Wohn-Riester: Wie die staatliche Förderung für Eigenheimbesitzer funktioniert und wann sie sich lohnt.
Wohn-Riester: Staatliche Förderung für Eigenheimbesitzer
Riester-Rente kennt jeder — aber Wohn-Riester? Das ist die spezielle Variante, bei der die staatlichen Fördergelder direkt in die Finanzierung des Eigenheims fließen. Wie das genau funktioniert und wann es sinnvoll ist, erfährst du hier.
Was ist Wohn-Riester?
Beim Wohn-Riester (offiziell: Eigenheimrente) wird das angesparte Riester-Kapital für die Finanzierung oder den Erwerb einer selbstgenutzten Immobilie verwendet. Das Geld landet nicht in einer Rentenversicherung, sondern direkt in deiner Immobilie.
Wer bekommt Wohn-Riester-Förderung?
- Rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmer
- Beamte
- Pflichtversicherte in der Alterssicherung der Landwirte
- Ehepartner der genannten Gruppen (auch ohne eigenes Einkommen)
Selbstständige, die nicht pflichtversichert sind, haben keinen Anspruch.
Wie hoch ist die Förderung?
| Personengruppe | Jährliche Zulage |
|---|---|
| Alleinstehende | 175 € |
| Verheiratete (zusammen) | 350 € |
| Pro Kind (ab 2008 geboren) | 300 € |
| Pro Kind (vor 2008 geboren) | 185 € |
| Berufseinsteiger-Bonus (unter 25) | +200 € einmalig |
Plus: Steuerliche Absetzbarkeit bis zu 2.100 € p.a. als Sonderausgaben.
Wie wird Wohn-Riester eingesetzt?
Drei Möglichkeiten:
- Entnahme: Kapital aus bestehendem Riester-Vertrag entnehmen und in die Immobilie einbringen
- Riester-Bausparvertrag: Sparen und Darlehen aus einer Hand
- Riester-Darlehen: Baufinanzierung direkt mit Riester-Förderung
Die Nachgelagerte Besteuerung: Das musst du wissen
Der Haken bei Wohn-Riester: Die geförderten Beträge werden im Rentenalter besteuert. Der Staat führt ein sogenanntes Wohnförderkonto — ein fiktives Konto, das jährlich mit 2 % verzinst wird und ab 67 versteuert werden muss.
Entweder als Einmalbetrag (mit 30 % Rabatt) oder jährlich über den Renteneingang.
Wann lohnt sich Wohn-Riester?
- Familien mit Kindern profitieren am meisten (hohe Kinderzulagen)
- Wer langfristig in der selbstgenutzten Immobilie bleibt
- Wer voraussichtlich im Rentenalter niedriges zu versteuerndes Einkommen hat
- Kombination mit Eigenheimkauf in jungen Jahren
Wann lohnt es sich eher nicht?
- Alleinstehende ohne Kinder (geringe Zulage)
- Hohe Rente im Alter absehbar (steuerliche Belastung hoch)
- Unsicherheit ob Eigennutzung dauerhaft gegeben ist (Pflichtbedingung)
Checkliste: Wohn-Riester prüfen
- ☐ Bin ich förderberechtigt (Rentenversicherungspflicht)?
- ☐ Habe ich Kinder? (steigert Förderhöhe erheblich)
- ☐ Plane ich langfristige Eigennutzung?
- ☐ Wie hoch wird meine Rente sein? (Steuerlast im Alter abschätzen)
- ☐ Riester-Bausparvertrag oder Riester-Darlehen vergleichen
Fazit
Wohn-Riester ist besonders für Familien mit Kindern ein lukratives Instrument — die Förderung kann über die Laufzeit mehrere tausend Euro ausmachen. Der Nachteil der nachgelagerten Besteuerung lässt sich durch niedrige Rente im Alter oder die Einmalzahlung mit Rabatt abmildern. Immer individuell rechnen lassen.
Häufige Fragen
Für wen lohnt sich Wohn-Riester besonders?
Wohn-Riester lohnt sich besonders für Familien mit Kindern (höhere Zulagen), Geringverdiener (niedrige Eigenleistung für volle Förderung) und Personen mit langem Anlagehorizont. Kritisch ist es für Alleinstehende ohne Kinder mit höherem Einkommen — hier ist die Steuerbelastung in der Auszahlungsphase oft höher als die Förderung.
Wie viel Wohn-Riester-Förderung bekomme ich?
Grundzulage: 175 € pro Jahr. Kinderzulage: 185 € pro Kind (300 € bei Kindern ab 2008). Berufseinsteigerbonus: einmalig 200 €. Dazu kommen Steuervorteile über den Sonderausgabenabzug (bis 2.100 € p.a.). Für volle Förderung: 4 % des Vorjahresbruttoeinkommens einzahlen.
Was ist der Wohnförderkonto und wie wird es besteuert?
Das Wohnförderkonto ist ein fiktives Konto, das die geförderten Beiträge und Zulagen aufaddiert und mit 2 % p.a. verzinst wird. Beim Renteneintritt (frühestens 60, spätestens 68 Jahre) wird dieser Betrag nachgelagert versteuert. Wer früh einzahlt und lange Zeit hat, profitiert trotz Besteuerung.
Kann ich Wohn-Riester kündigen wenn ich die Immobilie verkaufe?
Bei Verkauf der Immobilie muss das Wohnförderkonto aufgelöst oder auf eine neue selbstgenutzte Immobilie übertragen werden — innerhalb von 4 Jahren. Sonst werden alle Förderungen zurückgefordert plus 5 % Strafe. Vermietung der Immobilie gilt nicht als Selbstnutzung.
