Wer neu baut oder eine Neubauwohnung kauft, hat Anspruch auf eine Reihe von Förderprogrammen — wenn die Energiestandards stimmen. Die richtige Kombination von Bundesförderung, KfW-Darlehen und Landesförderung kann die Finanzierungskosten erheblich senken.
KfW: Klimafreundlicher Neubau (Programm 297/298)
Das zentrale Förderprogramm für Neubauten in Deutschland:
- Kredit: bis zu 150.000 € pro Wohneinheit zu günstigen Zinsen
- Bedingung: KfW-Effizienzhaus 40 (QNG-Siegel für erhöhte Nachhaltigkeit)
- Laufzeit: bis zu 35 Jahre, tilgungsfreie Anlaufjahre möglich
- Zinsvorteil: je nach Marktlage 0,5–2,0 % unter Bankzins
KfW: Wohneigentum für Familien (300)
Speziell für Familien mit Kindern oder Alleinerziehjende:
- Kredit bis 270.000 € (je nach Kinderzahl und Effizienz)
- Deutlich günstigerer Zinssatz als Markt
- Nur für Erstkäufer mit zu versteuerndem Haushaltseinkommen bis 90.000 € (+ 10.000 € pro Kind)
- Kombination mit Programm 297 möglich
KfW: Einzelmaßnahmen Ergänzungskredit (358/359)
Für begleitende Maßnahmen beim Neubau oder Kauf:
- Photovoltaik, Batteriespeicher, Wallbox
- Bis zu 120.000 € pro Wohneinheit
BAFA: Bundesförderung Effiziente Gebäude (BEG)
Beim Neubau primär über KfW abgewickelt. BAFA ist eher für Sanierungsmaßnahmen relevant, aber bei manchen Technologien auch beim Neubau nutzbar (z. B. Wärmepumpe als Einzelmaßnahme).
Landesförderungen: Sehr unterschiedlich
Fast alle Bundesländer haben eigene Programme — oft als zinsgünstige Darlehen oder Tilgungszuschüsse:
- Bayern (BayernHeim): Günstige Darlehen für Familien, bis 80.000 €
- NRW (NRW.BANK): Wohnraumförderung bis 250.000 €, einkommensabhängig
- BW (L-Bank): Wohnraumförderung, Neubau Mietwohnungen und Eigenheim
- Niedersachsen (NBank): Eigenheimförderung für Familien
- Hessen (WIBank): Wohnraumförderung und Klimabonus
Prüfe die Landesförderbank deines Bundeslandes — fast immer gibt es etwas!
Wohn-Riester beim Neubau
Wenn du einen Bausparvertrag oder Riester-Darlehen für den Neubau nutzt:
- Staatliche Grundzulage: 175 €/Jahr
- Kinderzulage: 300 €/Jahr pro Kind (ab 2008 geboren)
- Steuerlicher Abzug der Beiträge bis 2.100 €/Jahr
Wie kombiniert man die Förderungen?
Mehrere Programme können gestapelt werden — aber nicht alle zusammen. Wichtige Regel: Die geförderte Kreditsumme darf die Herstellungskosten nicht übersteigen.
Typische Kombination für eine Familie:
- KfW 300 (Wohneigentum Familien): 200.000 € Kredit
- Landesförderung (z. B. NRW.BANK): 50.000 € Kredit
- Ergänzungskredit (358): 30.000 € für PV + Speicher
- Wohn-Riester: 2.000 €/Jahr Förderung
Wann beantragen?
Vor Baubeginn! KfW-Förderanträge müssen immer vor dem ersten Spatenstich gestellt werden. Wer nach Baubeginn anfragt, geht leer aus.
Fazit
Neubauförderung ist komplex, aber lohnenswert. Die richtige Kombination aus KfW, Landesförderung und Riester kann Finanzierungskosten um 20.000–50.000 € senken. Engagiere einen Energieberater und Finanzierungsvermittler, der sich in der Förderungslandschaft auskennt — der Aufwand zahlt sich aus.
Häufige Fragen
Welche Förderungen gibt es aktuell beim Immobilienkauf?
Bundesweit: KfW 300 (Wohneigentum für Familien, bis 270.000 € zinsgünstig), KfW 261 (Energieeffizienz). BAFA-Zuschüsse für energetische Sanierung. Länderprogramme: Jedes Bundesland hat eigene Förderprogramme über die jeweilige Landesförderbank (NBank, L-Bank, IBB etc.). Alle Anträge VOR dem Kaufvertrag stellen.
Welche Bedingungen muss ich für Förderungen erfüllen?
Die meisten Programme erfordern Eigennutzung der Immobilie, Einhalten von Energiestandards (bei Effizienzprogrammen), Antragstellung vor Vertragsabschluss und die Abwicklung über eine anerkannte Hausbank. Genauere Voraussetzungen hängen vom jeweiligen Programm ab — immer aktuelle Programminfos auf kfw.de prüfen.
Kann ich mehrere Förderprogramme gleichzeitig nutzen?
Ja, Kombination ist oft möglich und sinnvoll. KfW-Darlehen und Landesförderung können kombiniert werden. BAFA-Zuschüsse und KfW-Kredite ebenfalls — bis zur gesetzlichen Kumulierungsgrenze von max. 60 % Förderquote. Der Steuerbonus (§ 35c EStG) hingegen schließt BAFA/KfW aus.
