
Dein Vermieter hat eine Mieterhöhung angekündigt. Aber ist sie überhaupt zulässig? In Deutschland sind Mieterhöhungen streng geregelt. Hier erfährst du, was du wissen musst.
Welche Arten von Mieterhöhungen gibt es?
- Anpassung an ortsübliche Vergleichsmiete: Häufigste Form, an Mietspiegel gebunden
- Nach Modernisierung (§ 559 BGB): Max. 8 % der Modernisierungskosten/Jahr
- Staffelmiete: Feste Erhöhungen im Vertrag vereinbart
- Indexmiete: Gekoppelt an Verbraucherpreisindex
Mieterhöhung zur ortsüblichen Vergleichsmiete: Die Regeln
| Regel | Details |
|---|---|
| Mindestmietdauer vor Erhöhung | 12 Monate nach letzter Erhöhung |
| Kappungsgrenze | Max. 15–20 % Erhöhung in 3 Jahren (je Bundesland) |
| Begründungspflicht | Mietspiegel, Sachverständigengutachten oder Vergleichswohnungen |
| Widerspruchsfrist | 2 Monate nach Zugang |
Mietpreisbremse beachten
In Gebieten mit Mietpreisbremse darf Neuvermietungsmiete höchstens 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Dies gilt nicht für alle Erhöhungen, aber die Mietspiegel-Grenze bleibt relevant.
Modernisierungsmieterhöhung: Was prüfen?
- War die Modernisierung angekündigt (3 Monate vorher)?
- Nur tatsächliche Modernisierungskosten? (Keine Instandhaltung!)
- Max. 8 % der Kosten auf die Miete umlegbar
- Absolut-Grenze: Max. 3 €/m² Erhöhung (bzw. 2 € wenn Miete unter 7 €/m²)
Wann solltest du widersprechen?
- Kappungsgrenze (15–20 % in 3 Jahren) überschritten
- Mietspiegel-Wert wird deutlich überschritten
- Formfehler (Begründung fehlt, falsche Fristen)
- Modernisierungskosten unrealistisch hoch angegeben
Checkliste: Mieterhöhung prüfen
- ☑ Letzte Mieterhöhung war vor mehr als 12 Monaten?
- ☑ Kappungsgrenze für deine Region (15 oder 20 %) beachtet?
- ☑ Begründung vorhanden (Mietspiegel-Verweis)?
- ☑ Mietspiegel der Gemeinde abgerufen und verglichen?
- ☑ Bei Modernisierung: Ankündigung + Kostenaufschlüsselung erhalten?
- ☑ Mieterverein oder Rechtsberatung bei Zweifel konsultiert?
Häufige Fragen
Was sind die wichtigsten Tipps zum Thema Mieterhöhung prüfen?
Beim Thema Mieterhöhung prüfen kommt es auf drei Kernpunkte an: Erstens ausreichend Eigenkapital einbringen (mindestens 20 % plus Nebenkosten). Zweitens mindestens 3–5 Angebote vergleichen — der Zinsunterschied kann 0,3–0,5 % betragen, was bei 250.000 € Kredit über 10 Jahre 7.500–12.500 € Ersparnis bedeutet. Drittens auf flexible Konditionen achten (Sondertilgung, Tilgungsanpassung).
Welche häufigen Fehler sollte ich vermeiden?
Die häufigsten Fehler: Nur die Hausbank anfragen ohne Vergleich. Die Kaufnebenkosten unterschätzen (7–12 % des Kaufpreises). Zu wenig Eigenkapital einbringen. Die monatliche Rate zu knapp kalkulieren ohne Puffer für Reparaturen und Einkommensausfälle. Zu kurze Zinsbindung wählen bei aktuell niedrigen Zinsen.
Wie berechne ich meine maximale Kreditrate?
Faustregel: Die monatliche Rate sollte nicht mehr als 35–40 % des Netto-Haushaltseinkommens betragen. Bei 3.500 € Netto wären das maximal ca. 1.400 €/Monat. Wichtig: Alle laufenden Kosten (Hausgeld, Versicherungen, Rücklagen 1–1,5 % des Immobilienwerts p.a.) einkalkulieren. Nutze einen Online-Rechner für deine persönliche Situation.
Welche Unterlagen brauche ich für einen Finanzierungsantrag?
Persönliche Unterlagen: Letzten 3 Gehaltsabrechnungen, aktueller Arbeitsvertrag, SCHUFA-Auskunft, Kontoauszüge (3 Monate). Für die Immobilie: Exposé, Grundriss, Grundbuchauszug, Energieausweis, Kaufvertragsentwurf. Bei Neubauten: Baubeschreibung, Lageplan, Kostenaufstellung. Je vollständiger, desto schneller die Zusage.
