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Nebenkosten

Kaufnebenkosten beim Immobilienkauf: Die komplette Übersicht

Kaufnebenkosten machen 9–15 % des Kaufpreises aus. Mit Berechnungsbeispiel, aktuellen Sätzen nach Bundesland und Tipps zum Sparen bei den Kaufnebenkosten.

Stand: 2024-10-12 2 Min. Lesezeit
Kaufnebenkosten beim Immobilienkauf: Die komplette Übersicht
Das Wichtigste auf einen Blick
  • Bayern: 3,5 % GrESt + 1,75 % Notar + 3,57 % Makler = ca. 8,82 % = 35.280 €
  • NRW: 6,5 % GrESt + 1,75 % Notar + 3,57 % Makler = ca. 11,82 % = 47.280 €
  • Berlin: 6,0 % GrESt + 1,75 % Notar + 3,57 % Makler = ca. 11,32 % = 45.280 €
  • Bundesland mit niedrigerer GrESt wählen: Nicht immer möglich, aber manchmal relevant bei Grenzgebieten

Was sind Kaufnebenkosten?

Kaufnebenkosten sind alle Kosten, die beim Immobilienkauf zusätzlich zum Kaufpreis anfallen. Sie werden von den meisten Käufern unterschätzt — und können 9 bis 15 % des Kaufpreises ausmachen. Sie müssen in der Regel aus Eigenkapital gezahlt werden, da Banken sie nicht finanzieren.

Die drei Hauptkostenpositionen

1. Grunderwerbsteuer (3,5–6,5 %)

Die größte Nebenkosten-Position. Sie variiert je nach Bundesland:

BundeslandSatzAuf 300.000 €
Bayern, Sachsen3,5 %10.500 €
Hamburg4,5 %13.500 €
Baden-Württemberg, Hessen5,0 %15.000 €
Berlin, Hessen, MV, Saarland, Sachsen-Anhalt6,0 %18.000 €
Brandenburg, NRW, Schleswig-Holstein, Thüringen6,5 %19.500 €

2. Notarkosten + Grundbuchgebühren (1,5–2 %)

Gesetzlich geregelt, nicht verhandelbar. Bei 300.000 € Kaufpreis ca. 4.500–6.000 €. Details: Notarkosten berechnen.

3. Maklercourtage (0 oder 3,57 %)

Seit Dezember 2020 teilen sich Käufer und Verkäufer die Maklercourtage hälftig — maximal 3,57 % für den Käufer (inkl. MwSt). Bei bestimmten Konstellationen (Privatverkauf) entfällt die Courtage.

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KostenartAnteil am KaufpreisBeispiel (400.000 €)
Grunderwerbsteuer3,5–6,5 %14.000–26.000 €
Notar + Grundbuch1,5–2,0 %6.000–8.000 €
Maklercourtage0–3,57 %0–14.280 €
Gutachter (optional)0,1–0,3 %500–2.000 €
Umzug, Renovierungvariabel2.000–20.000 €
Gesamt5–13 %20.000–60.000 €

Bundesland-Beispiele: Nebenkosten im Vergleich

Bei einem Kaufpreis von 400.000 € mit Maklerprovision:

  • Bayern: 3,5 % GrESt + 1,75 % Notar + 3,57 % Makler = ca. 8,82 % = 35.280 €
  • NRW: 6,5 % GrESt + 1,75 % Notar + 3,57 % Makler = ca. 11,82 % = 47.280 €
  • Berlin: 6,0 % GrESt + 1,75 % Notar + 3,57 % Makler = ca. 11,32 % = 45.280 €

Tipp: Nebenkosten mit Eigenkapital decken

Wichtig: Banken finanzieren die Kaufnebenkosten in der Regel NICHT. Du brauchst diese Beträge als Eigenkapital. Plane also: Eigenkapital = mind. Nebenkosten + 10–20 % Kaufpreis. Wer nur genau die Nebenkosten hat, wird keinen Kredit bekommen.

Wie senke ich die Nebenkosten?

  1. Bundesland mit niedrigerer GrESt wählen: Nicht immer möglich, aber manchmal relevant bei Grenzgebieten
  2. Ohne Makler kaufen (Privatverkauf): Spart 3,57 % Courtage
  3. Inventar separat ausweisen: Einbauküche, Sauna, Markise — reduziert den notargebührenpflichtigen Kaufpreis
  4. Geerbte Grundschuld übernehmen: Spart Grundbuchgebühren für Neubestellung
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Häufige Fragen

Welche Kaufnebenkosten sind beim Immobilienkauf in Deutschland typisch?

Die typischen Kaufnebenkosten setzen sich zusammen aus: Grunderwerbsteuer (3,5–6,5 % je nach Bundesland), Notarkosten (ca. 1–1,5 %), Grundbuchkosten (ca. 0,5 %) und ggf. Maklerprovision (0–3,57 %). Insgesamt 7–12 % des Kaufpreises — diese müssen aus Eigenkapital bezahlt werden.

Sind Kaufnebenkosten steuerlich absetzbar?

Bei selbst genutzten Immobilien leider nicht. Bei Kapitalanlagen (vermietete Wohnungen) sind alle Nebenkosten als Anschaffungsnebenkosten steuerlich relevant — sie erhöhen die Abschreibungsbasis und wirken sich über die Laufzeit steuermindernd aus.

Kann ich Kaufnebenkosten in die Finanzierung einschließen?

Einige Banken bieten 110 %-Finanzierungen an, die auch Nebenkosten abdecken. Das ist aber teuer: höhere Zinsen, höherer Beleihungsauslauf, mehr Risiko. Empfehlung: Nebenkosten immer aus Eigenkapital zahlen, um die Darlehenssumme und damit die Zinskosten zu minimieren.

SM
Artikel von
Zert. Finanzberaterin (IHK)
Baufinanzierungs-Expertin
Zertifizierte Finanzberaterin (IHK) mit 12 Jahren Erfahrung in der Baufinanzierungsberatung. Sandra begleitet Erst- und Wiederholungskäufer von der Bonitätsprüfung über die Zinsbindungswahl bis zur Anschlussfinanzierung. Schwerpunkte: Annuitätendarlehen, Tilgungsstrategien, KfW-Förderprogramme und Finanzierungsstrukturierung für Eigennutzer.
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