Die Mietkaution ist oft 2–3 Monatsmieten — kein kleiner Betrag. Nach dem Auszug halten manche Vermieter sie ganz oder teilweise zurück. Wann ist das legal, und wann kannst du dein Geld einfordern?
Wann darf der Vermieter die Kaution einbehalten?
- Ausstehende Mietzahlungen
- Schäden die über normale Abnutzung hinausgehen
- Ausstehende Betriebskostenabrechnung (bis zu 6 Monate nach Auszug)
Normale Abnutzung vs. Schaden
Normale Abnutzung (kein Einbehalt erlaubt):
- Leichte Verfärbungen an Wänden durch Licht
- Kleine Kratzer im Boden durch normalen Gebrauch
- Abgenutzte Türgriffe
Schäden (Einbehalt möglich):
- Große Löcher in der Wand
- Verbrannte oder stark zerkratzte Böden
- Schimmel durch falsches Lüften
Wie lange darf der Vermieter warten?
Rechtlich gibt es keine feste Frist im Gesetz. Gerichte akzeptieren in der Regel 3–6 Monate nach Mietende als angemessen — wenn noch Betriebskostenabrechnungen ausstehen, länger. Nach 6 Monaten solltest du aktiv werden.
Was du tun kannst
- Schriftlich (per Einschreiben) Rückgabe der Kaution fordern
- Frist setzen (2–4 Wochen)
- Bei Verweigerung: Mieterverein oder Anwalt einschalten
- Klage beim Amtsgericht (unter 5.000 € — du brauchst keinen Anwalt)
Wichtig: Übergabeprotokoll
Das wichtigste Dokument ist das Übergabeprotokoll beim Einzug UND beim Auszug. Fotos machen und beide Parteien unterschreiben lassen. Ohne Protokoll ist es dein Wort gegen das des Vermieters.
Schönheitsreparaturen — wann musst du streichen?
Klauseln zu Schönheitsreparaturen in Mietverträgen sind oft unwirksam. Pauschale Pflichten wie "alle 3 Jahre streichen" oder "beim Auszug grundsätzlich streichen" sind in der Regel nicht rechtsgültig. Im Zweifel: Mieterverein fragen.
Häufige Fragen
Was sind die wichtigsten Tipps zum Thema Mietkaution zurückbekommen?
Beim Thema Mietkaution zurückbekommen kommt es auf drei Kernpunkte an: Erstens ausreichend Eigenkapital einbringen (mindestens 20 % plus Nebenkosten). Zweitens mindestens 3–5 Angebote vergleichen — der Zinsunterschied kann 0,3–0,5 % betragen, was bei 250.000 € Kredit über 10 Jahre 7.500–12.500 € Ersparnis bedeutet. Drittens auf flexible Konditionen achten (Sondertilgung, Tilgungsanpassung).
Welche häufigen Fehler sollte ich vermeiden?
Die häufigsten Fehler: Nur die Hausbank anfragen ohne Vergleich. Die Kaufnebenkosten unterschätzen (7–12 % des Kaufpreises). Zu wenig Eigenkapital einbringen. Die monatliche Rate zu knapp kalkulieren ohne Puffer für Reparaturen und Einkommensausfälle. Zu kurze Zinsbindung wählen bei aktuell niedrigen Zinsen.
Wie berechne ich meine maximale Kreditrate?
Faustregel: Die monatliche Rate sollte nicht mehr als 35–40 % des Netto-Haushaltseinkommens betragen. Bei 3.500 € Netto wären das maximal ca. 1.400 €/Monat. Wichtig: Alle laufenden Kosten (Hausgeld, Versicherungen, Rücklagen 1–1,5 % des Immobilienwerts p.a.) einkalkulieren. Nutze einen Online-Rechner für deine persönliche Situation.
Welche Unterlagen brauche ich für einen Finanzierungsantrag?
Persönliche Unterlagen: Letzten 3 Gehaltsabrechnungen, aktueller Arbeitsvertrag, SCHUFA-Auskunft, Kontoauszüge (3 Monate). Für die Immobilie: Exposé, Grundriss, Grundbuchauszug, Energieausweis, Kaufvertragsentwurf. Bei Neubauten: Baubeschreibung, Lageplan, Kostenaufstellung. Je vollständiger, desto schneller die Zusage.
