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Finanzierung

Tilgungsdarlehen vs. Annuitätendarlehen: Was passt besser?

Zwei Hauptformen der Baufinanzierung, zwei verschiedene Logiken. Wann ist das Annuitätendarlehen besser, wann das Tilgungsdarlehen? Ein ehrlicher Vergleich.

Stand: 2026-04-14 2 Min. Lesezeit
Tilgungsdarlehen vs. Annuitätendarlehen: Was passt besser?
Das Wichtigste auf einen Blick
  • Du festes Budget brauchst und Planbarkeit wichtig ist
  • Du unsicher bist, wie dein Einkommen sich entwickelt
  • Du eine Haushaltskalkulation machen möchtest
  • Du heute viel verdienst und später weniger willst zahlen
Tilgungsdarlehen vs. Annuitätendarlehen: Was passt besser?

Wenn du eine Immobilie finanzierst, wirst du unweigerlich auf zwei Begriffe stoßen: Annuitätendarlehen und Tilgungsdarlehen. Beide sind Kredite — aber sie funktionieren grundlegend anders. Hier kommt der klare Vergleich.

Das Annuitätendarlehen: Die Standard-Baufinanzierung

Das Annuitätendarlehen ist in Deutschland das am häufigsten genutzte Modell für die Baufinanzierung. Die monatliche Rate — die Annuität — bleibt über die gesamte Zinsbindungszeit konstant.

Zusammensetzung der Rate: Zinsen + Tilgung. Am Anfang überwiegt der Zinsanteil, mit der Zeit wächst der Tilgungsanteil — weil die Restschuld sinkt.

Das Tilgungsdarlehen: Konstante Tilgung, sinkende Rate

Praxis-Tipp: Mindestens 3 unabhängige Angebote einholen — Hausbank + 2 Vergleichsrechner. Zinsunterschiede von 0,5 % bei 280.000 € Kredit ergeben 14.000 € Mehrkosten über 10 Jahre. Sondertilgungsrecht (min. 5 %) im Vertrag festhalten — kostet wenige Basispunkte, schafft Flexibilität.
Monatsrate Baufinanzierung

Beim Tilgungsdarlehen bleibt die Tilgungsrate konstant. Da die Restschuld sinkt, wird auch der Zinsanteil kleiner — die monatliche Belastung nimmt also über Zeit ab.

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MerkmalAnnuitätendarlehenTilgungsdarlehen
Monatliche RateKonstantSinkend
PlanungssicherheitSehr hochMittel (Rate schwankt)
Zinsbelastung gesamtEtwas höherEtwas niedriger
AnfangsrateNiedrigerHöher
VerbreitungSehr verbreitetSeltener

Rechenbeispiel (300.000 €, 3,5 % Zinsen, 2 % Tilgung)

Annuitätendarlehen: Monatliche Rate ca. 1.375 € (konstant) über gesamte Laufzeit.

Tilgungsdarlehen: Startrate ca. 1.625 €, sinkend auf ca. 500 € gegen Ende — gesamte Laufzeit kürzer.

Wann welches Modell wählen?

Annuitätendarlehen wenn:

  • Du festes Budget brauchst und Planbarkeit wichtig ist
  • Du unsicher bist, wie dein Einkommen sich entwickelt
  • Du eine Haushaltskalkulation machen möchtest

Tilgungsdarlehen wenn:

  • Du heute viel verdienst und später weniger willst zahlen
  • Du die Restschuld schneller reduzieren willst
  • Du hohe Sondertilgungen planst

Fazit

Für die meisten Käufer ist das Annuitätendarlehen die richtige Wahl — wegen seiner Planbarkeit und Verbreitung. Das Tilgungsdarlehen lohnt sich vor allem für erfahrene Finanzierungsprofis mit hohem Anfangseinkommen.

Tilgungsplan — Rechenbeispiel

TilgungssatzLaufzeit bei 3,3 % ZinsMonatliche Rate (300.000 €)Gesamtzinsen
1,0 % p.a.~44 Jahreca. 1.075 €ca. 165.000 €
1,5 % p.a.~35 Jahreca. 1.200 €ca. 130.000 €
2,0 % p.a.~28 Jahreca. 1.325 €ca. 105.000 €
3,0 % p.a.~20 Jahreca. 1.575 €ca. 75.000 €
4,0 % p.a.~15 Jahreca. 1.825 €ca. 55.000 €

Fazit: Wer von 1 % auf 2 % Tilgung erhöht, zahlt 60.000 € weniger Zinsen und ist 16 Jahre früher schuldenfrei — für 250 € mehr im Monat.

Häufige Fragen zur Tilgung

Was muss ich bei Tilgungsdarlehen Annuitaetendarlehen besonders beachten?

Wichtig bei Tilgungsdarlehen Annuitaetendarlehen: Immer mehrere Angebote vergleichen (mind. 3), vollständige Unterlagen bereitstellen (Gehaltsabrechnungen, Steuerbescheide, SCHUFA-Auskunft), Kaufnebenkosten einplanen (10–13 % des Kaufpreises), und ausreichend Eigenkapital sicherstellen. Ein unabhängiger Finanzberater kann die Entscheidung erheblich verbessern.

Welche Fehler sollte ich bei der Baufinanzierung vermeiden?

5 häufige Fehler: 1. Nur bei der Hausbank anfragen (oft teurer). 2. Kaufnebenkosten vergessen (10–13 %!). 3. Tilgung zu niedrig (unter 2 % = 40+ Jahre Laufzeit). 4. Kein Sondertilgungsrecht vereinbart. 5. Keine Liquiditätsreserve gehalten. Ein Vergleich über Interhyp oder Dr. Klein kostet nichts und bringt oft 0,3–0,5 % Zinsvorteil.

Wie lange dauert die Baufinanzierung?

Von vollständigen Unterlagen bis Kreditzusage: 3–10 Werktage (Online-Banken), 1–3 Wochen (Filialbanken). Auszahlung: nach Notartermin und Grundbuch-Auflassungsvormerkung (weitere 2–4 Wochen). Gesamt von Entscheidung bis Schlüsselübergabe: typisch 3–6 Monate.

Welche Unterlagen brauche ich für die Baufinanzierung?

Standardunterlagen: letzten 3 Gehaltsabrechnungen, letzter Steuerbescheid, Kontoauszüge (3 Monate), SCHUFA-Selbstauskunft, Exposé und Grundrisse des Objekts, Grundbuchauszug, Energieausweis. Bei Vermietung: bestehende Mietverträge. Bei Selbständigen: Steuerbescheide 3 Jahre + BWA.

Redaktion finanzierung.one
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