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Beleihungsauslauf: Wie er deinen Zinssatz bestimmt

Der Beleihungsauslauf (Loan-to-Value) zeigt wie viel Prozent des — Einfach erklärt mit Formel, Rechenbeispiel und Praxistipps für Ihre Baufinanzierung 2026.

Stand: 2026-04-14 2 Min. Lesezeit
Beleihungsauslauf: Wie er deinen Zinssatz bestimmt
Das Wichtigste auf einen Blick
  • Mehr Eigenkapital einbringen: Jeder Euro EK senkt den Auslauf
  • Günstigeres Objekt kaufen: Niedrigerer Kaufpreis = niedrigerer Darlehensbedarf
  • Mietobjekt zum Eigennutz umwidmen: Manche Banken bewerten Selbstnutzung höher
  • Zweites Objekt als Sicherheit: Bestehendes Eigentum als Zusatzsicherheit einsetzen

Der Beleihungsauslauf ist der wichtigste Faktor für deine Bauzinsen — und trotzdem kennen ihn viele Käufer nicht. Wer ihn versteht, kann aktiv bessere Konditionen verhandeln.

Was ist der Beleihungsauslauf?

Der Beleihungsauslauf (auch: Loan-to-Value, LTV) beschreibt das Verhältnis von Darlehensbetrag zum Beleihungswert der Immobilie. Er wird in Prozent ausgedrückt.

Formel: Beleihungsauslauf = (Darlehensbetrag / Beleihungswert) × 100

Beleihungswert vs. Kaufpreis

Der Beleihungswert ist nicht gleich dem Kaufpreis! Banken berechnen ihn intern — meist 80–90 % des Marktwerts. Das ist der Wert, den die Bank bei einer Zwangsversteigerung realistisch erzielen würde.

Beispiel: Kaufpreis 400.000 €, Beleihungswert 340.000 € (85 %).

Wie der Beleihungsauslauf deine Zinsen beeinflusst

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BeleihungsauslaufRisikoklasseZinseinfluss
Bis 60 %Erstrangig / sehr niedrigBeste Konditionen
60–80 %NiedrigGute Konditionen
80–90 %MittelAufschlag 0,1–0,3 %
90–100 %ErhöhtAufschlag 0,3–0,6 %
Über 100 %HochOft abgelehnt oder sehr teuer

Konkrete Auswirkung auf Monatsrate

Darlehen 300.000 €, 20 Jahre Laufzeit. Beleihungsauslauf 60 % → 3,5 % Zins → Rate: 1.737 €. Beleihungsauslauf 90 % → 4,0 % Zins → Rate: 1.818 €. Unterschied: 81 €/Monat = 19.440 € über 20 Jahre.

Wie kannst du den Beleihungsauslauf senken?

  • Mehr Eigenkapital einbringen: Jeder Euro EK senkt den Auslauf
  • Günstigeres Objekt kaufen: Niedrigerer Kaufpreis = niedrigerer Darlehensbedarf
  • Mietobjekt zum Eigennutz umwidmen: Manche Banken bewerten Selbstnutzung höher
  • Zweites Objekt als Sicherheit: Bestehendes Eigentum als Zusatzsicherheit einsetzen

60 % Auslauf als magische Grenze

Viele Banken bieten bei 60 % Beleihungsauslauf ihre besten Konditionen an. Wenn du mit etwas mehr Eigenkapital diese Schwelle erreichst, kann das den Zinssatz signifikant senken. Durchrechnen lohnt sich!

Fazit

Der Beleihungsauslauf ist kein abstraktes Konzept — er kostet dich real Geld. Wer ihn kennt und aktiv steuert (mehr Eigenkapital, günstigere Lage, Zusatzsicherheiten), zahlt dauerhaft weniger Zinsen.

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Häufige Fragen

Was ist ein guter Beleihungsauslauf für eine Baufinanzierung?

Ein Beleihungsauslauf unter 60 % gilt als sehr gut und bringt die günstigsten Zinsen. Zwischen 60–80 % ist marktüblich und immer noch gut finanzierbar. Über 80 % verlangen die meisten Banken Risikoaufschläge. Über 90 % ist für viele Banken die Grenze — hier steigen Zinsen deutlich.

Wie berechne ich meinen Beleihungsauslauf?

Beleihungsauslauf = (Darlehensbetrag ÷ Beleihungswert) × 100. Beispiel: 240.000 € Darlehen ÷ 320.000 € Beleihungswert = 75 %. Wichtig: Der Beleihungswert liegt typischerweise 10–20 % unter dem Kaufpreis — die Bank wertet die Immobilie konservativer.

Wie kann ich meinen Beleihungsauslauf senken?

Mehr Eigenkapital einbringen ist der direkteste Weg. Auch eine höhere Eigenleistung beim Bau senkt den Beleihungsauslauf. Alternativ: Eine günstigere Immobilie kaufen oder die Laufzeit verkürzen durch höhere Tilgung senkt die Restschuld schneller.

Warum unterscheidet sich Beleihungswert vom Kaufpreis?

Der Beleihungswert ist der nachhaltig erzielbare Wert — also was die Bank bei einer Zwangsversteigerung im schlechtesten Fall erzielen würde. Banken bewerten Immobilien daher 10–20 % konservativer als den Marktwert. Das schützt die Bank vor Marktwertschwankungen.

TR
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Finanzanalyst & Kapitalanlage-Experte
Unabhängiger Finanzanalyst mit Fokus auf Immobilienkapitalanlage und Baufinanzierungsstrategien. Thomas analysiert Renditechancen, Eigenkapitalrenditen und Fremdfinanzierungsquoten für private Investoren. Über 300 veröffentlichte Ratgeber zu Bauzinsen, Kapitalanlage-Immobilien, Denkmalschutz-AfA und steueroptimierter Finanzierungsstruktur.
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