netto wären das maximal ca. 1.400 €/Monat. Wichtig: Alle laufenden Kosten (Hausgeld, Versicherungen, Rücklagen 1–1,5 % des Immobilienwerts p.a.) einkalkulieren. Nutze einen Online-Rechner für deine persönliche Situation.
Welche Unterlagen brauche ich für einen Finanzierungsantrag?
Persönliche Unterlagen: Letzten 3 Gehaltsabrechnungen, aktueller Arbeitsvertrag, SCHUFA-Auskunft, Kontoauszüge (3 Monate). Für die Immobilie: Exposé, Grundriss, Grundbuchauszug, Energieausweis, Kaufvertragsentwurf. Bei Neubauten: Baubeschreibung, Lageplan, Kostenaufstellung. Je vollständiger, desto schneller die Zusage.
