
Vermögenswirksame Leistungen (VL) sind ein häufig unterschätztes Instrument zum Eigenkapitalaufbau. Kombiniert mit der staatlichen Arbeitnehmer-Sparzulage kannst du effektiv fürs Haus sparen.
Was sind vermögenswirksame Leistungen?
VL sind ein Zuschuss des Arbeitgebers, der direkt in einen Sparvertrag eingezahlt wird. Die Höhe ist vertraglich geregelt – bis zu 40 €/Monat sind gesetzlich möglich, aber nicht verpflichtend für Arbeitgeber.
Die Arbeitnehmer-Sparzulage
Der Staat fördert VL-Sparer mit der Arbeitnehmer-Sparzulage:
| Anlageform | Einkommensgrenze (zu versteuerndes Einkommen) | Zulage |
|---|---|---|
| Bausparvertrag | bis 17.900 € (ledig) / 35.800 € (verheiratet) | 9 % auf max. 470 € = max. 43 €/Jahr |
| Aktienfonds | bis 40.000 € (ledig) / 80.000 € (verheiratet) | 20 % auf max. 400 € = max. 80 €/Jahr |
VL für die Immobilienfinanzierung nutzen
Am effektivsten für den Hauskauf: VL in einen Bausparvertrag einzahlen.
- Arbeitgeber zahlt z.B. 40 €/Monat VL in Bausparvertrag
- Arbeitnehmer zahlt Eigenanteil z.B. 30 €/Monat dazu (max. 40 €/Monat für Zulage)
- Nach 7 Jahren Laufzeit + 1 Jahr Ruhephase: Bausparsumme verfügbar
- Bausparguthaben als Eigenkapital + zinsgünstiges Bauspardarlehen
Wohnungsbauprämie: Noch mehr Förderung
Zusätzlich zur Arbeitnehmer-Sparzulage gibt es die Wohnungsbauprämie für Bausparer:
- 10 % Prämie auf maximal 700 € (ledig) / 1.400 € (verheiratet) Einzahlungen
- Einkommensgrenze: 35.000 € / 70.000 €
- Maximal 70 € / 140 € Prämie pro Jahr
- Voraussetzung: Bausparsumme für Wohnzwecke genutzt
Checkliste: VL und Sparzulage nutzen
- ☑ Arbeitgeber zahlt VL? Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung prüfen?
- ☑ Einkommensgrenze für Arbeitnehmer-Sparzulage eingehalten?
- ☑ VL-Vertrag abgeschlossen und Arbeitgeber informiert?
- ☑ Wohnungsbauprämie mit Bausparvertrag kombiniert?
- ☑ Verwendungsnachweis fürs Wohnen beim Bausparvertrag beachtet?
Häufige Fragen
Was sind die wichtigsten Tipps zum Thema Arbeitnehmer-Sparzulage und VL?
Beim Thema Arbeitnehmer-Sparzulage und VL kommt es auf drei Kernpunkte an: Erstens ausreichend Eigenkapital einbringen (mindestens 20 % plus Nebenkosten). Zweitens mindestens 3–5 Angebote vergleichen — der Zinsunterschied kann 0,3–0,5 % betragen, was bei 250.000 € Kredit über 10 Jahre 7.500–12.500 € Ersparnis bedeutet. Drittens auf flexible Konditionen achten (Sondertilgung, Tilgungsanpassung).
Welche häufigen Fehler sollte ich vermeiden?
Die häufigsten Fehler: Nur die Hausbank anfragen ohne Vergleich. Die Kaufnebenkosten unterschätzen (7–12 % des Kaufpreises). Zu wenig Eigenkapital einbringen. Die monatliche Rate zu knapp kalkulieren ohne Puffer für Reparaturen und Einkommensausfälle. Zu kurze Zinsbindung wählen bei aktuell niedrigen Zinsen.
Wie berechne ich meine maximale Kreditrate?
Faustregel: Die monatliche Rate sollte nicht mehr als 35–40 % des Netto-Haushaltseinkommens betragen. Bei 3.500 € Netto wären das maximal ca. 1.400 €/Monat. Wichtig: Alle laufenden Kosten (Hausgeld, Versicherungen, Rücklagen 1–1,5 % des Immobilienwerts p.a.) einkalkulieren. Nutze einen Online-Rechner für deine persönliche Situation.
Welche Unterlagen brauche ich für einen Finanzierungsantrag?
Persönliche Unterlagen: Letzten 3 Gehaltsabrechnungen, aktueller Arbeitsvertrag, SCHUFA-Auskunft, Kontoauszüge (3 Monate). Für die Immobilie: Exposé, Grundriss, Grundbuchauszug, Energieausweis, Kaufvertragsentwurf. Bei Neubauten: Baubeschreibung, Lageplan, Kostenaufstellung. Je vollständiger, desto schneller die Zusage.
