Jetzt berechnen
Förderung

Wohngeld für Eigentümer: Lastenzuschuss beantragen

Auch Wohneigentümer können Wohngeld beantragen — als Lastenzuschuss. Wer hat Anspruch, wie hoch ist der Zuschuss und wie stellt man den Antrag?

Stand: 2025-04-12 3 Min. Lesezeit
Wohngeld für Eigentümer: Lastenzuschuss beantragen
Das Wichtigste auf einen Blick
  • Du wohnst in einer selbst genutzten Eigentumswohnung oder einem Eigenheim
  • Du bist kein Empfänger von Bürgergeld, Sozialhilfe oder BAföG (diese schließen Wohngeld aus)
  • Dein Einkommen liegt unter den Einkommensgrenzen (variiert je nach Haushaltsgröße und Region)
  • Die Immobilie erfüllt die Wohnflächengrenzen des Wohngeldgesetzes

Wohngeld kennen die meisten als Mietzuschuss. Wenig bekannt: Auch Eigentümer können Wohngeld beantragen — in Form des sogenannten Lastenzuschusses. Das kann in wirtschaftlich schwierigen Zeiten eine wichtige Entlastung sein.

Was ist der Lastenzuschuss?

Der Lastenzuschuss ist die Wohngeldform für Wohneigentümer. Er ist ein staatlicher Zuschuss, der einen Teil der monatlichen Belastungen aus der Baufinanzierung (Zinsen + Tilgung) abdeckt — vergleichbar mit dem Mietzuschuss für Mieter.

Wer hat Anspruch?

Voraussetzungen für den Lastenzuschuss:

  • Du wohnst in einer selbst genutzten Eigentumswohnung oder einem Eigenheim
  • Du bist kein Empfänger von Bürgergeld, Sozialhilfe oder BAföG (diese schließen Wohngeld aus)
  • Dein Einkommen liegt unter den Einkommensgrenzen (variiert je nach Haushaltsgröße und Region)
  • Die Immobilie erfüllt die Wohnflächengrenzen des Wohngeldgesetzes

Einkommensgrenzen (Beispiel 2024)

📊
Zinsen live vergleichen
Aktuelle Bauzinsen von 20+ Banken — kostenlos, ohne Anmeldung.
Zum Rechner →

Die Grenzen variieren stark je nach Mietenstufe und Haushaltsgröße. Grobe Orientierung (Nettoeinkommen/Monat):

HaushaltsgrößeMax. Nettoeinkommen (ca.)
1 Personca. 1.800–2.000 €
2 Personenca. 2.500–2.800 €
3 Personenca. 3.000–3.400 €
4 Personenca. 3.400–4.000 €

Hinweis: Genaue Werte berechnet das Wohngeldamt. Online-Rechner des BMWSB gibt erste Orientierung.

Was zählt als Belastung?

Beim Lastenzuschuss werden folgende monatliche Kosten anerkannt:

  • Zinsen für das Baufinanzierungsdarlehen
  • Tilgungsleistungen (bis zu bestimmten Grenzen)
  • Bewirtschaftungskosten (Instandhaltungsrücklage, Grundsteuer)

Wie hoch ist der Lastenzuschuss?

Der Betrag hängt von Einkommen, Haushaltsgröße, Wohnort (Mietenstufe) und anerkannter Belastung ab. Typische Spanne: 50–300 € pro Monat. Seit der Wohngeldreform 2023 sind die Sätze deutlich gestiegen.

Wie beantrage ich den Lastenzuschuss?

  1. Wohngeldstelle der zuständigen Gemeinde/Stadt aufsuchen
  2. Formular "Wohngeldantrag" ausfüllen (oft auch online)
  3. Unterlagen einreichen: Darlehensvertrag, Einkommensnachweise, Grundbuchauszug, letzter Tilgungsplan
  4. Bescheid abwarten (ca. 4–8 Wochen)
  5. Wohngeld wird rückwirkend ab Antragstellung gezahlt

Tipp: Antrag nicht zu spät stellen

Wohngeld wird grundsätzlich erst ab dem Monat des Antragseingangs gewährt — nicht rückwirkend. Wenn du die Voraussetzungen erfüllst, stelle den Antrag sofort. Jeder Monat ohne Antrag ist potenziell verlorenes Geld.

Kombination mit anderen Förderungen

Lastenzuschuss schließt andere Förderprogramme nicht generell aus:

  • KfW-Förderung — parallel möglich
  • Landesförderungen — je nach Bundesland prüfen
  • Steuerliche Absetzbarkeit — Arbeitszimmer, Energetische Sanierung etc. unabhängig

Fazit

Der Lastenzuschuss ist eine unterschätzte Möglichkeit für Wohneigentümer mit niedrigem Einkommen. Gerade nach Jobverlust, Trennung oder in der Elternzeit kann er die monatliche Belastung erheblich senken. Der Antrag kostet nichts und lohnt sich in jedem Fall zu prüfen.

Deine persönliche Rate berechnen
Nutze unseren kostenlosen Tilgungsrechner – Ergebnis in Sekunden.
→ Zum Tilgungsrechner

Häufige Fragen

Welche Förderungen gibt es aktuell beim Immobilienkauf?

Bundesweit: KfW 300 (Wohneigentum für Familien, bis 270.000 € zinsgünstig), KfW 261 (Energieeffizienz). BAFA-Zuschüsse für energetische Sanierung. Länderprogramme: Jedes Bundesland hat eigene Förderprogramme über die jeweilige Landesförderbank (NBank, L-Bank, IBB etc.). Alle Anträge VOR dem Kaufvertrag stellen.

Welche Bedingungen muss ich für Förderungen erfüllen?

Die meisten Programme erfordern Eigennutzung der Immobilie, Einhalten von Energiestandards (bei Effizienzprogrammen), Antragstellung vor Vertragsabschluss und die Abwicklung über eine anerkannte Hausbank. Genauere Voraussetzungen hängen vom jeweiligen Programm ab — immer aktuelle Programminfos auf kfw.de prüfen.

Kann ich mehrere Förderprogramme gleichzeitig nutzen?

Ja, Kombination ist oft möglich und sinnvoll. KfW-Darlehen und Landesförderung können kombiniert werden. BAFA-Zuschüsse und KfW-Kredite ebenfalls — bis zur gesetzlichen Kumulierungsgrenze von max. 60 % Förderquote. Der Steuerbonus (§ 35c EStG) hingegen schließt BAFA/KfW aus.

SM
Artikel von
Zert. Finanzberaterin (IHK)
Baufinanzierungs-Expertin
Zertifizierte Finanzberaterin (IHK) mit 12 Jahren Erfahrung in der Baufinanzierungsberatung. Sandra begleitet Erst- und Wiederholungskäufer von der Bonitätsprüfung über die Zinsbindungswahl bis zur Anschlussfinanzierung. Schwerpunkte: Annuitätendarlehen, Tilgungsstrategien, KfW-Förderprogramme und Finanzierungsstrukturierung für Eigennutzer.
BaufinanzierungAnnuitätendarlehenAnschlussfinanzierungKfW-Förderung
✓ Fachlich geprüft✓ Unabhängig & kostenlos
Review & Freigabe: Stephan Czaja, CXMXO · Zur Redaktion →
Baufinanzierung vergleichenRate berechnen