Maklervertrag verstehen und verhandeln: Pflichten, Provisionen und worauf du beim Unterschreiben achten musst.

Maklervertrag: Was du vor der Unterschrift wissen musst

Maklervertrag: Die wichtigsten Fakten

Wer eine Immobilie kaufen oder verkaufen will, kommt oft an einem Maklervertrag nicht vorbei. Was steht drin, was ist verhandelbar — und wann musst du gar nichts zahlen?

Was ist ein Maklervertrag?

Ein Maklervertrag ist ein Dienstleistungsvertrag, bei dem der Makler sich verpflichtet, Gelegenheit zum Abschluss eines Kauf- oder Mietvertrags nachzuweisen. Der Auftraggeber zahlt dafür eine Provision, wenn der Vertrag zustande kommt.

Welche Arten von Maklerverträgen gibt es?

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  • Einfacher Maklerauftrag: Makler erhält kein Exklusivrecht; mehrere Makler können beauftragt werden
  • Alleinauftrag: Nur dieser eine Makler ist beauftragt; Selbstverkauf jedoch möglich
  • Qualifizierter Alleinauftrag: Alle Verkaufsversuche laufen über den Makler; strengste Form

Maklerprovision: Wie viel ist üblich?

Seit 2020 gilt das Gesetz zur Provisionsteilung beim Wohnungskauf:

  • Beim Kauf: Käufer und Verkäufer teilen sich die Provision je zur Hälfte
  • Übliche Gesamtprovision: 5,95–7,14 % des Kaufpreises (inkl. MwSt.)
  • Je Seite also: ~3,57 % (in den meisten Bundesländern)
  • Ausnahme: In Berlin, Hamburg, Bremen zahlt oft nur der Käufer (3,57 %)

Wann muss ich keine Maklerprovision zahlen?

  • Wenn kein wirksamer Maklervertrag geschlossen wurde
  • Wenn die Immobilie ohne Zutun des Maklers gefunden wurde
  • Wenn der Makler denselben Auftraggeber doppelt vertritt (Interessenkonflikt)
  • Bei Mietwohnungen: Vermieter trägt die Provision (Bestellerprinzip)

Worauf bei Maklerverträgen achten?

  • Laufzeit: Maximal 3–6 Monate vereinbaren; keine automatische Verlängerung
  • Provision: Höhe und Fälligkeit klar regeln
  • Exklusivität: Qualifizierten Alleinauftrag kritisch prüfen
  • Schriftform: Seit 2020 Pflicht für Maklerverträge im Wohnungskauf
  • Widerrufsrecht: Bei Fernabsatz (online/telefonisch) 14 Tage Widerrufsrecht

Makler: Sinnvoll oder nicht?

Pro MaklerContra Makler
Marktkenntnis und NetzwerkProvision oft 10.000–20.000 € oder mehr
Zeitersparnis für VerkäuferInteressenkonflikt möglich
PreisverhandlungQualität stark unterschiedlich
Rechtssicherheit bei VerträgenOnline-Portale machen ihn teils überflüssig

Tipp: Makler ohne Provision finden

Auf Plattformen wie eBay Kleinanzeigen oder Ohne-Makler-Portalen gibt es viele Angebote direkt vom Eigentümer. Das spart bei einem 400.000-€-Objekt leicht 14.000–28.000 € Provision.

Fazit

Der Maklervertrag ist kein harmloser Papierkram — er regelt erhebliche Geldsummen. Wer sich Zeit nimmt, die Konditionen zu prüfen und zu verhandeln, spart im Schnitt mehrere tausend Euro.

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