Jetzt berechnen
Nebenkosten

Nebenkosten beim Hauskauf 2026: Was viele unterschätzen

Grunderwerbsteuer, Notar, Makler und mehr — die echten Mit Berechnungsbeispiel, aktuellen Sätzen nach Bundesland und Tipps zum Sparen bei den Kaufnebenkosten.

Stand: 2026-04-14 2 Min. Lesezeit
Nebenkosten beim Hauskauf 2026: Was viele unterschätzen
Das Wichtigste auf einen Blick
  • Kaufvertragsbeurkundung: ca. 1 % des Kaufpreises
  • Grundschuldbestellung: ca. 0,5 % der Darlehenssumme
  • Auflassungsvormerkung und Umschreibung: weitere Gebühren
  • Umzugskosten: 1.500–8.000 € je nach Entfernung und Umfang
Nebenkosten beim Hauskauf 2026: Was viele unterschätzen

Der Kaufpreis ist nur ein Teil der Rechnung. Die Kaufnebenkosten machen oft 10–15 % des Kaufpreises aus — und müssen vollständig aus dem Eigenkapital kommen. Hier sind alle Kosten im Detail.

Übersicht: Alle Kaufnebenkosten

KostenpositionTypischer AnteilBei 400.000 € Kaufpreis
Grunderwerbsteuer3,5–6,5 %14.000–26.000 €
Notar- und Gerichtsgebührenca. 2 %ca. 8.000 €
Maklercourtage (Käufer)0–3,57 %0–14.280 €
Grundbucheintragung0,5–1 %2.000–4.000 €
Gutachter/Sachverständigeca. 0,1–0,5 %500–2.000 €
Gesamt7–14 %28.000–56.000 €

Grunderwerbsteuer nach Bundesland

Praxis-Tipp: Mindestens 3 unabhängige Angebote einholen — Hausbank + 2 Vergleichsrechner. Zinsunterschiede von 0,5 % bei 280.000 € Kredit ergeben 14.000 € Mehrkosten über 10 Jahre. Sondertilgungsrecht (min. 5 %) im Vertrag festhalten — kostet wenige Basispunkte, schafft Flexibilität.
Berechnung Baufinanzierung
BundeslandGrESt-SatzBei 400.000 €
Bayern, Sachsen3,5 %14.000 €
Hamburg4,5 %18.000 €
Baden-Württemberg, Hessen5,0 %20.000 €
NRW, Brandenburg, Saarland6,5 %26.000 €

Notarkosten: Was wird berechnet?

📊
Zinsen live vergleichen
Aktuelle Bauzinsen von 20+ Banken — kostenlos, ohne Anmeldung.
Zum Rechner →

Der Notar ist beim Immobilienkauf Pflicht. Er berechnet nach Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) — die Gebühr richtet sich nach dem Kaufpreis und den beurkundeten Leistungen:

  • Kaufvertragsbeurkundung: ca. 1 % des Kaufpreises
  • Grundschuldbestellung: ca. 0,5 % der Darlehenssumme
  • Auflassungsvormerkung und Umschreibung: weitere Gebühren

Zusätzliche Kosten die oft vergessen werden

  • Umzugskosten: 1.500–8.000 € je nach Entfernung und Umfang
  • Erstausstattung: Neue Küche, Möbel, Renovierung
  • Gebäudeversicherung: Läuft ab Übergabe — sofort abschließen
  • Sanierungsrücklage: Für absehbare Instandhaltungen

Kann ich Kaufnebenkosten finanzieren?

Nein — Kaufnebenkosten müssen aus dem Eigenkapital bezahlt werden. Banken finanzieren maximal den Kaufpreis (100 %-Finanzierung) oder Kaufpreis + Modernisierungskosten. Kaufnebenkosten sind immer Eigenleistung. Das ist der Grund, warum du mindestens 10–15 % Eigenkapital brauchst, selbst wenn du "100 % finanzierst".

Fazit

Plane 10–12 % des Kaufpreises als Kaufnebenkosten ein — je nach Bundesland und Maklerkosten können es auch 13–15 % sein. Wer das vergisst oder unterschätzt, kommt in Finanzierungsnot kurz vor dem Abschluss. Immer alle Kosten vor dem ersten Angebot durchrechnen.

Rechenbeispiel Baufinanzierung 2025

KaufpreisKredit (80 %)Rate/Monat*Benötigtes Nettoeink.
200.000 €160.000 €ca. 707 €mind. 2.000 €
300.000 €240.000 €ca. 1.060 €mind. 3.000 €
400.000 €320.000 €ca. 1.413 €mind. 4.000 €
500.000 €400.000 €ca. 1.767 €mind. 5.000 €

*Bei 3,3 % Zins, 2 % Tilgung, 10 Jahre Zinsbindung

Was Banken bei der Bonitätsprüfung wirklich prüfen

  • SCHUFA-Score: Mind. 90 % für gute Konditionen — unter 85 % werden Aufschläge oder Ablehnung wahrscheinlich
  • Beleihungsauslauf (LTV): Kredit/Immobilienwert. Unter 60 % = beste Zinsen. 80–90 % = deutliche Aufschläge
  • Haushaltsbuch: Einnahmen minus Ausgaben sollten nach Kreditrate >500 € frei verfügbar lassen
  • Beschäftigung: Mind. 6 Monate im gleichen Unternehmen, unbefristet — Probezeit ist problematisch

Häufige Fragen zu den Kaufnebenkosten

Worauf kommt es bei Nebenkosten Hauskauf an?

Das Wichtigste bei Nebenkosten Hauskauf: fruehzeitig informieren, mehrere Angebote einholen, Förderungen nutzen und Nebenkosten nicht vergessen. Unabhaengige Beratung ist oft kostenlos und spart tausende Euro.

Kann ich Kaufnebenkosten von der Steuer absetzen?

Bei Eigennutzung: nein (außer Arbeitszimmer-Anteil). Bei Vermietung: Ja — Notar, Grundbuch, Makler zählen zu den Anschaffungskosten und werden über die AfA (2 % p.a. bei Gebäuden ab 1925) abgeschrieben. Grunderwerbsteuer ebenfalls zu Anschaffungskosten — nicht sofort, sondern über AfA.

Wie spare ich bei den Kaufnebenkosten?

Makler vermeiden: Direktkauf vom Eigentümer spart bis 3,57 %. Grunderwerbsteuer: Nicht verhandelbar — aber Bundesland mit niedrigerer Steuer kann relevant sein (Bayern 3,5 % vs. NRW 6,5 %). Notarkosten: gesetzlich geregelt, kaum Spielraum. Tipp: Inventar (Küche, Einbauschränke) separat kaufen — das senkt den beurkundungspflichtigen Kaufpreis.

Wann muss ich die Kaufnebenkosten zahlen?

Grunderwerbsteuer: Nach Grunderwerbsteuerbescheid (kommt 4–8 Wochen nach Notartermin), Frist: 4 Wochen nach Bescheid. Notarkosten: Rechnung kommt nach Notartermin, Fälligkeit typisch 30 Tage. Maklercourtage: meist bei Abschluss des Kaufvertrags fällig. Eigenkapital rechtzeitig bereitstellen!

Redaktion finanzierung.one
Unsere Redaktion besteht aus erfahrenen Finanzjournalisten und Baufinanzierungs-Experten. Alle Inhalte werden regelmäßig geprüft und aktualisiert — auf Basis aktueller Marktdaten und Verbraucherrecht.
✓ Redaktionell geprüft✓ Kostenlos & unabhängig✓ Regelmäßig aktualisiert
Baufinanzierung vergleichenRate berechnen