Sie erwarten ein Kind und möchten gleichzeitig eine Immobilie finanzieren? Oder Sie sind bereits in Elternzeit? Dann stellt sich die Frage: Zählt Elterngeld als Einkommen für den Kredit? Wir erklären die Regeln.
Elterngeld als Einkommen: Die Bank-Perspektive
Banken bewerten Elterngeld unterschiedlich:
- Basis-Elterngeld (300 €/Monat): Wird von fast allen Banken als dauerhaftes Einkommen nicht anerkannt
- Elterngeld bis 14 Monate: Wird von manchen Banken anerkannt, aber nur für den Zeitraum des Bezugs
- ElterngeldPlus (bis 28 Monate, halber Satz): Noch unklarer behandelt
Da Elterngeld zeitlich begrenzt ist, rechnen die meisten Banken es nicht oder nur teilweise an — sie schauen primär auf das nach der Elternzeit zu erwartende Einkommen.
Warum dennoch jetzt kaufen?
Viele Familien kaufen bewusst in der Schwangerschaft oder frühen Elternzeit, weil:
- Die Zeit zum Suchen vorhanden ist (Elternzeit)
- Der Platz im Mietverhältnis zu eng wird
- Niedrige Zinsen oder gute Angebote vorhanden sind
So verbessern Sie Ihre Chancen
- Arbeitsvertrag vorlegen: Das geplante Rückkehr-Datum und Gehalt nach Elternzeit sind wichtig
- Arbeitgeber-Bestätigung: Schriftlich bestätigen lassen, dass der Arbeitsplatz sicher ist
- Mehr Eigenkapital: Statt 20% lieber 30% einbringen — das senkt das Risiko für die Bank
- Zweites Einkommen: Wenn der Partner voll arbeitet, ist die Finanzierung oft problemlos
Wie in unserem Ratgeber zur Eigenkapital-Planung beschrieben: Mehr Eigenkapital öffnet Türen bei der Bank — besonders in unsicheren Einkommenssituationen.
Timing: Vor oder nach der Geburt beantragen?
Viele Banken empfehlen: Beantragen Sie den Kredit VOR der Elternzeit (wenn das volle Gehalt noch läuft). Die Bank nimmt das aktuelle Einkommen als Grundlage. Nach Rückkehr aus der Elternzeit gilt wieder das volle Gehalt.
KfW und Familienbonus
Das KfW-Wohneigentumsprogramm (124) bietet für Familien mit Kindern erhöhte Kreditbeträge. Prüfen Sie außerdem das "Baukindergeld" Ihres Bundeslandes — einige Länder (Bayern, NRW) bieten erhebliche Zuschüsse für Familien.
Fazit
Eine Baufinanzierung in der Elternzeit ist möglich — aber anspruchsvoller. Mit stabilem Partnergehalt, ausreichend Eigenkapital und einem bestätigten Rückkehr-Datum haben Sie gute Chancen. Vergleichen Sie mehrere Anbieter, da die Handhabung sehr unterschiedlich ist.
Häufige Fragen
Was sind die wichtigsten Tipps zum Thema Baufinanzierung mit Elterngeld?
Beim Thema Baufinanzierung mit Elterngeld kommt es auf drei Kernpunkte an: Erstens ausreichend Eigenkapital einbringen (mindestens 20 % plus Nebenkosten). Zweitens mindestens 3–5 Angebote vergleichen — der Zinsunterschied kann 0,3–0,5 % betragen, was bei 250.000 € Kredit über 10 Jahre 7.500–12.500 € Ersparnis bedeutet. Drittens auf flexible Konditionen achten (Sondertilgung, Tilgungsanpassung).
Welche häufigen Fehler sollte ich vermeiden?
Die häufigsten Fehler: Nur die Hausbank anfragen ohne Vergleich. Die Kaufnebenkosten unterschätzen (7–12 % des Kaufpreises). Zu wenig Eigenkapital einbringen. Die monatliche Rate zu knapp kalkulieren ohne Puffer für Reparaturen und Einkommensausfälle. Zu kurze Zinsbindung wählen bei aktuell niedrigen Zinsen.
Wie berechne ich meine maximale Kreditrate?
Faustregel: Die monatliche Rate sollte nicht mehr als 35–40 % des Netto-Haushaltseinkommens betragen. Bei 3.500 € Netto wären das maximal ca. 1.400 €/Monat. Wichtig: Alle laufenden Kosten (Hausgeld, Versicherungen, Rücklagen 1–1,5 % des Immobilienwerts p.a.) einkalkulieren. Nutze einen Online-Rechner für deine persönliche Situation.
Welche Unterlagen brauche ich für einen Finanzierungsantrag?
Persönliche Unterlagen: Letzten 3 Gehaltsabrechnungen, aktueller Arbeitsvertrag, SCHUFA-Auskunft, Kontoauszüge (3 Monate). Für die Immobilie: Exposé, Grundriss, Grundbuchauszug, Energieausweis, Kaufvertragsentwurf. Bei Neubauten: Baubeschreibung, Lageplan, Kostenaufstellung. Je vollständiger, desto schneller die Zusage.
