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Nebenkosten

Kaufnebenkosten reduzieren: Diese Tipps sparen bares Geld

Kaufnebenkosten fressen oft 10–15 % des Kaufpreises. Mit Berechnungsbeispiel, aktuellen Sätzen nach Bundesland und Tipps zum Sparen bei den Kaufnebenkosten.

Stand: 2025-01-28 2 Min. Lesezeit
Kaufnebenkosten reduzieren: Diese Tipps sparen bares Geld
Das Wichtigste auf einen Blick
  • Bayern, Sachsen: 3,5 % (günstigste Bundesländer)
  • Hamburg: 5,5 %
  • NRW, Schleswig-Holstein, Saarland: 6,5 % (teuerste)
  • Kaufpreis: 350.000 €
Kaufnebenkosten reduzieren: Diese Tipps sparen bares Geld

Kaufnebenkosten von 10–15 % sind bei jedem Immobilienkauf einzuplanen. Doch mit der richtigen Strategie lässt sich bei einigen Positionen sparen. Welche Hebel gibt es?

Die Kaufnebenkosten im Überblick

PositionKostenSparbar?
Grunderwerbsteuer3,5–6,5 % je BundeslandBedingt (Bundesland wählen)
Notargebührenca. 1,0 % des KaufpreisesNein (gesetzlich geregelt)
Grundbuchgebührenca. 0,5 % des KaufpreisesNein (gesetzlich geregelt)
Maklerprovision3,57 % (Käuferanteil)Ja — verhandelbar

Tipp 1: Bundesland mit niedrigerer Grunderwerbsteuer

Die Grunderwerbsteuer variiert stark:

  • Bayern, Sachsen: 3,5 % (günstigste Bundesländer)
  • Hamburg: 5,5 %
  • NRW, Schleswig-Holstein, Saarland: 6,5 % (teuerste)

Wer flexibel in der Regionswahl ist, kann durch Kauf in Bayern statt NRW bei 300.000 € Kaufpreis 9.000 € sparen. Nicht immer realistisch — aber relevant für Grenzlagen.

Tipp 2: Inventar separat im Kaufvertrag ausweisen

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Wenn Einrichtungsgegenstände (Küche, Sauna, Carport) separat im Kaufvertrag ausgewiesen werden, fällt auf diesen Anteil keine Grunderwerbsteuer an.

  • Kaufpreis: 350.000 €
  • Davon Einbauküche: 15.000 € (separat ausgewiesen)
  • Grunderwerbsteuerbasis: 335.000 €
  • Ersparnis bei 6 % GrESt: 900 €

Wichtig: Werte müssen realistisch sein — das Finanzamt prüft das! Überhöhte Inventarpreise können als Steuerumgehung gewertet werden.

Tipp 3: Maklerprovision verhandeln

Die Maklerprovision ist verhandelbar — besonders wenn:

  • Sie direkt beim Makler kaufen (nicht über Online-Inserat)
  • Der Markt schleppend läuft (Makler will verkaufen)
  • Sie schnell kaufen können (keine Finanzierungsüberraschungen)

Typische Verhandlungsreduktion: 0,5–1 % des Kaufpreises. Bei 350.000 €: bis zu 3.500 € Ersparnis.

Tipp 4: Ohne Makler kaufen

Privatangebote (ohne Makler) sparen die komplette Provision. Plattformen mit Privatangeboten:

  • Immobilienscout24 (Filter: ohne Provision)
  • Ebay Kleinanzeigen
  • Lokale Facebook-Gruppen
  • Direkt im Wunsch-Viertel Briefe einwerfen

Tipp 5: Notar selbst auswählen

Die Notargebühren sind gesetzlich geregelt — aber: Die Nebenleistungen (z.B. Erstellung von Löschungsbewilligungen) können variieren. Ein Notar, der effizient arbeitet, kann bei komplexen Vorgängen Zeit und Kosten sparen.

Tipp 6: Grundbuchkosten der Bank prüfen

Manche Banken übernehmen die Kosten für die Grundschuldbestellung im Rahmen der Kreditvergabe — zumindest teilweise. Immer nachfragen!

Realistisches Einsparpotenzial

Bei einem 350.000 € Objekt in NRW:

  • GrESt 6,5 % = 22.750 € (nicht vermeidbar, außer Bundeslandwahl)
  • Inventar separat: -900 €
  • Maklerprovision verhandeln: -2.500 €
  • Notar + Grundbuch: unvermeidbar (ca. 5.250 €)
  • Gesamt-Einsparung: ca. 3.400 € möglich

Checkliste Kaufnebenkosten reduzieren

  • ☑ Inventar realistisch bewertet und separat im Vertrag?
  • ☑ Maklerprovision verhandelt?
  • ☑ Privatangebote ohne Makler geprüft?
  • ☑ Grundschuldkosten mit Bank besprochen?
  • ☑ Gesamte Nebenkosten korrekt budgetiert?

Fazit

Notargebühren und Grundbuchkosten sind festgelegt — hier ist kein Spielraum. Bei Maklerprovision und Inventar gibt es Potential. Realistisch sind Ersparnisse von 1.000–5.000 € möglich — kein Vermögen, aber kein Pappenstiel.

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Häufige Fragen

Welche Kaufnebenkosten sind beim Immobilienkauf in Deutschland typisch?

Die typischen Kaufnebenkosten setzen sich zusammen aus: Grunderwerbsteuer (3,5–6,5 % je nach Bundesland), Notarkosten (ca. 1–1,5 %), Grundbuchkosten (ca. 0,5 %) und ggf. Maklerprovision (0–3,57 %). Insgesamt 7–12 % des Kaufpreises — diese müssen aus Eigenkapital bezahlt werden.

Sind Kaufnebenkosten steuerlich absetzbar?

Bei selbst genutzten Immobilien leider nicht. Bei Kapitalanlagen (vermietete Wohnungen) sind alle Nebenkosten als Anschaffungsnebenkosten steuerlich relevant — sie erhöhen die Abschreibungsbasis und wirken sich über die Laufzeit steuermindernd aus.

Kann ich Kaufnebenkosten in die Finanzierung einschließen?

Einige Banken bieten 110 %-Finanzierungen an, die auch Nebenkosten abdecken. Das ist aber teuer: höhere Zinsen, höherer Beleihungsauslauf, mehr Risiko. Empfehlung: Nebenkosten immer aus Eigenkapital zahlen, um die Darlehenssumme und damit die Zinskosten zu minimieren.

SM
Artikel von
Zert. Finanzberaterin (IHK)
Baufinanzierungs-Expertin
Zertifizierte Finanzberaterin (IHK) mit 12 Jahren Erfahrung in der Baufinanzierungsberatung. Sandra begleitet Erst- und Wiederholungskäufer von der Bonitätsprüfung über die Zinsbindungswahl bis zur Anschlussfinanzierung. Schwerpunkte: Annuitätendarlehen, Tilgungsstrategien, KfW-Förderprogramme und Finanzierungsstrukturierung für Eigennutzer.
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