
Der Makler kostet 3,57 % vom Kaufpreis – bei 400.000 € sind das 14.280 €. Kein Wunder, dass viele Käufer und Verkäufer den Weg ohne Makler suchen.
Plattformen für den Direktkauf/-verkauf
- Ebay Kleinanzeigen: Größtes Portal für Privatangebote. Kostenlos, keine Pflicht zur Maklerprovision. Viele Direktverkäufer.
- Immonet: Auch Privatangebote möglich
- Facebook Marketplace / Gruppen: Regional stark, viele Privatverkäufer
- Immoscout24 Privat: Privatverkäufer können inserieren, aber Reichweite geringer
- Wohnungsbörse.net: Kleinere Plattform, weniger Konkurrenz
Vorteile ohne Makler
- Keine Provision: 3–6 % Ersparnis (je Vereinbarung)
- Direkter Kontakt zwischen Käufer und Verkäufer
- Schnellere Entscheidungswege
Risiken ohne Makler
- Kein professionelles Exposé (schlechtere Präsentation)
- Kein Makler als Puffer bei Verhandlungen
- Keine Bonitätsprüfung der Interessenten
- Rechtliche Fehler im Kaufvertrag möglich
- Preisfindung ohne Marktkenntnis schwieriger
Was du als Verkäufer ohne Makler brauchst
- Gute Fotos (Investition 200–500 € lohnt sich)
- Vollständige Unterlagen (Grundbuch, Energieausweis)
- Marktpreiskenntnis (Vergleichspreise recherchieren)
- Zeit für Besichtigungen und Anfragen
- Notar für den Kaufvertrag (Pflicht)
Was du als Käufer beachten solltest
- Bausachverständigen einschalten (kein Makler = mehr Sorgfaltspflicht selbst)
- Alle Unterlagen selbst prüfen
- Notar selbst wählen
- Preisverhandlung selbst führen
Wann lohnt sich doch ein Makler?
Bei komplexen Objekten (Gewerbe, Mehrfamilienhäuser), wenn du keine Zeit hast, bei schwierigen Verhandlungen oder wenn der lokale Markt von Makler-Netzwerken dominiert wird (viele Off-Market-Deals).
Checkliste: Kauf/Verkauf ohne Makler
- ☑ Inserat auf mindestens 2 Privatplattformen?
- ☑ Professionelle Fotos (kein Handy-Schnappschuss)?
- ☑ Alle Pflichtunterlagen vorhanden (Energieausweis!)?
- ☑ Preisfindung durch Vergleichsrecherche?
- ☑ Notar für Kaufvertrag vorausgesucht?
Häufige Fragen
Was sind die wichtigsten Tipps zum Thema Immobilienvermittlung ohne Makler?
Beim Thema Immobilienvermittlung ohne Makler kommt es auf drei Kernpunkte an: Erstens ausreichend Eigenkapital einbringen (mindestens 20 % plus Nebenkosten). Zweitens mindestens 3–5 Angebote vergleichen — der Zinsunterschied kann 0,3–0,5 % betragen, was bei 250.000 € Kredit über 10 Jahre 7.500–12.500 € Ersparnis bedeutet. Drittens auf flexible Konditionen achten (Sondertilgung, Tilgungsanpassung).
Welche häufigen Fehler sollte ich vermeiden?
Die häufigsten Fehler: Nur die Hausbank anfragen ohne Vergleich. Die Kaufnebenkosten unterschätzen (7–12 % des Kaufpreises). Zu wenig Eigenkapital einbringen. Die monatliche Rate zu knapp kalkulieren ohne Puffer für Reparaturen und Einkommensausfälle. Zu kurze Zinsbindung wählen bei aktuell niedrigen Zinsen.
Wie berechne ich meine maximale Kreditrate?
Faustregel: Die monatliche Rate sollte nicht mehr als 35–40 % des Netto-Haushaltseinkommens betragen. Bei 3.500 € Netto wären das maximal ca. 1.400 €/Monat. Wichtig: Alle laufenden Kosten (Hausgeld, Versicherungen, Rücklagen 1–1,5 % des Immobilienwerts p.a.) einkalkulieren. Nutze einen Online-Rechner für deine persönliche Situation.
Welche Unterlagen brauche ich für einen Finanzierungsantrag?
Persönliche Unterlagen: Letzten 3 Gehaltsabrechnungen, aktueller Arbeitsvertrag, SCHUFA-Auskunft, Kontoauszüge (3 Monate). Für die Immobilie: Exposé, Grundriss, Grundbuchauszug, Energieausweis, Kaufvertragsentwurf. Bei Neubauten: Baubeschreibung, Lageplan, Kostenaufstellung. Je vollständiger, desto schneller die Zusage.
