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Notar beim Hauskauf: Ablauf, Kosten und was du vorbereiten solltest

Notartermin beim Hauskauf: Was passiert beim Termin, was kostet der Einfach erklärt für Einsteiger — mit Rechenbeispielen und den wichtigsten Fachbegriffen.

Stand: 2024-05-30 3 Min. Lesezeit
Notar beim Hauskauf: Ablauf, Kosten und was du vorbereiten solltest
Das Wichtigste auf einen Blick
  • Beide Parteien den Vertrag verstehen
  • Identitäten geprüft sind
  • Das Grundbuch korrekt aktualisiert wird
  • Die Eigentumsübertragung rechtssicher erfolgt

Der Notartermin ist der entscheidende Moment beim Immobilienkauf — hier wird der Kaufvertrag beurkundet und der Kauf rechtlich bindend. Viele wissen nicht was sie erwartet. Hier ist der vollständige Ablauf.

Warum brauche ich einen Notar?

Immobilienkaufverträge sind nach § 311b BGB zwingend notariell zu beurkunden. Ein privat unterzeichneter Kaufvertrag ist nichtig — selbst wenn beide Seiten einverstanden sind. Der Notar stellt sicher, dass:

  • Beide Parteien den Vertrag verstehen
  • Identitäten geprüft sind
  • Das Grundbuch korrekt aktualisiert wird
  • Die Eigentumsübertragung rechtssicher erfolgt

Wie läuft der Notartermin ab?

  1. Identitätsprüfung: Alle Beteiligten zeigen Personalausweis/Reisepass
  2. Vorlesen des Vertrags: Notar liest den gesamten Kaufvertrag vor — das dauert 30–90 Minuten
  3. Fragen und Klärungen: Offene Punkte können noch angesprochen werden
  4. Unterschrift: Alle Beteiligten unterschreiben
  5. Beurkundung: Notar unterschreibt und siegelt
  6. Auflassungsvormerkung: Notar beantragt sofort die Eintragung im Grundbuch

Was passiert nach dem Notartermin?

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  • Notar sendet Grunderwerbsteuerbescheid ans Finanzamt
  • Du erhältst Zahlungsaufforderung für Grunderwerbsteuer
  • Nach Zahlung der Steuer: Finanzamt stellt "Unbedenklichkeitsbescheinigung" aus
  • Erst dann: Grundbuchamt überträgt Eigentum auf deinen Namen
  • Üblich: 6–12 Wochen bis Eigentumseintragung abgeschlossen

Was kostet der Notar?

Die Notargebühren sind bundesweit einheitlich im GNotKG festgelegt — kein Verhandlungsspielraum.

KaufpreisNotar + Grundbuch (ca.)
200.000 €ca. 3.200 €
350.000 €ca. 4.800 €
500.000 €ca. 6.500 €
750.000 €ca. 9.000 €

Wer wählt den Notar?

Üblicherweise wählt der Käufer den Notar — da er auch die Kosten trägt. Verkäufer haben kein Recht, einen bestimmten Notar durchzusetzen. Du kannst jeden zugelassenen Notar in Deutschland wählen — er muss nicht im gleichen Ort sitzen wie die Immobilie.

Was du zum Notartermin mitbringen musst

  • Personalausweis oder Reisepass (aktuell gültig)
  • Bei Verheirateten: Eheurkunde (manchmal verlangt)
  • Bankverbindung für Rückfragen
  • Finanzierungsbestätigung (nicht Pflicht, aber gut zu haben)
  • Vertragsunterlagen die du vorab erhalten hast

Kann ich beim Notar noch Änderungen einfordern?

Ja — bis zur Unterzeichnung kann jeder Punkt noch diskutiert werden. Wenn du etwas nicht verstehst oder ändern möchtest: Sprich es an. Der Notar muss erklären und kann auf Wunsch Formulierungen anpassen.

Tipp: Bereite Fragen schon zuhause vor, wenn du den Vertragsentwurf gelesen hast.

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Häufige Fragen

Was sind die wichtigsten Tipps zum Thema Notar beim Hauskauf?

Beim Thema Notar beim Hauskauf kommt es auf drei Kernpunkte an: Erstens ausreichend Eigenkapital einbringen (mindestens 20 % plus Nebenkosten). Zweitens mindestens 3–5 Angebote vergleichen — der Zinsunterschied kann 0,3–0,5 % betragen, was bei 250.000 € Kredit über 10 Jahre 7.500–12.500 € Ersparnis bedeutet. Drittens auf flexible Konditionen achten (Sondertilgung, Tilgungsanpassung).

Welche häufigen Fehler sollte ich vermeiden?

Die häufigsten Fehler: Nur die Hausbank anfragen ohne Vergleich. Die Kaufnebenkosten unterschätzen (7–12 % des Kaufpreises). Zu wenig Eigenkapital einbringen. Die monatliche Rate zu knapp kalkulieren ohne Puffer für Reparaturen und Einkommensausfälle. Zu kurze Zinsbindung wählen bei aktuell niedrigen Zinsen.

Wie berechne ich meine maximale Kreditrate?

Faustregel: Die monatliche Rate sollte nicht mehr als 35–40 % des Netto-Haushaltseinkommens betragen. Bei 3.500 € Netto wären das maximal ca. 1.400 €/Monat. Wichtig: Alle laufenden Kosten (Hausgeld, Versicherungen, Rücklagen 1–1,5 % des Immobilienwerts p.a.) einkalkulieren. Nutze einen Online-Rechner für deine persönliche Situation.

Welche Unterlagen brauche ich für einen Finanzierungsantrag?

Persönliche Unterlagen: Letzten 3 Gehaltsabrechnungen, aktueller Arbeitsvertrag, SCHUFA-Auskunft, Kontoauszüge (3 Monate). Für die Immobilie: Exposé, Grundriss, Grundbuchauszug, Energieausweis, Kaufvertragsentwurf. Bei Neubauten: Baubeschreibung, Lageplan, Kostenaufstellung. Je vollständiger, desto schneller die Zusage.

SM
Artikel von
Zert. Finanzberaterin (IHK)
Baufinanzierungs-Expertin
Zertifizierte Finanzberaterin (IHK) mit 12 Jahren Erfahrung in der Baufinanzierungsberatung. Sandra begleitet Erst- und Wiederholungskäufer von der Bonitätsprüfung über die Zinsbindungswahl bis zur Anschlussfinanzierung. Schwerpunkte: Annuitätendarlehen, Tilgungsstrategien, KfW-Förderprogramme und Finanzierungsstrukturierung für Eigennutzer.
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