Jetzt berechnen
Ratgeber

CO2-Abgabe und Immobilien: Was Vermieter und Käufer wissen müssen

Die CO2-Abgabe auf Heizöl und Gas wird jedes Jahr teurer. Wer zahlt — Mieter oder Vermieter? Und was bedeutet das beim Immobilienkauf?

Stand: 2024-09-22 3 Min. Lesezeit
CO2-Abgabe und Immobilien: Was Vermieter und Käufer wissen müssen
Das Wichtigste auf einen Blick
  • Als Selbstnutzer: Höhere Heizkosten, die du selbst trägst
  • Als Vermieter: Stetig steigende CO2-Kosten, die du nicht vollständig umlegen kannst
  • Als Investor: Wertverlust-Risiko durch anstehende Sanierungspflichten
  • Energieausweis anfordern: Klasse D und besser = CO2-Abgabe kein großes Thema

Was ist die CO2-Abgabe?

Seit 2021 wird in Deutschland auf fossile Brennstoffe (Heizöl, Erdgas, Benzin, Diesel) eine CO2-Abgabe erhoben. Sie soll den Ausstoß von Treibhausgasen verteuern und den Umstieg auf erneuerbare Energien beschleunigen. Die Abgabe stieg von 25 €/Tonne CO2 (2021) auf 55 €/Tonne (2025) und wird weiter erhöht.

Was bedeutet das konkret für Heizkosten?

Bei einem Einfamilienhaus mit 15.000 kWh Gasverbrauch jährlich:

JahrCO2-Preis/TonneCO2-Abgabe/Jahr
202125 €ca. 55 €
202330 €ca. 66 €
202555 €ca. 121 €
2027 (geplant)65 €ca. 143 €

In schlecht gedämmten Altbauten mit hohem Verbrauch sind die Auswirkungen deutlich höher.

Wer zahlt die CO2-Abgabe: Mieter oder Vermieter?

📊
Zinsen live vergleichen
Aktuelle Bauzinsen von 20+ Banken — kostenlos, ohne Anmeldung.
Zum Rechner →

Seit dem CO2-Kostenaufteilungsgesetz (2023) wird die Abgabe zwischen Vermieter und Mieter aufgeteilt — abhängig von der Energieeffizienz des Gebäudes:

EnergieklasseVermieter-AnteilMieter-Anteil
A+ bis B0 %100 %
C25 %75 %
D33 %67 %
E50 %50 %
F65 %35 %
G80 %20 %
H (schlechteste)95 %5 %

Vermieter eines schlecht gedämmten Hauses (Klasse H) tragen fast die gesamte CO2-Abgabe — ein starker finanzieller Anreiz zur Sanierung.

Auswirkungen beim Immobilienkauf

Wer eine Immobilie mit schlechter Energieklasse kauft, übernimmt diese Last:

  • Als Selbstnutzer: Höhere Heizkosten, die du selbst trägst
  • Als Vermieter: Stetig steigende CO2-Kosten, die du nicht vollständig umlegen kannst
  • Als Investor: Wertverlust-Risiko durch anstehende Sanierungspflichten

Was tun? Praxis-Tipps für Käufer und Vermieter

  1. Energieausweis anfordern: Klasse D und besser = CO2-Abgabe kein großes Thema
  2. Sanierungskosten einkalkulieren: Klasse F/G/H → 30.000–80.000 € Sanierungskosten realistisch einplanen
  3. KfW-Förderung nutzen: Energetische Sanierung wird stark gefördert (KfW BEG, BAFA)
  4. Heizung prüfen: Ölheizung oder alte Gasheizung = mittelfristig zu ersetzen
  5. Mietverträge prüfen: Welche Betriebskosten sind umlegbar? Was trägt der Vermieter bei schlechter Energieklasse?
Fazit: Die CO2-Abgabe macht energetisch schlechte Immobilien teurer — für Käufer, Vermieter und Selbstnutzer. Wer 2025 kauft, muss die Energieeffizienz in seine Renditeberechnung einbeziehen. Ein Haus der Klasse H kann im laufenden Betrieb und bei Sanierungspflichten deutlich teurer werden als der günstigere Kaufpreis suggeriert.
Deine persönliche Rate berechnen
Nutze unseren kostenlosen Tilgungsrechner – Ergebnis in Sekunden.
→ Zum Tilgungsrechner

Häufige Fragen

Was sind die wichtigsten Tipps zum Thema CO2-Abgabe und Immobilien?

Beim Thema CO2-Abgabe und Immobilien kommt es auf drei Kernpunkte an: Erstens ausreichend Eigenkapital einbringen (mindestens 20 % plus Nebenkosten). Zweitens mindestens 3–5 Angebote vergleichen — der Zinsunterschied kann 0,3–0,5 % betragen, was bei 250.000 € Kredit über 10 Jahre 7.500–12.500 € Ersparnis bedeutet. Drittens auf flexible Konditionen achten (Sondertilgung, Tilgungsanpassung).

Welche häufigen Fehler sollte ich vermeiden?

Die häufigsten Fehler: Nur die Hausbank anfragen ohne Vergleich. Die Kaufnebenkosten unterschätzen (7–12 % des Kaufpreises). Zu wenig Eigenkapital einbringen. Die monatliche Rate zu knapp kalkulieren ohne Puffer für Reparaturen und Einkommensausfälle. Zu kurze Zinsbindung wählen bei aktuell niedrigen Zinsen.

Wie berechne ich meine maximale Kreditrate?

Faustregel: Die monatliche Rate sollte nicht mehr als 35–40 % des Netto-Haushaltseinkommens betragen. Bei 3.500 € Netto wären das maximal ca. 1.400 €/Monat. Wichtig: Alle laufenden Kosten (Hausgeld, Versicherungen, Rücklagen 1–1,5 % des Immobilienwerts p.a.) einkalkulieren. Nutze einen Online-Rechner für deine persönliche Situation.

Welche Unterlagen brauche ich für einen Finanzierungsantrag?

Persönliche Unterlagen: Letzten 3 Gehaltsabrechnungen, aktueller Arbeitsvertrag, SCHUFA-Auskunft, Kontoauszüge (3 Monate). Für die Immobilie: Exposé, Grundriss, Grundbuchauszug, Energieausweis, Kaufvertragsentwurf. Bei Neubauten: Baubeschreibung, Lageplan, Kostenaufstellung. Je vollständiger, desto schneller die Zusage.

SM
Artikel von
Zert. Finanzberaterin (IHK)
Baufinanzierungs-Expertin
Zertifizierte Finanzberaterin (IHK) mit 12 Jahren Erfahrung in der Baufinanzierungsberatung. Sandra begleitet Erst- und Wiederholungskäufer von der Bonitätsprüfung über die Zinsbindungswahl bis zur Anschlussfinanzierung. Schwerpunkte: Annuitätendarlehen, Tilgungsstrategien, KfW-Förderprogramme und Finanzierungsstrukturierung für Eigennutzer.
BaufinanzierungAnnuitätendarlehenAnschlussfinanzierungKfW-Förderung
✓ Fachlich geprüft✓ Unabhängig & kostenlos
Review & Freigabe: Stephan Czaja, CXMXO · Zur Redaktion →
Baufinanzierung vergleichenRate berechnen