Ohne Wohngebäudeversicherung kein Bankdarlehen — so lautet die Regel bei fast allen Immobilienfinanzierungen. Aber was deckt sie wirklich ab? Und worauf musst du beim Vergleich achten?
Was ist die Wohngebäudeversicherung?
Die Wohngebäudeversicherung (WGV) schützt das Gebäude — also Mauern, Dach, Leitungen und fest eingebaute Anlagen — gegen Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel. Sie ist eine der wichtigsten Absicherungen für Hauseigentümer.
Was ist versichert? Was nicht?
| Versichert (Standard) | Nicht versichert (Standard) |
|---|---|
| Feuerschäden (Brand, Blitz, Explosion) | Hausrat und Möbel |
| Leitungswasserschäden | Elementarschäden (Flut, Erdbeben) |
| Sturm ab Windstärke 8 | Schäden durch Grundwasser |
| Hagelschäden | Bagatellschäden unter Selbstbehalt |
| Frost- und Rohrschäden | Vorsätzliche Schäden |
Elementarschadenversicherung: Wichtige Ergänzung
Elementarschäden (Überschwemmung, Starkregen, Erdrutsch, Erdbeben) sind in der Standard-WGV NICHT enthalten. Angesichts zunehmender Extremwetterereignisse wird diese Zusatzdeckung dringend empfohlen. Sie kostet je nach Risikolage 50–300 €/Jahr extra.
Wie wird die Prämie berechnet?
- Wohnfläche: Größeres Haus = höhere Prämie
- Baujahr: Ältere Häuser = teurer
- Bauweise: Massiv vs. Holzständer
- Lage: Hochwassergefährdete Zonen teurer
- Selbstbehalt: Höherer Selbstbehalt = niedrigere Prämie
Versicherungswert: Vorsicht vor Unterversicherung
Die Versicherungssumme muss dem Wiederherstellungswert des Gebäudes entsprechen — nicht dem Kaufpreis oder Marktwert. Wer zu niedrig versichert, erhält im Schadensfall nur anteiligen Ersatz. Jährliche Anpassung an Baukostenindex wichtig!
Checkliste beim Abschluss
- Wiederherstellungswert korrekt ermitteln lassen
- Elementarschadenklausel mitversichern
- Glasbruch prüfen (oft Zusatz)
- Photovoltaikanlage separat versichern (falls vorhanden)
- Mehrere Angebote vergleichen — Preisunterschiede bis 50 % möglich
Fazit
Die Wohngebäudeversicherung ist Pflicht — und sollte richtig gemacht werden. Elementarschäden nicht vergessen, Versicherungssumme regelmäßig anpassen und jährlich vergleichen. Günstigste Prämie ist nicht immer das beste Angebot — Leistungsumfang zählt.
Häufige Fragen
Was sind die wichtigsten Tipps zum Thema Wohngebäudeversicherung?
Beim Thema Wohngebäudeversicherung kommt es auf drei Kernpunkte an: Erstens ausreichend Eigenkapital einbringen (mindestens 20 % plus Nebenkosten). Zweitens mindestens 3–5 Angebote vergleichen — der Zinsunterschied kann 0,3–0,5 % betragen, was bei 250.000 € Kredit über 10 Jahre 7.500–12.500 € Ersparnis bedeutet. Drittens auf flexible Konditionen achten (Sondertilgung, Tilgungsanpassung).
Welche häufigen Fehler sollte ich vermeiden?
Die häufigsten Fehler: Nur die Hausbank anfragen ohne Vergleich. Die Kaufnebenkosten unterschätzen (7–12 % des Kaufpreises). Zu wenig Eigenkapital einbringen. Die monatliche Rate zu knapp kalkulieren ohne Puffer für Reparaturen und Einkommensausfälle. Zu kurze Zinsbindung wählen bei aktuell niedrigen Zinsen.
Wie berechne ich meine maximale Kreditrate?
Faustregel: Die monatliche Rate sollte nicht mehr als 35–40 % des Netto-Haushaltseinkommens betragen. Bei 3.500 € Netto wären das maximal ca. 1.400 €/Monat. Wichtig: Alle laufenden Kosten (Hausgeld, Versicherungen, Rücklagen 1–1,5 % des Immobilienwerts p.a.) einkalkulieren. Nutze einen Online-Rechner für deine persönliche Situation.
Welche Unterlagen brauche ich für einen Finanzierungsantrag?
Persönliche Unterlagen: Letzten 3 Gehaltsabrechnungen, aktueller Arbeitsvertrag, SCHUFA-Auskunft, Kontoauszüge (3 Monate). Für die Immobilie: Exposé, Grundriss, Grundbuchauszug, Energieausweis, Kaufvertragsentwurf. Bei Neubauten: Baubeschreibung, Lageplan, Kostenaufstellung. Je vollständiger, desto schneller die Zusage.
