Hausgeld für Wohnungseigentümer: Was du zahlen musst
Was ist das Hausgeld, was ist drin enthalten — und wie hoch ist es normalerweise? Alles für Wohnungseigentümer erklärt.
Hausgeld: Die monatliche Pflicht für Wohnungseigentümer
Wer eine Eigentumswohnung kauft, zahlt nicht nur Kredit und Strom. Jeden Monat kommt das Hausgeld hinzu — eine Gemeinschaftszahlung für alle Kosten des Mehrfamilienhauses. Was steckt darin?
Was ist das Hausgeld?

Das Hausgeld (auch Wohngeld in der WEG) ist der monatliche Beitrag jedes Wohnungseigentümers zur Gemeinschaft. Es deckt die laufenden Kosten des Gemeinschaftseigentums und fließt in die Instandhaltungsrücklage.
Was ist im Hausgeld enthalten?
- Hausmeister und Verwaltungskosten
- Versicherungen (Wohngebäude, Haftpflicht, Glasversicherung)
- Gemeinschaftsstrom (Treppenhaus, Keller, Außenbeleuchtung)
- Heizung und Warmwasser (bei Zentralheizung)
- Gartenpflege und Winterdienst
- Instandhaltungsrücklage (für zukünftige Reparaturen)
- Müllentsorgung
- Aufzugswartung (wenn vorhanden)
Was ist NICHT im Hausgeld?
- Strom für die eigene Wohnung
- Eigene Heizkosten (bei Einzelheizung)
- Internet und Telefon
- Reparaturen innerhalb der eigenen Wohnung
Wie hoch ist das Hausgeld typischerweise?
| Kategorie | Hausgeld/m²/Monat |
|---|---|
| Älteres Gebäude (vor 1990) | 3,50–5,50 € |
| Neueres Gebäude (nach 2000) | 2,50–4,00 € |
| Luxus-Wohnanlagen | 5,00–10,00 €+ |
| Durchschnitt Deutschland | ca. 3,50 €/m² |
Beispiel: 80 m² Wohnung × 3,50 € = 280 €/Monat Hausgeld
Die Instandhaltungsrücklage: Besonders wichtig
Ein Teil des Hausgelds geht in die Instandhaltungsrücklage. Diese ist für künftige Reparaturen bestimmt: Dacherneuerung, Fassade, Aufzug, Heizungsanlage. Faustregel: Mind. 0,8–1 % des Gebäudewerts pro Jahr sollte in die Rücklage fließen.
Vor dem Kauf prüfen: Ist die Rücklage ausreichend befüllt? Eine leere Rücklage bedeutet, dass du nach dem Kauf für teure Reparaturen direkt zur Kasse gebeten wirst.
Was, wenn das Hausgeld zu niedrig ist?
Zu niedriges Hausgeld ist oft ein Warnsignal. Es bedeutet entweder:
- Instandhaltungsrücklage wird vernachlässigt
- Notwendige Reparaturen werden aufgeschoben
- WEG-Verwaltung ist unprofessionell
In solchen Fällen drohen später Sonderumlagen — plötzliche Einmalzahlungen für dringende Reparaturen.
Checkliste: Hausgeld vor dem Kauf prüfen
- ☐ Aktuelle Hausgeldabrechnung anfordern
- ☐ Wirtschaftsplan für kommendes Jahr prüfen
- ☐ Instandhaltungsrücklage: Wie hoch ist der Stand?
- ☐ WEG-Protokolle der letzten 3 Jahre lesen
- ☐ Geplante Sanierungen und deren Kosten erfragen
- ☐ Verwaltungsbeirat und Hausverwaltung einschätzen
Fazit
Das Hausgeld ist ein wichtiger Kostenposten beim Wohnungskauf — oft unterschätzt. Wer vor dem Kauf die WEG-Unterlagen sorgfältig prüft, erkennt frühzeitig, ob finanzielle Zeitbomben im Gemeinschaftseigentum ticken.
