
Vor dem Kauf einer Immobilie gibt es viel zu prüfen. Diese Checkliste deckt alles ab – von der Besichtigung bis zum Notartermin.
1. Unterlagen-Checkliste
- ☑ Grundbuchauszug (aktuell, max. 3 Monate)
- ☑ Energieausweis (Pflicht!)
- ☑ Baupläne und Grundrisse
- ☑ Wohnflächenberechnung nach WoFlV
- ☑ Bei WEG: Hausgeldabrechnungen (letzte 3 Jahre)
- ☑ Bei WEG: Protokolle Eigentümerversammlungen (letzte 3 Jahre)
- ☑ Bei WEG: Teilungserklärung und Gemeinschaftsordnung
- ☑ Mietvertrag (bei vermieteten Objekten)
- ☑ Grundsteuerbescheid
2. Besichtigungs-Checkliste Gebäude
- ☑ Keller: Feuchtigkeit, Schimmel, Geruch?
- ☑ Dach: Dachstuhl sichtbar und ohne Fäule/Schädlinge?
- ☑ Fassade: Risse, Putz-Abplatzungen, Feuchtigkeit?
- ☑ Fenster und Türen: Dichtungen, Beschläge, Einfach-/Dreifachverglasung?
- ☑ Heizung: Baujahr, Typ, Zustand?
- ☑ Elektrik: Sicherungskasten, Steckdosen, Leitungsalter?
- ☑ Wasserinstallation: Druckstärke, Rohrmaterialien (Blei vorhanden?)
- ☑ Bad und Küche: Zustand, Fliesen, Armaturen?
3. Umgebungs-Checkliste
- ☑ Lärm: Besichtigung zu verschiedenen Zeiten?
- ☑ Infrastruktur: Schule, Arzt, Einkauf erreichbar?
- ☑ ÖPNV: Haltestellen in Gehweite?
- ☑ Nachbarn: Erste Eindrücke?
- ☑ Bebauungsplan: Was könnte noch gebaut werden?
4. Finanz-Checkliste
- ☑ Kaufpreis mit Vergleichsobjekten plausibel?
- ☑ Kaufnebenkosten (10–15 %) eingerechnet?
- ☑ Sanierungsrücklage für erste 5 Jahre eingeplant?
- ☑ Finanzierungszusage der Bank vorab?
- ☑ Tilgungsplan bis Rentenalter tragbar?
5. Experten-Check
- ☑ Bausachverständigen zur zweiten Besichtigung mitgenommen?
- ☑ Notar Kaufvertrag vor Unterzeichnung erklärt?
- ☑ Steuerberater Steueroptimierung geprüft?
Tipp: Diese Checkliste nicht nur mental durchgehen – ausdrucken und mit zur Besichtigung nehmen. Fotos von kritischen Stellen machen und danach in Ruhe auswerten.
Häufige Fragen
Was sind die wichtigsten Tipps zum Thema Immobilienbewertung?
Beim Thema Immobilienbewertung kommt es auf drei Kernpunkte an: Erstens ausreichend Eigenkapital einbringen (mindestens 20 % plus Nebenkosten). Zweitens mindestens 3–5 Angebote vergleichen — der Zinsunterschied kann 0,3–0,5 % betragen, was bei 250.000 € Kredit über 10 Jahre 7.500–12.500 € Ersparnis bedeutet. Drittens auf flexible Konditionen achten (Sondertilgung, Tilgungsanpassung).
Welche häufigen Fehler sollte ich vermeiden?
Die häufigsten Fehler: Nur die Hausbank anfragen ohne Vergleich. Die Kaufnebenkosten unterschätzen (7–12 % des Kaufpreises). Zu wenig Eigenkapital einbringen. Die monatliche Rate zu knapp kalkulieren ohne Puffer für Reparaturen und Einkommensausfälle. Zu kurze Zinsbindung wählen bei aktuell niedrigen Zinsen.
Wie berechne ich meine maximale Kreditrate?
Faustregel: Die monatliche Rate sollte nicht mehr als 35–40 % des Netto-Haushaltseinkommens betragen. Bei 3.500 € Netto wären das maximal ca. 1.400 €/Monat. Wichtig: Alle laufenden Kosten (Hausgeld, Versicherungen, Rücklagen 1–1,5 % des Immobilienwerts p.a.) einkalkulieren. Nutze einen Online-Rechner für deine persönliche Situation.
Welche Unterlagen brauche ich für einen Finanzierungsantrag?
Persönliche Unterlagen: Letzten 3 Gehaltsabrechnungen, aktueller Arbeitsvertrag, SCHUFA-Auskunft, Kontoauszüge (3 Monate). Für die Immobilie: Exposé, Grundriss, Grundbuchauszug, Energieausweis, Kaufvertragsentwurf. Bei Neubauten: Baubeschreibung, Lageplan, Kostenaufstellung. Je vollständiger, desto schneller die Zusage.
