Hausgeld für Wohnungseigentümer: Was du zahlen musst

Was ist das Hausgeld, was ist drin enthalten — und wie hoch ist es normalerweise? Alles für Wohnungseigentümer erklärt.

Hausgeld Wohnungseigentuemer

Hausgeld: Die monatliche Pflicht für Wohnungseigentümer

Wer eine Eigentumswohnung kauft, zahlt nicht nur Kredit und Strom. Jeden Monat kommt das Hausgeld hinzu — eine Gemeinschaftszahlung für alle Kosten des Mehrfamilienhauses. Was steckt darin?

Was ist das Hausgeld?

Praxis-Tipp: Mindestens 3 unabhängige Angebote einholen — Hausbank + 2 Vergleichsrechner. Zinsunterschiede von 0,5 % bei 280.000 € Kredit ergeben 14.000 € Mehrkosten über 10 Jahre. Sondertilgungsrecht (min. 5 %) im Vertrag festhalten — kostet wenige Basispunkte, schafft Flexibilität.
Unterlagen für die Baufinanzierung

Das Hausgeld (auch Wohngeld in der WEG) ist der monatliche Beitrag jedes Wohnungseigentümers zur Gemeinschaft. Es deckt die laufenden Kosten des Gemeinschaftseigentums und fließt in die Instandhaltungsrücklage.

Was ist im Hausgeld enthalten?

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  • Hausmeister und Verwaltungskosten
  • Versicherungen (Wohngebäude, Haftpflicht, Glasversicherung)
  • Gemeinschaftsstrom (Treppenhaus, Keller, Außenbeleuchtung)
  • Heizung und Warmwasser (bei Zentralheizung)
  • Gartenpflege und Winterdienst
  • Instandhaltungsrücklage (für zukünftige Reparaturen)
  • Müllentsorgung
  • Aufzugswartung (wenn vorhanden)

Was ist NICHT im Hausgeld?

  • Strom für die eigene Wohnung
  • Eigene Heizkosten (bei Einzelheizung)
  • Internet und Telefon
  • Reparaturen innerhalb der eigenen Wohnung

Wie hoch ist das Hausgeld typischerweise?

KategorieHausgeld/m²/Monat
Älteres Gebäude (vor 1990)3,50–5,50 €
Neueres Gebäude (nach 2000)2,50–4,00 €
Luxus-Wohnanlagen5,00–10,00 €+
Durchschnitt Deutschlandca. 3,50 €/m²

Beispiel: 80 m² Wohnung × 3,50 € = 280 €/Monat Hausgeld

Die Instandhaltungsrücklage: Besonders wichtig

Ein Teil des Hausgelds geht in die Instandhaltungsrücklage. Diese ist für künftige Reparaturen bestimmt: Dacherneuerung, Fassade, Aufzug, Heizungsanlage. Faustregel: Mind. 0,8–1 % des Gebäudewerts pro Jahr sollte in die Rücklage fließen.

Vor dem Kauf prüfen: Ist die Rücklage ausreichend befüllt? Eine leere Rücklage bedeutet, dass du nach dem Kauf für teure Reparaturen direkt zur Kasse gebeten wirst.

Was, wenn das Hausgeld zu niedrig ist?

Zu niedriges Hausgeld ist oft ein Warnsignal. Es bedeutet entweder:

  • Instandhaltungsrücklage wird vernachlässigt
  • Notwendige Reparaturen werden aufgeschoben
  • WEG-Verwaltung ist unprofessionell

In solchen Fällen drohen später Sonderumlagen — plötzliche Einmalzahlungen für dringende Reparaturen.

Checkliste: Hausgeld vor dem Kauf prüfen

  • ☐ Aktuelle Hausgeldabrechnung anfordern
  • ☐ Wirtschaftsplan für kommendes Jahr prüfen
  • ☐ Instandhaltungsrücklage: Wie hoch ist der Stand?
  • ☐ WEG-Protokolle der letzten 3 Jahre lesen
  • ☐ Geplante Sanierungen und deren Kosten erfragen
  • ☐ Verwaltungsbeirat und Hausverwaltung einschätzen

Fazit

Das Hausgeld ist ein wichtiger Kostenposten beim Wohnungskauf — oft unterschätzt. Wer vor dem Kauf die WEG-Unterlagen sorgfältig prüft, erkennt frühzeitig, ob finanzielle Zeitbomben im Gemeinschaftseigentum ticken.