Das Wohnrecht ist ein dingliches Recht, das einer bestimmten Person erlaubt, ein Gebäude oder Teile davon zu bewohnen — auch wenn sie nicht Eigentümer ist. Es ist im Grundbuch eingetragen und bindet jeden zukünftigen Eigentümer.
Arten des Wohnrechts
- Persönliches Wohnrecht (§ 1093 BGB): Nur für die benannte Person, nicht übertragbar
- Nießbrauch (§ 1030 BGB): Umfassenderes Recht — inkl. Vermietung und Ertrag
- Grunddienstbarkeit: Wohnrecht für Grundstück, nicht Person
Wie entsteht ein Wohnrecht?
- Notariell beurkundete Vereinbarung
- Eintragung in Grundbuch (Abteilung II)
- Oft bei Schenkungen: Eltern übertragen Haus an Kinder, behalten Wohnrecht
- Bei Erbschaftsregelungen per Testament
Was das Wohnrecht beinhaltet
- Recht, das Objekt selbst zu bewohnen
- Kann Familienmitglieder einschließen (im Vertrag regeln)
- Pflicht des Berechtigten: Erhalt der Substanz, keine Beschädigungen
- Wer zahlt die Nebenkosten? (Im Vertrag regeln — sonst Berechtigter)
Was das Wohnrecht NICHT beinhaltet
- Recht zur Vermietung (außer anders vereinbart)
- Übertragung auf andere Personen
- Verkauf oder Belastung des Wohnrechts
Wert des Wohnrechts (steuerlich)
Bei Schenkung mindert das Wohnrecht den steuerlichen Wert der Immobilie. Berechnung: Jahreswert des Wohnrechts × Vervielfältiger (Lebenserwartung nach Sterbetafel). Je älter der Berechtigte, desto geringer der Wert → weniger Schenkungsteuer.
Erlöschen des Wohnrechts
- Mit dem Tod des Berechtigten (automatisch)
- Freiwilliger Verzicht mit notarieller Beurkundung
- Zeitablauf wenn zeitlich befristet vereinbart
- Aufhebungsvertrag (Einigung von Eigentümer und Berechtigtem)
Häufige Fragen
Was bedeutet Wohnrecht konkret für meine Baufinanzierung?
Das Thema Wohnrecht ist ein wichtiger Bestandteil jeder Baufinanzierung. Es beeinflusst direkt die Gesamtkosten und die monatliche Belastung. Wer diesen Begriff versteht, kann Angebote besser vergleichen und gezielter verhandeln — sowohl mit der Hausbank als auch mit unabhängigen Vermittlern.
Wie wirkt sich das auf meine monatliche Rate aus?
Die monatliche Rate setzt sich aus Zins- und Tilgungsanteil zusammen. Jede Änderung der Rahmenbedingungen — sei es der Zinssatz, der Tilgungssatz oder Sonderkonditionen — hat direkten Einfluss auf die Rate. Nutze einen Online-Rechner um verschiedene Szenarien zu simulieren bevor du einen Vertrag unterschreibst.
Welche Fehler machen Käufer dabei am häufigsten?
Der häufigste Fehler ist, nur auf den Sollzins zu schauen statt auf den Effektivzins und die Gesamtkosten. Außerdem unterschätzen viele die Kaufnebenkosten (7–12 % des Kaufpreises) und planen zu wenig Puffer für unvorhergesehene Ausgaben. Ein unabhängiger Finanzberater hilft, alle Faktoren richtig zu gewichten.
Wie finde ich die besten Konditionen?
Mindestens 3–5 Angebote vergleichen: Hausbank, Volksbank/Sparkasse und mindestens zwei unabhängige Vermittler (Interhyp, Dr. Klein). Der Zinsunterschied kann 0,3–0,6 % betragen — bei 250.000 € Kredit über 10 Jahre sind das 7.500–15.000 € echte Ersparnis. Lass dich nicht unter Zeitdruck setzen.
