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Nebenkosten

Wohnnebenkosten: Alle laufenden Kosten einer Immobilie im Überblick

Kaufpreis ist nicht alles — laufende Kosten entscheiden Mit Berechnungsbeispiel, aktuellen Sätzen nach Bundesland und Tipps zum Sparen bei den Kaufnebenkosten.

Stand: 2025-03-20 2 Min. Lesezeit
Wohnnebenkosten: Alle laufenden Kosten einer Immobilie im Überblick
Das Wichtigste auf einen Blick
  • Gebäude unter 20 Jahre: 6–8 €/m² Wohnfläche/Jahr
  • Gebäude 20–40 Jahre: 10–14 €/m²/Jahr
  • Gebäude über 40 Jahre: 14–20 €/m²/Jahr
  • Hausgeld: 2–5 €/m²/Monat (enthält Betriebskosten + Verwaltergebühr + WEG-Rücklage)
Wohnnebenkosten Uebersicht

Viele Käufer kalkulieren mit dem Kaufpreis und der Kreditrate — und vergessen die laufenden Kosten. Diese können erheblich sein und die Wirtschaftlichkeit einer Immobilie stark beeinflussen.

Regelmäßige laufende Kosten

KostenartTypischer Betrag
Grundsteuer300–1.500 €/Jahr je nach Lage
Wohngebäudeversicherung300–800 €/Jahr
Heizung (Gas/Öl)800–3.000 €/Jahr je nach EK-Klasse
Strom1.000–2.500 €/Jahr
Wasser/Abwasser300–800 €/Jahr
Müllabfuhr100–400 €/Jahr
Schornsteinfeger80–200 €/Jahr
Wartung Heizung150–400 €/Jahr

Instandhaltungsrücklage

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Als Faustregel empfehlen Experten:

  • Gebäude unter 20 Jahre: 6–8 €/m² Wohnfläche/Jahr
  • Gebäude 20–40 Jahre: 10–14 €/m²/Jahr
  • Gebäude über 40 Jahre: 14–20 €/m²/Jahr

Bei 120 m² und 20 Jahre altem Gebäude: ca. 1.440 €/Jahr Rücklage einplanen.

Kosten bei vermieteten Wohnungen (Hausgeld)

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Bei Eigentumswohnungen in einer WEG kommen hinzu:

  • Hausgeld: 2–5 €/m²/Monat (enthält Betriebskosten + Verwaltergebühr + WEG-Rücklage)
  • Sonderumlagen: unvorhersehbar, bis 30.000 € bei großen Sanierungen

Gesamtkosten-Beispiel: 150 m² Einfamilienhaus

  • Kreditrate: 1.500 €/Monat
  • Betriebskosten: ca. 400 €/Monat
  • Instandhaltungsrücklage: ca. 150 €/Monat
  • Gesamtbelastung: ca. 2.050 €/Monat

Tipp

Vor dem Kauf immer die Jahres-Betriebskosten des Vorbesitzers anfordern. Das gibt ein realistisches Bild der laufenden Kosten — besser als jede Schätzung.

Weiterlesen: Finanzierungsrechner Anbietervergleich.

Wohnnebenkosten Übersicht 2025

KostenartEigentümer/MonatMieter/Monat
Heizung + Warmwasser80–200 EURvia NK-Abr.
Strom60–120 EUR60–120 EUR
Wasser/Abwasser25–60 EURvia NK-Abr.
GEZ18,36 EUR18,36 EUR
Grundsteuer50–250 EURvia NK-Abr.
Instandhaltung100–300 EURentfällt

Gesamtbelastung Nebenkosten Eigentümer EFH 120 qm: ca. 500–1.200 EUR/Monat zusätzlich zur Kreditrate. Nicht vergessen bei der Finanzierungsplanung.

Kaufnebenkosten beim Immobilienerwerb

Beim Kauf einer Immobilie fallen über den eigentlichen Kaufpreis hinaus erhebliche Nebenkosten an — in der Regel 6–12 % des Kaufpreises. Diese müssen fast immer aus Eigenkapital finanziert werden.

Kostenart Anteil am Kaufpreis Bundesland-Variation
Grunderwerbsteuer3,5–6,5 %Bayern 3,5 % — Brandenburg 6,5 %
Notarkostenca. 1,5 %Bundesweit einheitlich (GNotKG)
Grundbucheintragca. 0,5 %Bundesweit einheitlich
Maklerprovision0–3,57 %Max. 50/50 Teilung seit 2020

Rechenbeispiel: 350.000 € in NRW

  • Grunderwerbsteuer (6,5 %): 22.750 €
  • Notar + Grundbuch (2 %): 7.000 €
  • Makler (3,57 % / 2 = 1.785 %): 6.248 €
  • Gesamt Nebenkosten: ~36.000 € (10,3 %)

Fazit: Bei einem 350.000-€-Objekt in NRW müssen mindestens 36.000 € Eigenkapital allein für Nebenkosten eingeplant werden — plus idealer Weise 20 % EK für das eigentliche Darlehen.

Häufige Fragen

Welche Kaufnebenkosten sind beim Immobilienkauf in Deutschland typisch?

Die typischen Kaufnebenkosten setzen sich zusammen aus: Grunderwerbsteuer (3,5–6,5 % je nach Bundesland), Notarkosten (ca. 1–1,5 %), Grundbuchkosten (ca. 0,5 %) und ggf. Maklerprovision (0–3,57 %). Insgesamt 7–12 % des Kaufpreises — diese müssen aus Eigenkapital bezahlt werden.

Sind Kaufnebenkosten steuerlich absetzbar?

Bei selbst genutzten Immobilien leider nicht. Bei Kapitalanlagen (vermietete Wohnungen) sind alle Nebenkosten als Anschaffungsnebenkosten steuerlich relevant — sie erhöhen die Abschreibungsbasis und wirken sich über die Laufzeit steuermindernd aus.

Kann ich Kaufnebenkosten in die Finanzierung einschließen?

Einige Banken bieten 110 %-Finanzierungen an, die auch Nebenkosten abdecken. Das ist aber teuer: höhere Zinsen, höherer Beleihungsauslauf, mehr Risiko. Empfehlung: Nebenkosten immer aus Eigenkapital zahlen, um die Darlehenssumme und damit die Zinskosten zu minimieren.

SM
Artikel von
Zert. Finanzberaterin (IHK)
Baufinanzierungs-Expertin
Zertifizierte Finanzberaterin (IHK) mit 12 Jahren Erfahrung in der Baufinanzierungsberatung. Sandra begleitet Erst- und Wiederholungskäufer von der Bonitätsprüfung über die Zinsbindungswahl bis zur Anschlussfinanzierung. Schwerpunkte: Annuitätendarlehen, Tilgungsstrategien, KfW-Förderprogramme und Finanzierungsstrukturierung für Eigennutzer.
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