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Architekt beim Hausbau: Kosten, Leistungen und wann es sich lohnt

Ein Architekt kostet Geld — kann aber auch Geld sparen. Wann brauche ich Was beim Neubau finanziell anders ist — Bauzeitzinsen, Raten und Risiken erklärt.

Stand: 2024-11-14 3 Min. Lesezeit
Architekt beim Hausbau: Kosten, Leistungen und wann es sich lohnt
Das Wichtigste auf einen Blick
  • Vollständige Leistung (LPH 1–9): ca. 10–15 % der Baukosten
  • Nur Planung (LPH 1–5): ca. 5–7 % der Baukosten
  • Nur Bauleitung (LPH 8): ca. 3–4 % der Baukosten
  • Architektenhonorar: 48.000 €
Architekt beim Hausbau: Kosten, Leistungen und wann es sich lohnt

Wer ein Haus baut, muss entscheiden: Architekt oder Generalunternehmer? Ein Architekt bietet individuelle Planung und Bauleitung — aber er kostet Geld. Wie viel, und wann lohnt es sich wirklich?

Was macht ein Architekt beim Hausbau?

Architekten arbeiten nach der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI). Die Leistungen sind in 9 Leistungsphasen (LPH) gegliedert:

LPHLeistungAnteil am Honorar
1Grundlagenermittlung2 %
2Vorplanung (Entwurf)7 %
3Entwurfsplanung15 %
4Genehmigungsplanung3 %
5Ausführungsplanung25 %
6Vorbereitung der Vergabe10 %
7Mitwirkung bei Vergabe4 %
8Objektüberwachung (Bauleitung)32 %
9Objektbetreuung2 %

Viele Bauherren beauftragen nur einzelne Leistungsphasen — z.B. nur Planung (LPH 1–4) oder nur Bauleitung (LPH 8).

Was kostet ein Architekt?

Das Architektenhonorar richtet sich nach der HOAI und den anrechenbaren Baukosten. Als Faustregel:

  • Vollständige Leistung (LPH 1–9): ca. 10–15 % der Baukosten
  • Nur Planung (LPH 1–5): ca. 5–7 % der Baukosten
  • Nur Bauleitung (LPH 8): ca. 3–4 % der Baukosten

Beispielrechnung: Baukosten 400.000 €, Vollleistung (12 %)

  • Architektenhonorar: 48.000 €
  • Davon LPH 1–4 (Planung): ca. 13.000 €
  • Davon LPH 5–7 (Ausführung): ca. 15.500 €
  • Davon LPH 8–9 (Bauleitung): ca. 16.000–18.000 €

Architekt vs. Generalunternehmer: Was ist besser?

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KriteriumArchitektGeneralunternehmer
IndividualitätHoch — individueller EntwurfNiedrig — Standardhaus
KostenHöher, aber mehr KontrolleOft Festpreis, aber weniger Einfluss
RisikoBesser überwachtQualität schwerer kontrollierbar
ZeitaufwandMehr Abstimmung nötigSchlüsselfertig, weniger Aufwand
FlexibilitätHoch — Änderungen möglichNiedrig — Vertragsänderungen teuer

Wann lohnt sich ein Architekt?

Ein Architekt lohnt sich besonders wenn:

  • Sie ein individuelles Haus möchten (kein Standardgrundriss)
  • Das Grundstück besondere Herausforderungen hat (Hanglage, Altbestand)
  • Denkmalschutzauflagen bestehen
  • Sie selbst keine Zeit für Bauaufsicht haben
  • Das Budget größer ist (Qualitätskontrolle zahlt sich aus)

Worauf beim Architektenvertrag achten?

  • Leistungsphasen klar definieren: Was ist beauftragt, was nicht?
  • Haftung klären: Welche Mängel deckt die Architektenhaftpflicht ab?
  • Honorar vereinbaren: HOAI-Mindestsätze sind Untergrenze
  • Bauzeitgarantie: Gibt es Pönalen bei Verzug?
  • Referenzen: Vergleichbare Objekte besichtigen

Checkliste Architektenauswahl

  • ☑ Mindestens 3 Architekten kennenlernen
  • ☑ Portfolio und Referenzprojekte prüfen
  • ☑ HOAI-Honorar vergleichen und besprechen
  • ☑ Leistungsumfang klar im Vertrag festhalten
  • ☑ Kommunikationsstil passt zum eigenen?

Fazit

Ein Architekt kostet ca. 10–15 % der Baukosten — kann aber Fehler vermeiden, die deutlich teurer wären. Wer individuell bauen und Qualität kontrollieren möchte, ist mit einem guten Architekten besser aufgestellt als mit einem Generalunternehmer, der nur das Minimum liefert.

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Häufige Fragen

Was sind die wichtigsten Tipps zum Thema Architekt beim Hausbau?

Beim Thema Architekt beim Hausbau kommt es auf drei Kernpunkte an: Erstens ausreichend Eigenkapital einbringen (mindestens 20 % plus Nebenkosten). Zweitens mindestens 3–5 Angebote vergleichen — der Zinsunterschied kann 0,3–0,5 % betragen, was bei 250.000 € Kredit über 10 Jahre 7.500–12.500 € Ersparnis bedeutet. Drittens auf flexible Konditionen achten (Sondertilgung, Tilgungsanpassung).

Welche häufigen Fehler sollte ich vermeiden?

Die häufigsten Fehler: Nur die Hausbank anfragen ohne Vergleich. Die Kaufnebenkosten unterschätzen (7–12 % des Kaufpreises). Zu wenig Eigenkapital einbringen. Die monatliche Rate zu knapp kalkulieren ohne Puffer für Reparaturen und Einkommensausfälle. Zu kurze Zinsbindung wählen bei aktuell niedrigen Zinsen.

Wie berechne ich meine maximale Kreditrate?

Faustregel: Die monatliche Rate sollte nicht mehr als 35–40 % des Netto-Haushaltseinkommens betragen. Bei 3.500 € Netto wären das maximal ca. 1.400 €/Monat. Wichtig: Alle laufenden Kosten (Hausgeld, Versicherungen, Rücklagen 1–1,5 % des Immobilienwerts p.a.) einkalkulieren. Nutze einen Online-Rechner für deine persönliche Situation.

Welche Unterlagen brauche ich für einen Finanzierungsantrag?

Persönliche Unterlagen: Letzten 3 Gehaltsabrechnungen, aktueller Arbeitsvertrag, SCHUFA-Auskunft, Kontoauszüge (3 Monate). Für die Immobilie: Exposé, Grundriss, Grundbuchauszug, Energieausweis, Kaufvertragsentwurf. Bei Neubauten: Baubeschreibung, Lageplan, Kostenaufstellung. Je vollständiger, desto schneller die Zusage.

TR
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Unabhängiger Finanzanalyst mit Fokus auf Immobilienkapitalanlage und Baufinanzierungsstrategien. Thomas analysiert Renditechancen, Eigenkapitalrenditen und Fremdfinanzierungsquoten für private Investoren. Über 300 veröffentlichte Ratgeber zu Bauzinsen, Kapitalanlage-Immobilien, Denkmalschutz-AfA und steueroptimierter Finanzierungsstruktur.
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