Notar beim Hauskauf: Ablauf und Kosten
Der Notartermin ist der entscheidende Moment beim Immobilienkauf — hier wird der Kaufvertrag beurkundet und der Kauf rechtlich bindend. Viele wissen nicht was sie erwartet. Hier ist der vollständige Ablauf.
Warum brauche ich einen Notar?
Immobilienkaufverträge sind nach § 311b BGB zwingend notariell zu beurkunden. Ein privat unterzeichneter Kaufvertrag ist nichtig — selbst wenn beide Seiten einverstanden sind. Der Notar stellt sicher, dass:

- Beide Parteien den Vertrag verstehen
- Identitäten geprüft sind
- Das Grundbuch korrekt aktualisiert wird
- Die Eigentumsübertragung rechtssicher erfolgt
Wie läuft der Notartermin ab?

- Identitätsprüfung: Alle Beteiligten zeigen Personalausweis/Reisepass
- Vorlesen des Vertrags: Notar liest den gesamten Kaufvertrag vor — das dauert 30–90 Minuten
- Fragen und Klärungen: Offene Punkte können noch angesprochen werden
- Unterschrift: Alle Beteiligten unterschreiben
- Beurkundung: Notar unterschreibt und siegelt
- Auflassungsvormerkung: Notar beantragt sofort die Eintragung im Grundbuch
Was passiert nach dem Notartermin?
- Notar sendet Grunderwerbsteuerbescheid ans Finanzamt
- Du erhältst Zahlungsaufforderung für Grunderwerbsteuer
- Nach Zahlung der Steuer: Finanzamt stellt "Unbedenklichkeitsbescheinigung" aus
- Erst dann: Grundbuchamt überträgt Eigentum auf deinen Namen
- Üblich: 6–12 Wochen bis Eigentumseintragung abgeschlossen
Was kostet der Notar?
Die Notargebühren sind bundesweit einheitlich im GNotKG festgelegt — kein Verhandlungsspielraum.
| Kaufpreis | Notar + Grundbuch (ca.) |
|---|---|
| 200.000 € | ca. 3.200 € |
| 350.000 € | ca. 4.800 € |
| 500.000 € | ca. 6.500 € |
| 750.000 € | ca. 9.000 € |
Wer wählt den Notar?
Üblicherweise wählt der Käufer den Notar — da er auch die Kosten trägt. Verkäufer haben kein Recht, einen bestimmten Notar durchzusetzen. Du kannst jeden zugelassenen Notar in Deutschland wählen — er muss nicht im gleichen Ort sitzen wie die Immobilie.
Was du zum Notartermin mitbringen musst
- Personalausweis oder Reisepass (aktuell gültig)
- Bei Verheirateten: Eheurkunde (manchmal verlangt)
- Bankverbindung für Rückfragen
- Finanzierungsbestätigung (nicht Pflicht, aber gut zu haben)
- Vertragsunterlagen die du vorab erhalten hast
Kann ich beim Notar noch Änderungen einfordern?
Ja — bis zur Unterzeichnung kann jeder Punkt noch diskutiert werden. Wenn du etwas nicht verstehst oder ändern möchtest: Sprich es an. Der Notar muss erklären und kann auf Wunsch Formulierungen anpassen.
Tipp: Bereite Fragen schon zuhause vor, wenn du den Vertragsentwurf gelesen hast.
Häufige Fragen
Worauf kommt es bei Hauskauf Notar Ablauf an?
Das Wichtigste bei Hauskauf Notar Ablauf: fruehzeitig informieren, mehrere Angebote einholen, Förderungen nutzen und Nebenkosten nicht vergessen. Unabhaengige Beratung ist oft kostenlos und spart tausende Euro.
Was kostet der Notar beim Hauskauf?
Notargebühren: ca. 1,0–1,5 % des Kaufpreises (gesetzlich geregelt per GNotKG). Bei 300.000 €: 3.000–4.500 €. Dazu Grundbuchkosten: ca. 0,3–0,5 %. Gesamtrechnung Notar + Grundbuch: ca. 1.500–6.500 € je nach Kaufpreis. Kostenvoranschlag: Notar ist verpflichtet, ihn auf Anfrage zu geben.
Was sollte ich im Kaufvertrag prüfen?
Besonders wichtig: Gewährleistungsausschlüsse ("gekauft wie gesehen"), Übergabetermin und -bedingungen, Inventarliste (was bleibt in der Wohnung?), Lasten und Beschränkungen aus dem Grundbuch, Fälligkeit des Kaufpreises, Zustand eventueller Mieter/Pächter. Empfehlung: Anwalt oder Verbraucherschutzzentrale prüfen lassen (300–600 €).
Kann ich vom Kaufvertrag zurücktreten?
Nach Notartermin: sehr schwer. Rücktrittsrechte nur bei vertraglichen Rücktrittsvorbehalten (z.B. Finanzierungsvorbehalt) oder arglistiger Täuschung (versteckte Mängel). Ohne Rücktrittsklausel: Rücktritt kostet meist Vertragsstrafe (10–20 % des Kaufpreises). Vor Notartermin: jederzeit ohne Kosten — daher Finanzierungszusage vorher sicherstellen.
