
Kein Makler – das klingt verlockend: 3–6 % Provision gespart! Bei 400.000 € Verkaufspreis sind das 12.000–24.000 €. Aber der Privatverkauf erfordert Zeit, Wissen und Vorbereitung.
Wann lohnt sich der Privatverkauf?
- Du hast Zeit für Besichtigungen und Verhandlungen
- Die Immobilie ist einfach zu beschreiben (keine Besonderheiten)
- Du kennst den lokalen Markt gut
- Du hast bereits Interessenten (z.B. Nachbarn, Familie)
Was Makler tun – und was du selbst tun musst
| Aufgabe | Zeit-Aufwand |
|---|---|
| Marktanalyse und Preisfindung | 4–8 Stunden |
| Professionelle Fotos (Fotograf beauftragen) | 1–3 Stunden + 200–500 € |
| Exposé erstellen | 3–6 Stunden |
| Inserate schalten (Immoscout, Immowelt) | 1 Stunde + 50–150 €/Woche |
| Anfragen beantworten, Termine koordinieren | Laufend |
| Besichtigungen durchführen | Je 1–2 Stunden |
| Verhandlungen führen | Variabel |
| Notar koordinieren, Unterlagen bereitstellen | 3–5 Stunden |
Unterlagen die du brauchst
- Grundbuchauszug (aktuell)
- Energieausweis (Pflicht beim Verkauf!)
- Baupläne und Wohnflächenberechnung
- Grundrisse
- Bei WEG: Hausgeldabrechnung, Protokolle, Teilungserklärung
- Grundsteuerbescheid
Preisfindung ohne Makler
Nutze: Vergleichspreise aus Gutachterausschuss, Online-Bewertungstools (Immoscout, Homeday) und regionale Experten (z.B. Baufinanzierer). Setze den Preis leicht über Zielpreis an – Verhandlungsspielraum einplanen.
Häufige Fehler beim Privatverkauf
- Falscher Preis (zu hoch → langer Leerstand, zu niedrig → Geldverlust)
- Schlechte Fotos (größtes Abschreckungselement)
- Keine Vorabprüfung der Käufer-Bonität
- Wichtige Unterlagen fehlen beim Notartermin
Checkliste: Privatverkauf vorbereiten
- ☑ Marktanalyse durchgeführt?
- ☑ Professionelle Fotos gemacht?
- ☑ Alle Pflichtunterlagen vorhanden (Energieausweis!)?
- ☑ Inserate auf mindestens 2 Plattformen?
- ☑ Käufer-Bonität prüfen (Selbstauskunft, SCHUFA)?
- ☑ Notar vorab kontaktiert?
Häufige Fragen
Was sind die wichtigsten Tipps zum Thema Haus ohne Makler verkaufen?
Beim Thema Haus ohne Makler verkaufen kommt es auf drei Kernpunkte an: Erstens ausreichend Eigenkapital einbringen (mindestens 20 % plus Nebenkosten). Zweitens mindestens 3–5 Angebote vergleichen — der Zinsunterschied kann 0,3–0,5 % betragen, was bei 250.000 € Kredit über 10 Jahre 7.500–12.500 € Ersparnis bedeutet. Drittens auf flexible Konditionen achten (Sondertilgung, Tilgungsanpassung).
Welche häufigen Fehler sollte ich vermeiden?
Die häufigsten Fehler: Nur die Hausbank anfragen ohne Vergleich. Die Kaufnebenkosten unterschätzen (7–12 % des Kaufpreises). Zu wenig Eigenkapital einbringen. Die monatliche Rate zu knapp kalkulieren ohne Puffer für Reparaturen und Einkommensausfälle. Zu kurze Zinsbindung wählen bei aktuell niedrigen Zinsen.
Wie berechne ich meine maximale Kreditrate?
Faustregel: Die monatliche Rate sollte nicht mehr als 35–40 % des Netto-Haushaltseinkommens betragen. Bei 3.500 € Netto wären das maximal ca. 1.400 €/Monat. Wichtig: Alle laufenden Kosten (Hausgeld, Versicherungen, Rücklagen 1–1,5 % des Immobilienwerts p.a.) einkalkulieren. Nutze einen Online-Rechner für deine persönliche Situation.
Welche Unterlagen brauche ich für einen Finanzierungsantrag?
Persönliche Unterlagen: Letzten 3 Gehaltsabrechnungen, aktueller Arbeitsvertrag, SCHUFA-Auskunft, Kontoauszüge (3 Monate). Für die Immobilie: Exposé, Grundriss, Grundbuchauszug, Energieausweis, Kaufvertragsentwurf. Bei Neubauten: Baubeschreibung, Lageplan, Kostenaufstellung. Je vollständiger, desto schneller die Zusage.
