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Ratgeber

Hausverwaltung: Kosten, Leistungen und wann man sie braucht

Hausverwaltung kostet 25–45 € pro Einheit/Monat. Was ist im Grundhonorar enthalten, wann werden Sonderleistungen berechnet — alle Kosten im Überblick.

Stand: 2025-01-08 2 Min. Lesezeit
Hausverwaltung: Kosten, Leistungen und wann man sie braucht
Das Wichtigste auf einen Blick
  • Buchführung und Jahresabrechnung
  • Wirtschaftsplan aufstellen
  • Eigentümerversammlungen einberufen und durchführen
  • Handwerker beauftragen und Mängel beheben

Wer eine Eigentumswohnung vermietet oder Teil einer WEG ist, hat die Wahl: Selbst verwalten oder Hausverwaltung beauftragen. Was kostet eine Verwaltung, und wann lohnt sie sich?

Zwei Arten der Hausverwaltung

WEG-Verwaltung (Gemeinschaftseigentum)

Verwaltet das Gemeinschaftseigentum eines Mehrfamilienhauses — wird von der Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) gewählt. Pflicht bei mehr als einer Wohneinheit.

Kosten: 20–35 € pro Einheit und Monat (= Verwaltungskosten im Hausgeld)

Mietverwaltung (Sondereigentum)

Verwaltet die einzelne vermietete Wohnung — optional, vom einzelnen Eigentümer beauftragt.

Kosten: 25–50 € pro Einheit und Monat, oder 3–8 % der Bruttomieteinnahmen

Was leistet eine Hausverwaltung?

WEG-Verwaltung übernimmt:

  • Buchführung und Jahresabrechnung
  • Wirtschaftsplan aufstellen
  • Eigentümerversammlungen einberufen und durchführen
  • Handwerker beauftragen und Mängel beheben
  • Hausordnung durchsetzen
  • Versicherungen abschließen
  • Instandhaltungsrücklage verwalten

Mietverwaltung übernimmt zusätzlich:

  • Mietersuche und -auswahl
  • Mietvertrag aufsetzen und abschließen
  • Mietzahlungen überwachen, Mahnungen
  • Nebenkostenabrechnung erstellen
  • Schäden und Reparaturen koordinieren
  • Kündigung und Übergabe abwickeln

Kosten im Detail

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LeistungKosten
WEG-Verwaltung20–35 €/WE/Monat
Mietverwaltung25–50 €/Einheit/Monat oder 3–8 % der Bruttomiete
Mietersuche (Einmalig)1–2 Monatsmieten
Mahnverfahren/KündigungStundensatz 60–120 €/h

Beispiel: Wohnung 70 m², Miete 900 €/Monat, 5 % Mietverwaltungsgebühr = 45 €/Monat = 540 €/Jahr. Steuerlich als Werbungskosten absetzbar!

Weiterlesen: Finanzierungsrechner Anbietervergleich.

Selbst verwalten vs. Hausverwaltung

Selbst verwalten sinnvoll wenn:

  • Nur eine Wohnung zu verwalten
  • Wohnung in der Nähe des eigenen Wohnorts
  • Handwerkliches Geschick und Zeit vorhanden
  • Gutes Verhältnis zu Mietern

Hausverwaltung sinnvoll wenn:

  • Mehrere Einheiten verwalten
  • Wohnobjekt weit entfernt
  • Wenig Zeit für Verwaltungsaufgaben
  • Komplizierte Mieter oder schwierige WEG-Situation
  • Steuerlicher Vorteil (absetzbar)

Wie wählt man eine gute Hausverwaltung?

  • Mindestens 3 Angebote einholen und vergleichen
  • Referenzen erfragen und prüfen
  • Vertrag genau lesen: Laufzeit, Kündigungsfrist, Leistungsumfang
  • Kautionskonten: müssen getrennt vom Verwaltervermögen geführt werden
  • Erreichbarkeit testen — vor Vertragsabschluss anrufen

Fazit

Eine Hausverwaltung kostet zwischen 3–8 % der Mieteinnahmen — ist steuerlich absetzbar und spart erheblich Zeit. Wer mehrere Immobilien besitzt oder keine Zeit für Verwaltungsaufgaben hat, ist damit gut beraten. Für eine einzelne, nahegelegene Wohnung ist Selbstverwaltung oft günstiger.

Häufige Fragen

Was sind die wichtigsten Tipps zum Thema Hausverwaltung?

Beim Thema Hausverwaltung kommt es auf drei Kernpunkte an: Erstens ausreichend Eigenkapital einbringen (mindestens 20 % plus Nebenkosten). Zweitens mindestens 3–5 Angebote vergleichen — der Zinsunterschied kann 0,3–0,5 % betragen, was bei 250.000 € Kredit über 10 Jahre 7.500–12.500 € Ersparnis bedeutet. Drittens auf flexible Konditionen achten (Sondertilgung, Tilgungsanpassung).

Welche häufigen Fehler sollte ich vermeiden?

Die häufigsten Fehler: Nur die Hausbank anfragen ohne Vergleich. Die Kaufnebenkosten unterschätzen (7–12 % des Kaufpreises). Zu wenig Eigenkapital einbringen. Die monatliche Rate zu knapp kalkulieren ohne Puffer für Reparaturen und Einkommensausfälle. Zu kurze Zinsbindung wählen bei aktuell niedrigen Zinsen.

Wie berechne ich meine maximale Kreditrate?

Faustregel: Die monatliche Rate sollte nicht mehr als 35–40 % des Netto-Haushaltseinkommens betragen. Bei 3.500 € Netto wären das maximal ca. 1.400 €/Monat. Wichtig: Alle laufenden Kosten (Hausgeld, Versicherungen, Rücklagen 1–1,5 % des Immobilienwerts p.a.) einkalkulieren. Nutze einen Online-Rechner für deine persönliche Situation.

Welche Unterlagen brauche ich für einen Finanzierungsantrag?

Persönliche Unterlagen: Letzten 3 Gehaltsabrechnungen, aktueller Arbeitsvertrag, SCHUFA-Auskunft, Kontoauszüge (3 Monate). Für die Immobilie: Exposé, Grundriss, Grundbuchauszug, Energieausweis, Kaufvertragsentwurf. Bei Neubauten: Baubeschreibung, Lageplan, Kostenaufstellung. Je vollständiger, desto schneller die Zusage.

SM
Artikel von
Zert. Finanzberaterin (IHK)
Baufinanzierungs-Expertin
Zertifizierte Finanzberaterin (IHK) mit 12 Jahren Erfahrung in der Baufinanzierungsberatung. Sandra begleitet Erst- und Wiederholungskäufer von der Bonitätsprüfung über die Zinsbindungswahl bis zur Anschlussfinanzierung. Schwerpunkte: Annuitätendarlehen, Tilgungsstrategien, KfW-Förderprogramme und Finanzierungsstrukturierung für Eigennutzer.
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