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Hausgeld: Was steckt dahinter und wieviel ist normal?

Beim Wohnungskauf kommt zum Kredit das Hausgeld hinzu. — Einfach erklärt mit Formel, Rechenbeispiel und Praxistipps für Ihre Baufinanzierung 2026.

Stand: 2024-06-18 3 Min. Lesezeit
Hausgeld: Was steckt dahinter und wieviel ist normal?
Das Wichtigste auf einen Blick
  • Umlagefähige Kosten (Bewirtschaftungskosten): Diese kannst du als Vermieter auf Mieter umlegen: Heizkosten und Warmwas
  • Gebäudeversicherung
  • Grundsteuer (über Nebenkosten)
  • Gartenpflege, Hausmeister, Treppenhausreinigung

Was ist Hausgeld?

Hausgeld ist der monatliche Beitrag, den Eigentümer einer Eigentumswohnung an die Eigentümergemeinschaft (WEG) zahlen. Es deckt die laufenden Kosten des gemeinschaftlichen Eigentums — also alles, was das gesamte Gebäude betrifft, nicht nur deine Wohnung.

Anders als die Miete beim Mieter ist das Hausgeld nicht verhandelbar — es wird durch den Wirtschaftsplan der WEG beschlossen.

Was ist im Hausgeld enthalten?

Das Hausgeld besteht aus zwei Teilen:

  1. Umlagefähige Kosten (Bewirtschaftungskosten): Diese kannst du als Vermieter auf Mieter umlegen:
    • Heizkosten und Warmwasser (Gebäude)
    • Gebäudeversicherung
    • Grundsteuer (über Nebenkosten)
    • Gartenpflege, Hausmeister, Treppenhausreinigung
    • Müllabfuhr, Straßenreinigung
    • Aufzugswartung
  2. Instandhaltungsrücklage (nicht umlagefähig!): Ein Anteil wird in eine Rücklage für große Reparaturen einbezahlt — Dachsanierung, Fassadenanstrich, Heizungstausch. Diese kannst du NICHT auf Mieter umlegen.

Wie hoch ist das Hausgeld?

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Typische Spannen für Eigentumswohnungen in Deutschland:

GebäudetypHausgeld je m² und MonatFür 70 m²
Einfaches Wohngebäude (alt)2,50–3,50 €/m²175–245 €/Monat
Normales Mehrfamilienhaus3,00–4,50 €/m²210–315 €/Monat
Modernes Gebäude mit Aufzug4,00–6,00 €/m²280–420 €/Monat
Luxus-Neubau, Concierge, Tiefgarage6,00–10,00 €/m²420–700 €/Monat

Was muss ich vor dem Kauf prüfen?

Das Hausgeld sollte unbedingt vor dem Kauf geprüft werden:

  1. Wirtschaftsplan anfordern: Lass dir den aktuellen Wirtschaftsplan zeigen — das sind die beschlossenen Kosten für das laufende Jahr
  2. Rücklagenstand prüfen: Wie hoch ist die Instandhaltungsrücklage? Niedrige Rücklage = Nachzahlungsgefahr
  3. Protokolle der letzten Eigentümerversammlungen: Welche Beschlüsse wurden gefasst? Anstehende Sanierungen?
  4. Sonderumlagen in der Vergangenheit: Wurden die Eigentümer in letzter Zeit zu Sonderzahlungen herangezogen?

Hausgeld beim Finanzierungsplan einrechnen

Banken rechnen das Hausgeld in deine monatliche Belastung ein. Es gehört zur Gesamtbelastung neben der Kreditrate. Beispiel: 1.400 € Kreditrate + 300 € Hausgeld = 1.700 € monatlich. Die Bank prüft, ob das in dein Budget passt.

Warnung: Ein sehr niedriges Hausgeld (unter 2 €/m²) klingt gut — ist aber oft ein Zeichen für eine zu geringe Instandhaltungsrücklage. Dann drohen Sonderumlagen für große Reparaturen. Lieber 3,50 € mit solider Rücklage als 1,80 € mit leerer Kasse.
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Häufige Fragen

Was bedeutet Hausgeld konkret für meine Baufinanzierung?

Das Thema Hausgeld ist ein wichtiger Bestandteil jeder Baufinanzierung. Es beeinflusst direkt die Gesamtkosten und die monatliche Belastung. Wer diesen Begriff versteht, kann Angebote besser vergleichen und gezielter verhandeln — sowohl mit der Hausbank als auch mit unabhängigen Vermittlern.

Wie wirkt sich das auf meine monatliche Rate aus?

Die monatliche Rate setzt sich aus Zins- und Tilgungsanteil zusammen. Jede Änderung der Rahmenbedingungen — sei es der Zinssatz, der Tilgungssatz oder Sonderkonditionen — hat direkten Einfluss auf die Rate. Nutze einen Online-Rechner um verschiedene Szenarien zu simulieren bevor du einen Vertrag unterschreibst.

Welche Fehler machen Käufer dabei am häufigsten?

Der häufigste Fehler ist, nur auf den Sollzins zu schauen statt auf den Effektivzins und die Gesamtkosten. Außerdem unterschätzen viele die Kaufnebenkosten (7–12 % des Kaufpreises) und planen zu wenig Puffer für unvorhergesehene Ausgaben. Ein unabhängiger Finanzberater hilft, alle Faktoren richtig zu gewichten.

Wie finde ich die besten Konditionen?

Mindestens 3–5 Angebote vergleichen: Hausbank, Volksbank/Sparkasse und mindestens zwei unabhängige Vermittler (Interhyp, Dr. Klein). Der Zinsunterschied kann 0,3–0,6 % betragen — bei 250.000 € Kredit über 10 Jahre sind das 7.500–15.000 € echte Ersparnis. Lass dich nicht unter Zeitdruck setzen.

SM
Artikel von
Zert. Finanzberaterin (IHK)
Baufinanzierungs-Expertin
Zertifizierte Finanzberaterin (IHK) mit 12 Jahren Erfahrung in der Baufinanzierungsberatung. Sandra begleitet Erst- und Wiederholungskäufer von der Bonitätsprüfung über die Zinsbindungswahl bis zur Anschlussfinanzierung. Schwerpunkte: Annuitätendarlehen, Tilgungsstrategien, KfW-Förderprogramme und Finanzierungsstrukturierung für Eigennutzer.
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