Wer seine Immobilie selbst bewohnt, hat bei der Steuer weniger Spielraum als Vermieter. Aber es gibt trotzdem einige Möglichkeiten, die viele Eigennutzer nicht kennen.
Was Eigennutzer NICHT absetzen können
- Kreditzinsen (keine Werbungskosten, da kein Einkunftsziel)
- Abschreibung (AfA nur bei Vermietung)
- Renovierungskosten für die eigene Wohnung (in der Regel)
Was Eigennutzer DOCH absetzen können
1. Handwerkerleistungen (§ 35a EStG)
20 % der Lohnkosten (nicht Material!) für Handwerker in Haushalt und Wohnung — bis 1.200 € Ermäßigung pro Jahr. Rechnung muss per Überweisung bezahlt werden.
Beispiel: Dachdecker berechnet 3.000 € Lohn → 20 % = 600 € Steuerersparnis direkt.
2. Haushaltsnahe Dienstleistungen (§ 35a EStG)
Reinigungskräfte, Gartenservice, Pflegepersonal: 20 % der Kosten bis 4.000 € Ermäßigung/Jahr.
3. Homeoffice-Pauschale
Wer im Homeoffice arbeitet: 6 € pro Tag, max. 1.260 €/Jahr. Kein Arbeitszimmer nötig seit 2023.
4. Arbeitszimmer
Wenn ausschließlich beruflich genutzt und kein anderer Arbeitsplatz: bis 1.250 €/Jahr oder anteilig nach Fläche (wenn Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit).
5. Energetische Sanierung (§ 35c EStG)
Für selbstgenutzte Gebäude (Baujahr vor 2000): 20 % der Kosten über 3 Jahre verteilt, max. 40.000 € Steuererlass total. Gilt für Dämmung, Fenster, Heizung, Lüftung.
Checkliste für die Steuererklärung
- Handwerkerrechnungen sammeln — nur Lohnanteil zählt
- Zahlungsnachweis per Überweisung (kein Bargeld!)
- Energetische Sanierung: Fachunternehmen-Bescheinigung
- Homeoffice-Tage dokumentieren
Häufige Fragen
Was sind die wichtigsten Tipps zum Thema Steuertipps für Eigennutzer?
Beim Thema Steuertipps für Eigennutzer kommt es auf drei Kernpunkte an: Erstens ausreichend Eigenkapital einbringen (mindestens 20 % plus Nebenkosten). Zweitens mindestens 3–5 Angebote vergleichen — der Zinsunterschied kann 0,3–0,5 % betragen, was bei 250.000 € Kredit über 10 Jahre 7.500–12.500 € Ersparnis bedeutet. Drittens auf flexible Konditionen achten (Sondertilgung, Tilgungsanpassung).
Welche häufigen Fehler sollte ich vermeiden?
Die häufigsten Fehler: Nur die Hausbank anfragen ohne Vergleich. Die Kaufnebenkosten unterschätzen (7–12 % des Kaufpreises). Zu wenig Eigenkapital einbringen. Die monatliche Rate zu knapp kalkulieren ohne Puffer für Reparaturen und Einkommensausfälle. Zu kurze Zinsbindung wählen bei aktuell niedrigen Zinsen.
Wie berechne ich meine maximale Kreditrate?
Faustregel: Die monatliche Rate sollte nicht mehr als 35–40 % des Netto-Haushaltseinkommens betragen. Bei 3.500 € Netto wären das maximal ca. 1.400 €/Monat. Wichtig: Alle laufenden Kosten (Hausgeld, Versicherungen, Rücklagen 1–1,5 % des Immobilienwerts p.a.) einkalkulieren. Nutze einen Online-Rechner für deine persönliche Situation.
Welche Unterlagen brauche ich für einen Finanzierungsantrag?
Persönliche Unterlagen: Letzten 3 Gehaltsabrechnungen, aktueller Arbeitsvertrag, SCHUFA-Auskunft, Kontoauszüge (3 Monate). Für die Immobilie: Exposé, Grundriss, Grundbuchauszug, Energieausweis, Kaufvertragsentwurf. Bei Neubauten: Baubeschreibung, Lageplan, Kostenaufstellung. Je vollständiger, desto schneller die Zusage.
