Der Bodenrichtwert bestimmt den Grundstückswert. Hier lernst du, was er bedeutet, woher er kommt und wie du ihn nutzt.

Bodenrichtwert verstehen: Was steckt hinter dem Grundstückswert?

Bodenrichtwert: Der unsichtbare Grundstückspreis

Jedes Grundstück in Deutschland hat einen offiziellen Wert — den Bodenrichtwert. Aber was genau steckt dahinter, wofür brauchst du ihn und wie interpretierst du ihn richtig?

Was ist der Bodenrichtwert?

Der Bodenrichtwert ist der durchschnittliche Lagewert eines Quadratmeters Grundstück in einer bestimmten Lage. Er wird von den Gutachterausschüssen der Kommunen ermittelt und regelmäßig (meist alle 2 Jahre) aktualisiert. Er bezieht sich immer auf den Wert des unbebauten Bodens — ohne Gebäude.

Wozu brauche ich den Bodenrichtwert?

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  • Kaufpreiseinschätzung: Ist ein Grundstück zu teuer oder günstig angeboten?
  • Erbschaft und Schenkung: Grundlage für die Erbschaftsteuer
  • Grundsteuer: Teil der Berechnungsgrundlage
  • Immobiliengutachten: Ausgangspunkt für Wertermittlungen
  • Kaufpreisaufteilung: Aufteilung von Kaufpreis auf Gebäude und Grund (steuerrelevant bei Vermietung)

Wie ermittle ich den Bodenrichtwert?

Kostenlos und offiziell:

  • BORIS-D: Bundesweites Bodenrichtwert-Portal (bodenrichtwerte.de)
  • Landesportale (z.B. BORIS Bayern, BORIS NRW)
  • Beim Gutachterausschuss deiner Gemeinde anfragen

Wie interpretiere ich den Bodenrichtwert?

Ein Bodenrichtwert von 400 €/m² bedeutet: Grundstücke in dieser Lage haben im Durchschnitt diesen Wert. Der tatsächliche Kaufpreis kann abweichen je nach:

  • Zuschnitt des Grundstücks (Eckgrundstücke, schmale Streifen)
  • Erschließungszustand (vollständig vs. nicht erschlossen)
  • Bebaubarkeit (Baudichte, Geschossflächenzahl)
  • Topographie (Hanglage, Überschwemmungsgebiet)
  • Bodenbeschaffenheit (Altlasten, Bodenverhältnisse)

Bodenrichtwert ≠ Kaufpreis

Wichtig: Der Bodenrichtwert ist ein Durchschnittswert, kein Preis. In begehrten Lagen werden Grundstücke oft 20–50 % über dem Bodenrichtwert verkauft. In weniger gefragten Regionen auch darunter.

Bodenrichtwert bei der Kaufpreisaufteilung

Wer eine vermietete Immobilie kauft, muss den Kaufpreis auf Gebäude (abschreibbar) und Grundstück (nicht abschreibbar) aufteilen. Das Verhältnis wird oft auf Basis des Bodenrichtwerts ermittelt. Das kann erhebliche steuerliche Auswirkungen haben.

Beispiel: Kaufpreisaufteilung

Kaufpreis Wohnung: 400.000 €
Bodenrichtwert: 800 €/m², Anteil am Gebäudewert: 30 m² Anteil
Bodenwert: 24.000 € (6 % des Kaufpreises)
Gebäudeanteil: 376.000 € → über 50 Jahre abschreibbar (2 % p.a.)
Jährliche AfA: 7.520 €

Fazit

Der Bodenrichtwert ist ein wichtiges Werkzeug für jeden Immobilienkäufer und Investor. Wer ihn kennt, verhandelt informierter und trifft bessere steuerliche Entscheidungen.

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