Jetzt berechnen
Nebenkosten

Baunebenkosten: Alle Posten die du beim Hausbau einplanen musst

Die reinen Baukosten sind nur ein Teil. Mit Berechnungsbeispiel, aktuellen Sätzen nach Bundesland und Tipps zum Sparen bei den Kaufnebenkosten.

Stand: 2025-04-04 2 Min. Lesezeit
Baunebenkosten: Alle Posten die du beim Hausbau einplanen musst
Das Wichtigste auf einen Blick
  • Kaufpreis Grundstück
  • Grunderwerbsteuer: 3,5–6,5 % je nach Bundesland
  • Notarkosten: ca. 1–1,5 % des Kaufpreises
  • Grundbucheintragung: ca. 0,5 % des Kaufpreises
Baunebenkosten Liste

Wer ein Haus baut, denkt zuerst an den Bauprix. Aber die Baunebenkosten können 15–20 % der Gesamtinvestition ausmachen. Wer sie nicht einplant, sitzt mittendrin fest.

Kosten für das Grundstück

  • Kaufpreis Grundstück
  • Grunderwerbsteuer: 3,5–6,5 % je nach Bundesland
  • Notarkosten: ca. 1–1,5 % des Kaufpreises
  • Grundbucheintragung: ca. 0,5 % des Kaufpreises
  • Makler (wenn vorhanden): 3–7 % des Kaufpreises

Erschließung und Baurecht

Baufinanzierung planen
  • Erschließungsbeiträge (Straße, Kanal, Wasser, Strom): 10.000–30.000 €
  • Baugenehmigung: 0,5–1 % der Baukosten
  • Baugrundgutachten: 1.500–4.000 €
  • Vermessungskosten: 1.500–3.000 €

Planungskosten

📊
Zinsen live vergleichen
Aktuelle Bauzinsen von 20+ Banken — kostenlos, ohne Anmeldung.
Zum Rechner →
  • Architekt (Vollleistung nach HOAI): 10–15 % der Baukosten
  • Statik: 2.000–6.000 €
  • Energieberater (für KfW-Förderung): 1.500–3.000 €
  • Wärme- und Schallschutznachweis: 500–1.500 €

Bauzeitliche Kosten

  • Baustromanschluss: 500–2.000 €
  • Bauwasser: 300–1.000 €
  • Baucontainer, Bauzaun: 500–2.000 €
  • Bauleitung/Gutachter: 2.000–8.000 €
  • Versicherungen (Bauherrenhaftpflicht, Bauleistung): 500–2.000 €

Außenanlagen (oft vergessen!)

  • Garten, Einfahrt, Terrasse: 15.000–50.000 €
  • Carport oder Garage: 8.000–25.000 €
  • Einzäunung: 3.000–10.000 €

Finanzierungsnebenkosten

  • Bereitstellungszinsen: 0,25 %/Monat auf nicht abgerufenes Kapital
  • Bankgebühren: 0–1 % der Kreditsumme
  • Grundschuldbestellung: ca. 0,3–0,5 % der Grundschuld

Gesamtüberblick

Baukosten 400.000 € → Baunebenkosten ca. 60.000–80.000 €
Grundstück 200.000 € → Kaufnebenkosten ca. 20.000–30.000 €
Gesamtprojekt: 680.000–710.000 €

Baunebenkosten vollständige Liste

KostenartTypische Kosten
Baugenehmigung500–5.000 EUR
Architekt/Planung8–15 % der Baukosten
Statiker2.000–8.000 EUR
Bodengutachten1.500–4.000 EUR
Erschließung10.000–30.000 EUR
Außenanlagen/Garten10.000–30.000 EUR
Küche/Einbauten10.000–30.000 EUR

Faustformel: Baunebenkosten = 15–25 % der reinen Baukosten zusätzlich einplanen. Ohne diesen Puffer geraten viele Bauherren in Finanzierungsnot kurz vor Fertigstellung.

Kaufnebenkosten beim Immobilienerwerb

Beim Kauf einer Immobilie fallen über den eigentlichen Kaufpreis hinaus erhebliche Nebenkosten an — in der Regel 6–12 % des Kaufpreises. Diese müssen fast immer aus Eigenkapital finanziert werden.

Kostenart Anteil am Kaufpreis Bundesland-Variation
Grunderwerbsteuer3,5–6,5 %Bayern 3,5 % — Brandenburg 6,5 %
Notarkostenca. 1,5 %Bundesweit einheitlich (GNotKG)
Grundbucheintragca. 0,5 %Bundesweit einheitlich
Maklerprovision0–3,57 %Max. 50/50 Teilung seit 2020

Rechenbeispiel: 350.000 € in NRW

  • Grunderwerbsteuer (6,5 %): 22.750 €
  • Notar + Grundbuch (2 %): 7.000 €
  • Makler (3,57 % / 2 = 1.785 %): 6.248 €
  • Gesamt Nebenkosten: ~36.000 € (10,3 %)

Fazit: Bei einem 350.000-€-Objekt in NRW müssen mindestens 36.000 € Eigenkapital allein für Nebenkosten eingeplant werden — plus idealer Weise 20 % EK für das eigentliche Darlehen.

Häufige Fragen

Welche Kaufnebenkosten sind beim Immobilienkauf in Deutschland typisch?

Die typischen Kaufnebenkosten setzen sich zusammen aus: Grunderwerbsteuer (3,5–6,5 % je nach Bundesland), Notarkosten (ca. 1–1,5 %), Grundbuchkosten (ca. 0,5 %) und ggf. Maklerprovision (0–3,57 %). Insgesamt 7–12 % des Kaufpreises — diese müssen aus Eigenkapital bezahlt werden.

Sind Kaufnebenkosten steuerlich absetzbar?

Bei selbst genutzten Immobilien leider nicht. Bei Kapitalanlagen (vermietete Wohnungen) sind alle Nebenkosten als Anschaffungsnebenkosten steuerlich relevant — sie erhöhen die Abschreibungsbasis und wirken sich über die Laufzeit steuermindernd aus.

Kann ich Kaufnebenkosten in die Finanzierung einschließen?

Einige Banken bieten 110 %-Finanzierungen an, die auch Nebenkosten abdecken. Das ist aber teuer: höhere Zinsen, höherer Beleihungsauslauf, mehr Risiko. Empfehlung: Nebenkosten immer aus Eigenkapital zahlen, um die Darlehenssumme und damit die Zinskosten zu minimieren.

SM
Artikel von
Zert. Finanzberaterin (IHK)
Baufinanzierungs-Expertin
Zertifizierte Finanzberaterin (IHK) mit 12 Jahren Erfahrung in der Baufinanzierungsberatung. Sandra begleitet Erst- und Wiederholungskäufer von der Bonitätsprüfung über die Zinsbindungswahl bis zur Anschlussfinanzierung. Schwerpunkte: Annuitätendarlehen, Tilgungsstrategien, KfW-Förderprogramme und Finanzierungsstrukturierung für Eigennutzer.
BaufinanzierungAnnuitätendarlehenAnschlussfinanzierungKfW-Förderung
✓ Fachlich geprüft✓ Unabhängig & kostenlos
Review & Freigabe: Stephan Czaja, CXMXO · Zur Redaktion →
Baufinanzierung vergleichenRate berechnen