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Ratgeber

Wohngebäudeversicherung: Was sie leistet und was nicht

Die Wohngebäudeversicherung schützt dein Haus – aber nicht gegen alles. Was versichert ist, was nicht, und wie du richtig absicherst.

Stand: 2023-06-19 2 Min. Lesezeit
Wohngebäudeversicherung: Was sie leistet und was nicht
Das Wichtigste auf einen Blick
  • Wohnfläche: Größeres Haus = höhere Prämie
  • Baujahr: Ältere Häuser = teurer
  • Bauweise: Massiv vs. Holzständer
  • Lage: Hochwassergefährdete Zonen teurer

Ohne Wohngebäudeversicherung kein Bankdarlehen — so lautet die Regel bei fast allen Immobilienfinanzierungen. Aber was deckt sie wirklich ab? Und worauf musst du beim Vergleich achten?

Was ist die Wohngebäudeversicherung?

Die Wohngebäudeversicherung (WGV) schützt das Gebäude — also Mauern, Dach, Leitungen und fest eingebaute Anlagen — gegen Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel. Sie ist eine der wichtigsten Absicherungen für Hauseigentümer.

Was ist versichert? Was nicht?

Versichert (Standard)Nicht versichert (Standard)
Feuerschäden (Brand, Blitz, Explosion)Hausrat und Möbel
LeitungswasserschädenElementarschäden (Flut, Erdbeben)
Sturm ab Windstärke 8Schäden durch Grundwasser
HagelschädenBagatellschäden unter Selbstbehalt
Frost- und RohrschädenVorsätzliche Schäden

Elementarschadenversicherung: Wichtige Ergänzung

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Elementarschäden (Überschwemmung, Starkregen, Erdrutsch, Erdbeben) sind in der Standard-WGV NICHT enthalten. Angesichts zunehmender Extremwetterereignisse wird diese Zusatzdeckung dringend empfohlen. Sie kostet je nach Risikolage 50–300 €/Jahr extra.

Wie wird die Prämie berechnet?

  • Wohnfläche: Größeres Haus = höhere Prämie
  • Baujahr: Ältere Häuser = teurer
  • Bauweise: Massiv vs. Holzständer
  • Lage: Hochwassergefährdete Zonen teurer
  • Selbstbehalt: Höherer Selbstbehalt = niedrigere Prämie

Versicherungswert: Vorsicht vor Unterversicherung

Die Versicherungssumme muss dem Wiederherstellungswert des Gebäudes entsprechen — nicht dem Kaufpreis oder Marktwert. Wer zu niedrig versichert, erhält im Schadensfall nur anteiligen Ersatz. Jährliche Anpassung an Baukostenindex wichtig!

Checkliste beim Abschluss

  • Wiederherstellungswert korrekt ermitteln lassen
  • Elementarschadenklausel mitversichern
  • Glasbruch prüfen (oft Zusatz)
  • Photovoltaikanlage separat versichern (falls vorhanden)
  • Mehrere Angebote vergleichen — Preisunterschiede bis 50 % möglich

Fazit

Die Wohngebäudeversicherung ist Pflicht — und sollte richtig gemacht werden. Elementarschäden nicht vergessen, Versicherungssumme regelmäßig anpassen und jährlich vergleichen. Günstigste Prämie ist nicht immer das beste Angebot — Leistungsumfang zählt.

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Häufige Fragen

Was sind die wichtigsten Tipps zum Thema Wohngebäudeversicherung?

Beim Thema Wohngebäudeversicherung kommt es auf drei Kernpunkte an: Erstens ausreichend Eigenkapital einbringen (mindestens 20 % plus Nebenkosten). Zweitens mindestens 3–5 Angebote vergleichen — der Zinsunterschied kann 0,3–0,5 % betragen, was bei 250.000 € Kredit über 10 Jahre 7.500–12.500 € Ersparnis bedeutet. Drittens auf flexible Konditionen achten (Sondertilgung, Tilgungsanpassung).

Welche häufigen Fehler sollte ich vermeiden?

Die häufigsten Fehler: Nur die Hausbank anfragen ohne Vergleich. Die Kaufnebenkosten unterschätzen (7–12 % des Kaufpreises). Zu wenig Eigenkapital einbringen. Die monatliche Rate zu knapp kalkulieren ohne Puffer für Reparaturen und Einkommensausfälle. Zu kurze Zinsbindung wählen bei aktuell niedrigen Zinsen.

Wie berechne ich meine maximale Kreditrate?

Faustregel: Die monatliche Rate sollte nicht mehr als 35–40 % des Netto-Haushaltseinkommens betragen. Bei 3.500 € Netto wären das maximal ca. 1.400 €/Monat. Wichtig: Alle laufenden Kosten (Hausgeld, Versicherungen, Rücklagen 1–1,5 % des Immobilienwerts p.a.) einkalkulieren. Nutze einen Online-Rechner für deine persönliche Situation.

Welche Unterlagen brauche ich für einen Finanzierungsantrag?

Persönliche Unterlagen: Letzten 3 Gehaltsabrechnungen, aktueller Arbeitsvertrag, SCHUFA-Auskunft, Kontoauszüge (3 Monate). Für die Immobilie: Exposé, Grundriss, Grundbuchauszug, Energieausweis, Kaufvertragsentwurf. Bei Neubauten: Baubeschreibung, Lageplan, Kostenaufstellung. Je vollständiger, desto schneller die Zusage.

SM
Artikel von
Zert. Finanzberaterin (IHK)
Baufinanzierungs-Expertin
Zertifizierte Finanzberaterin (IHK) mit 12 Jahren Erfahrung in der Baufinanzierungsberatung. Sandra begleitet Erst- und Wiederholungskäufer von der Bonitätsprüfung über die Zinsbindungswahl bis zur Anschlussfinanzierung. Schwerpunkte: Annuitätendarlehen, Tilgungsstrategien, KfW-Förderprogramme und Finanzierungsstrukturierung für Eigennutzer.
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