Altbau kaufen: Was du wirklich prüfen musst

Altbauten haben Charme: hohe Decken, Stuck, Holzböden, Gründerzeitflair. Aber sie haben auch Tücken, die Käufer teuer zu stehen kommen können. Hier erfährst du, worauf du besonders achten musst.

Definition: Was ist ein Altbau?

Kein einheitlicher Begriff, aber üblich:

  • Gründerzeit: 1870–1918
  • Vorkrieg: 1919–1945
  • Nachkrieg: 1946–1970
  • Alles vor 1978 gilt als potenzielle Asbest-Gefahrenzone

Gefährliche Baustoffe

  • Asbest: Bis 1993 verbaut, in Bodenplatten, Dachziegeln, Putz, Rohrleitungen. Sanierung kostet 5.000–30.000 €+
  • Bleirohre: In Häusern bis ~1973. Austausch 3.000–10.000 €
  • Formaldehyd: In alten Spanplatten und Dämmungen
  • PCB-Fugen: Besonders in Fassaden der 1960er/70er

Technische Prüfpunkte

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  • Elektroinstallation: Ist sie modernisiert? Alte Knob-and-Tube = Brandgefahr
  • Dach: Wie alt? Wann zuletzt saniert?
  • Fassade: Nachkriegs-Putz oft rissig, Schimmel hinter der Fassade
  • Keller: Feuchtigkeit, Schimmel, alte Öltanks (Bodenverunreinigung!)
  • Heizung: Oft noch alte Öl- oder Gasheizungen mit schlechtem Wirkungsgrad

Warum Altbau trotzdem attraktiv ist

  • Günstigerer Kaufpreis als Neubau
  • Oft zentrale Lagen
  • Hohe Substanz — Massivbau der Gründerzeit oft stabiler als heutiger Neubau
  • Förderprogramme für energetische Sanierung (KfW, BAFA)

Checkliste Altbau-Prüfung

  • Bausachverständigen beauftragen (500–2.000 €) — kein Verzicht möglich
  • Baujahr ermitteln und nach möglichen Schadstoffen fragen
  • Energieausweis anfordern — Heizkosten abschätzen
  • Sanierungskosten schätzen lassen
  • Denkmalshutz prüfen — schränkt Umbaumaßnahmen ein
  • Abschreibung: 2,5 % AfA für Gebäude bis Baujahr 1924 (höher als 2 % bei neueren)