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Kaufvertrag beim Hauskauf: 10 Dinge, die Sie prüfen müssen

Kaufvertrag beim Hauskauf: 10 Dinge, die Sie prüfen müssen — alles Wichtige erklärt mit Rechenbeispielen und aktuellen Daten.

Stand: 2024-11-28 3 Min. Lesezeit
Kaufvertrag beim Hauskauf: 10 Dinge, die Sie prüfen müssen
Das Wichtigste auf einen Blick
  • Abteilung I: Eigentümer (Verkäufer korrekt eingetragen?)
  • Abteilung II: Lasten (Wegerecht, Nießbrauch, Vorkaufsrecht der Gemeinde?)
  • Abteilung III: Grundschulden/Hypotheken (werden zur Übergabe gelöscht?)
  • ☑ Kaufvertragsentwurf mindestens 14 Tage vorab erhalten
Kaufvertrag beim Hauskauf: 10 Dinge, die Sie prüfen müssen

Der Kaufvertrag beim Hauskauf ist bindend — und schwer rückgängig zu machen. Diese 10 Punkte sollten Sie vor dem Notartermin sorgfältig geprüft haben.

1. Kaufpreis und Zahlungsmodalitäten

Kaufpreis im Vertrag korrekt? Wann ist er fällig? Üblich: Kaufpreis wird erst nach Eintragung der Auflassungsvormerkung und Genehmigung durch das Finanzamt (§ 22 GrEStG) fällig. Nie vorher zahlen!

2. Genaue Objektbeschreibung

Grundbuchnummer, Flurnummer, Flurstück — alles mit dem tatsächlichen Grundbuchauszug abgleichen. Wohnfläche, Grundstücksgröße prüfen. Stimmt die beschriebene Immobilie mit dem überein, was besichtigt wurde?

3. Mitverkaufte Gegenstände (Inventarliste)

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Was ist mitverkauft? Küche, Einbauschränke, Sauna? Im Vertrag exakt auflistet. Achtung: Inventar, das separat bewertet wird, senkt die Grunderwerbsteuer — muss aber realistisch bewertet sein.

4. Mängel und Gewährleistungsausschluss

Kaufverträge enthalten meist einen Gewährleistungsausschluss ("wie gesehen"). Arglistig verschwiegene Mängel sind trotzdem haftungspflichtig. Welche bekannten Mängel sind im Vertrag angegeben? Fehlende Angaben = Haftungsrisiko für Verkäufer.

5. Übergabetermin und Bedingungen

Wann wird die Immobilie übergeben? Bei Zahlung des Kaufpreises oder anders? Übergabe erst wenn Kaufpreis vollständig eingegangen — nie vorher die Schlüssel übergeben lassen!

6. Lasten und Beschränkungen (Grundbuch)

Grundbuchauszug sorgfältig lesen:

  • Abteilung I: Eigentümer (Verkäufer korrekt eingetragen?)
  • Abteilung II: Lasten (Wegerecht, Nießbrauch, Vorkaufsrecht der Gemeinde?)
  • Abteilung III: Grundschulden/Hypotheken (werden zur Übergabe gelöscht?)

7. Erschließung und Nebenkosten

Sind alle Erschließungsbeiträge bezahlt? Ausstehende Erschließungsbeiträge können nach dem Kauf den neuen Eigentümer treffen! Im Vertrag klar regeln, wer offene Beiträge trägt.

8. Rücktrittsrechte

Unter welchen Bedingungen kann zurückgetreten werden? Übliche Klauseln: Finanzierungsvorbehalt (Käufer tritt zurück wenn Kredit nicht bewilligt wird). Ohne solche Klausel: kein Rücktritt ohne erheblichen Schadensersatz.

9. Auflassung und Eigentumsübergang

Die Auflassung (Eigentumsvormerkung) wird im Vertrag erklärt — damit ist der Kaufabschluss bindend. Der echte Eigentümerwechsel findet mit der Grundbuchumschreibung statt (nach Zahlung, Grunderwerbsteuer etc.).

10. Nebenabsprachen schriftlich

Alle Vereinbarungen gehören in den notariellen Vertrag. Mündliche Zusagen des Verkäufers ("Wir lassen noch Küche drin") sind wertlos. Alles schriftlich — der Notar muss es beurkunden.

Checkliste Kaufvertrag

  • ☑ Kaufvertragsentwurf mindestens 14 Tage vorab erhalten
  • ☑ Kaufpreis und Fälligkeit korrekt
  • ☑ Grundbuchauszug geprüft (alle 3 Abteilungen)
  • ☑ Bekannte Mängel im Vertrag aufgelistet
  • ☑ Übergabedatum und Bedingungen festgelegt
  • ☑ Erschließungsbeiträge geregelt
  • ☑ Finanzierungsvorbehalt eingebaut?
  • ☑ Alle Nebenabsprachen schriftlich

Fazit

Ein Kaufvertrag ist kein Formular — er ist ein individuelles Rechtsdokument. Wer nicht sicher ist, sollte einen Rechtsanwalt oder unabhängigen Notar hinzuziehen. Die Kosten (500–1.500 €) sind minimal verglichen mit dem Risiko eines fehlerhaften Vertrags.

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Häufige Fragen

Was sind die wichtigsten Tipps zum Thema Kaufvertrag beim Hauskauf?

Beim Thema Kaufvertrag beim Hauskauf kommt es auf drei Kernpunkte an: Erstens ausreichend Eigenkapital einbringen (mindestens 20 % plus Nebenkosten). Zweitens mindestens 3–5 Angebote vergleichen — der Zinsunterschied kann 0,3–0,5 % betragen, was bei 250.000 € Kredit über 10 Jahre 7.500–12.500 € Ersparnis bedeutet. Drittens auf flexible Konditionen achten (Sondertilgung, Tilgungsanpassung).

Welche häufigen Fehler sollte ich vermeiden?

Die häufigsten Fehler: Nur die Hausbank anfragen ohne Vergleich. Die Kaufnebenkosten unterschätzen (7–12 % des Kaufpreises). Zu wenig Eigenkapital einbringen. Die monatliche Rate zu knapp kalkulieren ohne Puffer für Reparaturen und Einkommensausfälle. Zu kurze Zinsbindung wählen bei aktuell niedrigen Zinsen.

Wie berechne ich meine maximale Kreditrate?

Faustregel: Die monatliche Rate sollte nicht mehr als 35–40 % des Netto-Haushaltseinkommens betragen. Bei 3.500 € Netto wären das maximal ca. 1.400 €/Monat. Wichtig: Alle laufenden Kosten (Hausgeld, Versicherungen, Rücklagen 1–1,5 % des Immobilienwerts p.a.) einkalkulieren. Nutze einen Online-Rechner für deine persönliche Situation.

Welche Unterlagen brauche ich für einen Finanzierungsantrag?

Persönliche Unterlagen: Letzten 3 Gehaltsabrechnungen, aktueller Arbeitsvertrag, SCHUFA-Auskunft, Kontoauszüge (3 Monate). Für die Immobilie: Exposé, Grundriss, Grundbuchauszug, Energieausweis, Kaufvertragsentwurf. Bei Neubauten: Baubeschreibung, Lageplan, Kostenaufstellung. Je vollständiger, desto schneller die Zusage.

SM
Artikel von
Zert. Finanzberaterin (IHK)
Baufinanzierungs-Expertin
Zertifizierte Finanzberaterin (IHK) mit 12 Jahren Erfahrung in der Baufinanzierungsberatung. Sandra begleitet Erst- und Wiederholungskäufer von der Bonitätsprüfung über die Zinsbindungswahl bis zur Anschlussfinanzierung. Schwerpunkte: Annuitätendarlehen, Tilgungsstrategien, KfW-Förderprogramme und Finanzierungsstrukturierung für Eigennutzer.
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