Die Grundfrage: Was gibt mir mehr Sicherheit im Alter?
Das Eigenheim gilt als Altersvorsorge par excellence — aber ist es wirklich immer besser als mieten und das Kapital anderweitig anzulegen? Beide Wege haben Vor- und Nachteile. Wir vergleichen beide Szenarien über 30 Jahre.
Szenario A: Eigenheim kaufen
Du kaufst mit 35 Jahren für 350.000 € (80.000 € EK, 270.000 € Kredit). Nach 30 Jahren mit 65 bist du schuldenfrei.
- Monatliche Rate: ca. 1.250 € (3,8 %, 2 % Tilgung)
- Nebenkosten (Instandhaltung, Grundsteuer): ca. 350 €/Monat
- Gesamtaufwand: 1.600 €/Monat
- Im Rentenalter: Wohnkosten auf 350 € (nur Nebenkosten) gesunken
- Immobilienwert nach 30 Jahren (2 % p.a. Wertzuwachs): ca. 635.000 €
Szenario B: Mieten + Investieren
Du mietest für 1.100 €/Monat und investierst die Differenz (500 €/Monat) in ETFs (6 % p.a.).
- Mietkosten + NK: ca. 1.350 €/Monat
- Investition: 500 €/Monat × 30 Jahre × 6 % p.a.
- Depot nach 30 Jahren: ca. 503.000 € (Zinseszins)
- Plus gesparte Nebenkosten/Instandhaltung (Eigenheim): Nicht vorhanden
- Im Rentenalter: Miete weiterhin fällig (steigt mit Inflation)
Was die Zahlen zeigen
| Eigenheim | Mieten + ETF | |
|---|---|---|
| Vermögen nach 30 J. | 635.000 € (Haus) | 503.000 € (Depot) |
| Monatliche Wohnkosten im Alter | 350 € (Nebenkosten) | 1.300+ € (Miete steigt) |
| Flexibilität | Gering | Hoch |
| Risiko | Klumpenrisiko Immobilie | Marktrisiko Depot |
Was wirklich entscheidet: Deine Lebensplanung
Die Zahlen favorisieren oft das Eigenheim — aber sie hängen stark von Annahmen ab (Immobilienwertzuwachs, Mietsteigerung, Kapitalmarktrendite). Was wirklich entscheidet:
- Willst du im Alter mietfrei wohnen? → Eigenheim
- Brauchst du Flexibilität (Umzug, Pflege)? → Mieten
- Kannst du diszipliniert sparen ohne Haus? → ETF-Depot möglich
- Hast du eine Familie und brauchst Stabilität? → Eigenheim
Häufige Fragen
Was sind die wichtigsten Tipps zum Thema Im Alter?
Beim Thema Im Alter kommt es auf drei Kernpunkte an: Erstens ausreichend Eigenkapital einbringen (mindestens 20 % plus Nebenkosten). Zweitens mindestens 3–5 Angebote vergleichen — der Zinsunterschied kann 0,3–0,5 % betragen, was bei 250.000 € Kredit über 10 Jahre 7.500–12.500 € Ersparnis bedeutet. Drittens auf flexible Konditionen achten (Sondertilgung, Tilgungsanpassung).
Welche häufigen Fehler sollte ich vermeiden?
Die häufigsten Fehler: Nur die Hausbank anfragen ohne Vergleich. Die Kaufnebenkosten unterschätzen (7–12 % des Kaufpreises). Zu wenig Eigenkapital einbringen. Die monatliche Rate zu knapp kalkulieren ohne Puffer für Reparaturen und Einkommensausfälle. Zu kurze Zinsbindung wählen bei aktuell niedrigen Zinsen.
Wie berechne ich meine maximale Kreditrate?
Faustregel: Die monatliche Rate sollte nicht mehr als 35–40 % des Netto-Haushaltseinkommens betragen. Bei 3.500 € Netto wären das maximal ca. 1.400 €/Monat. Wichtig: Alle laufenden Kosten (Hausgeld, Versicherungen, Rücklagen 1–1,5 % des Immobilienwerts p.a.) einkalkulieren. Nutze einen Online-Rechner für deine persönliche Situation.
Welche Unterlagen brauche ich für einen Finanzierungsantrag?
Persönliche Unterlagen: Letzten 3 Gehaltsabrechnungen, aktueller Arbeitsvertrag, SCHUFA-Auskunft, Kontoauszüge (3 Monate). Für die Immobilie: Exposé, Grundriss, Grundbuchauszug, Energieausweis, Kaufvertragsentwurf. Bei Neubauten: Baubeschreibung, Lageplan, Kostenaufstellung. Je vollständiger, desto schneller die Zusage.
