Anschlussfinanzierung: Was du jetzt wissen musst
Wenn die Zinsbindung ausläuft, verhandeln oder wechseln? Wie du mit der Bank über deine Restschuld und neue Konditionen verhandelst.
Wenn die Zinsbindung deines Baudarlehens ausläuft, musst du die verbliebene Restschuld neu finanzieren — das ist die Anschlussfinanzierung. Wer hier nicht vergleicht und verhandelt, zahlt oft tausende Euro zu viel.
Wann solltest du dich um die Anschlussfinanzierung kümmern?
- 12–18 Monate vor Ablauf: Erste Angebote einholen und vergleichen
- 6 Monate vor Ablauf: Entscheidung treffen und Vertrag unterzeichnen
- Bereits 5 Jahre vor Ablauf: Forward-Darlehen möglich — Zinssicherung für die Zukunft
Optionen bei der Anschlussfinanzierung
- Prolongation (bei der alten Bank): Einfach, aber selten die günstigste Option
- Umschuldung (zu neuer Bank): Notarkosten fallen an, aber oft deutlich günstigere Zinsen
- Forward-Darlehen: Zinssicherung jetzt für die Anschlussfinanzierung in 1–5 Jahren — kleiner Zinsaufschlag, aber Planungssicherheit
Wie viel kann ich bei der Anschlussfinanzierung sparen?
Der Unterschied zwischen Prolongation bei der alten Bank und dem Marktbesten kann 0,3–0,8 % betragen. Bei 200.000 € Restschuld und 10 Jahren neuer Zinsbindung entspricht das 6.000–16.000 € Ersparnis — allein durch einen einfachen Bankwechsel.
Fazit: Vergleich zahlt sich aus
Fang rechtzeitig an, hol dir mehrere Angebote — und scheue nicht davor, die Bank zu wechseln. Die Umschuldungskosten sind in der Regel nach wenigen Monaten gespart.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die Restschuld nach 10 Jahren typischerweise?
Bei 2 % Anfangstilgung und einem Zinssatz von 3,5 % auf 300.000 € beträgt die Restschuld nach 10 Jahren noch ca. 247.000 € — also etwa 82 % des ursprünglichen Darlehens. Bei 3 % Anfangstilgung sinkt sie auf ca. 237.000 €. Je höher die Tilgung, desto geringer die Restschuld.
Wie berechne ich die Restschuld für meine Anschlussfinanzierung?
Du kannst deinen aktuellen Tilgungsplan bei der Bank anfordern — dort steht die Restschuld zum Ende jeder Zinsbindungsperiode. Alternativ: Online-Rechner mit Kreditbetrag, Zinssatz und Tilgungsrate für den jeweiligen Zeitraum berechnen lassen.
Was passiert wenn ich die Restschuld nicht refinanzieren kann?
Bei Anschlussfinanzierungsproblemen: Erstens eine Prolongation bei der Hausbank anfragen (schnell, aber nicht immer günstig). Zweitens frühzeitig (12–18 Monate vorher) Vergleiche einholen. Drittens bei Zahlungsproblemen sofort die Bank kontaktieren — Stundung oder Ratenanpassung sind oft möglich.
Sollte ich vor Ende der Zinsbindung Sondertilgungen leisten um die Restschuld zu senken?
Ja, das ist fast immer sinnvoll. Jeder Euro Sondertilgung vor dem Zinsbindungsende reduziert die Restschuld und damit die Basis für die Anschlussfinanzierung. Besonders vor einem möglichen Zinsanstieg lohnt es sich, die Restschuld so weit wie möglich zu senken.
